WEURO 2025

    WEURO 2025: Folgt auf die Rekord-Final-Nacht jetzt der EM-Kater?

    Mathias Kainz
    Mathias Kainz

    Basel,

    Die WEURO 2025 endet mit einem Penalty-Drama und dem Triumph von England. Jetzt richtet sich der Blick im Frauenfussball nach vorne. Ein Kommenentar.

    WEURO 2025 Zuschauer
    Fast 35'000 Fans im Joggeli, mehr als 650'000 Zuschauer an der ganzen WEURO 2025. Ein Rekord – aber auch nachhaltig? - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Frauen-EM in der Schweiz ist am Sonntag spektakulär zu Ende gegangen.
    • Fast 35'000 Fans sahen den Final im Stadion, mehr als 650'000 waren an EM-Spielen dabei.
    • Nun droht der Zuschauer-Absturz – nicht nur, aber auch in den Schweizer Stadien.

    Das Ende der WEURO 2025 hätte passender kaum sein können: Ein letztes Mal bekamen die Fans in Basel all das geboten, was die letzten vier Wochen geprägt hat. Dramatische Wendungen, Kampfgeist und ein meisterliches Comeback inklusive.

    Wirst du nach der WEURO 2025 an Frauenfussball-Spiele in der Schweiz gehen?

    Ob die «Lionesses» zurecht Europameisterinnen sind, dürfen andere debattieren. Spielerisch hätte sich Spanien die Krone durchaus verdient, in Sachen Effizienz eben nicht. Wer am Ende den Pokal stemmt, tut dies selten unverdient.

    In Spanien wird man mit dieser Final-Niederlage ganz bestimmt noch lange hadern. Ähnlich lange wohl wie in Deutschland mit der Halbfinal-Pleite. Ganz anders aber als zum Beispiel in der Schweiz, wo der Viertelfinal-Einzug an sich ein kleiner EM-Titel war.

    WEURO 2025 Europameister England
    England krönt sich an der WEURO 2025 zum Europameister. - keystone

    Ein Erfolg war die EM auch in Sachen Atmosphäre: Mehr als 650'000 Fans fanden ihren Weg in die Schweizer Stadien. Mehr als 400 Millionen waren vor dem Fernseher mit dabei. Ein neuer Rekord für eine Frauen-Fussball-EM.

    Nach der WEURO 2025 ist vor der WM 2027

    Ich werfe jetzt mal zwei Franken ins Phrasenschwein und sage: Nach dem Turnier ist vor dem Turnier – das gilt für Europameister England ebenso wie für alle anderen. Das gilt aber auch für den gesamten Frauenfussball.

    Die WEURO 2025 war ein Höhenflug für den europäischen Frauenfussball. Aber sie war auch ein wenig aus der Realität gefallen.

    WEURO 2025 Zuschauer Rekord
    Die WEURO 2025 in der Schweiz stellt einen klaren neuen Zuschauer-Rekord auf. - keystone

    Denn so gross die Euphorie in den letzten vier Wochen auch war: Es drohen bis zur WM in Brasilien 2027 nun wieder zwei Jahre in der – relativen – Bedeutungslosigkeit.

    Volles Haus ist selbst für Superstars die Ausnahme

    Vor 30'000 oder mehr Fans in ausverkauften Stadien spielen selbst die besten Kickerinnen dieser EM nur selten. Für Stars von Top-Klubs wie Arsenal – etwa Lia Wälti – sind solche Zahlen normal. Doch selbst die englische WSL spielt im Schnitt nur vor 6600 Fans.

    In der deutschen Frauen-Bundesliga waren es in der Vorsaison durchschnittlich 2700 Fans. Bei EM-Finalist Spanien sind es durchschnittlich gar nur 1650 Zuschauerinnen und Zuschauer pro Spiel. Mit Barcelona (fast 36'000) als massivem Ausreisser.

    WEURO 2025 Spanien Fans
    Die euphorischen spanischen Fans finden in der Heimat nur selten den Weg ins Stadion. - keystone

    Und die Schweiz, das Rekord-Gastgeberland, mit durchschnittlich mehr als 20'000 Fans in den EM-Stadien? Kommt in der Women's Super League im Durchschnitt auf 569 Zuschauerinnen und Zuschauer.

    Jetzt droht der EM-Kater

    Dieser Wert muss nach der WEURO 2025 steigen. Die Schweiz hat eindrucksvoll gezeigt, was für ein Volksfest der Frauenfussball sein kann. Wie familientauglich, wie kinderfreundlich die Stadien sein können.

    WEURO 2025
    Drohen dem Frauenfussball nach der EM nun wieder leere Stadien? - keystone

    Dieser Erfolg muss sich jetzt als nachhaltig erweisen. Ich wünsche mir, dass die Fans den Schweizer Frauenfussball etwas mehr zu schätzen gelernt haben. Sonst droht nach dem Fussball-Rausch nun der EM-Kater ...

    Mathias Kainz
    Mathias Kainz ist Sport-Redaktor bei Nau.ch. - Nau.ch

    Kommentare

    User #5390 (nicht angemeldet)

    Chloe Kelly hat nach ihrem Penalty-Treffer der spanischen Torfrau den Stinkefinger gezeigt und gelächelt. Spanier sind sehr erbost darüber. Die Paraden von Hannah Hampton waren sehr gut.

    User #3201 (nicht angemeldet)

    Das nenne ich krasser Seemannsgarn! Ein Knochenbruch muss man relativ schnell mind. ruhig stellen. So wie Bronze gespielt hat, erscheint es mir unmöglich so performen zu können wie sie es getan hat. Die müsste ja wie ein Pferd sediert worden sein. Was sich wiederum auf die Leistungsfähig hätte auswirken müssen. Also come on, es gibt bessere Scherze!

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