Super League: Hier kommt das schonungslose Zeugnis
Bis auf das Barrage-Rückspiel am Donnerstag ist die Saison der Super League in den Büchern. Zeit für ein schonungsloses Zeugnis für die zwölf Clubs!

Das Wichtigste in Kürze
- Meister Thun erhält für sein Meister-Märchen die Höchstnote.
- Die Liga-Schwergewichte werden im Nau.ch-Zeugnis mit tiefen Noten abgestraft.
- Noch offen sind die Abschlussnoten von GC und Cupfinalist FC St.Gallen.
Nach 38 Spieltagen sind im Schweizer Fussball die meisten Entscheidungen gefallen. Nur das Barrage-Rückspiel und der Cupfinal stehen noch auf dem Programm. Zeit für das schonungslose Zeugnis für die Clubs der Super League!
Championship Group
FC Thun

Was will man da noch sagen: Der Aufsteiger schreibt ein Märchen – der Thuner Meistertitel ist ein Fussball-Wunder. Dass es für die Grossen der Super League ein Armutszeugnis ist, ist nicht das Problem der Berner Oberländer.
FC St.Gallen

Unter Häuptling Lukas Görtler überzeugen die Espen in der Super League. Sie müssen sich aber selber fragen: Wäre nicht noch mehr möglich gewesen?
Holen die Espen am Sonntag noch den Cup, steigt die Note auf eine 5,5. Verlieren sie aber gegen Zweitligist Ouchy, gibt das natürlich deutliche Abzüge – und der FC St.Gallen landet noch auf der 4.
FC Lugano

Mit dem miserablen Saisonstart haben sich die Tessiner alle Optionen auf eine noch bessere Platzierung – und damit auf eine noch bessere Note – verscherzt. In einer Saison, in der YB und der FCB schwächeln, müsste der FC Lugano eigentlich ganz oben angreifen. Immerhin wird der FC Lugano für das Festhalten an Trainer Mattia Croci-Torti mit der Europapokal-Quali belohnt.
FC Sion

Die Walliser sind das Team mit den wenigsten Gegentoren. Für einmal herrscht viel Ruhe und Konstanz im Wallis – das zahlt sich aus. Das unterstreicht auch die Vertragsverlängerung mit Trainer Didier Tholot. Das einstige Tollhaus der Liga strebt jetzt Kontinuität an. Chapeau, Barthélémy Constantin und Co.
FC Basel

Wer als Doublesieger mit diesen Möglichkeiten Europa verpasst und im Cup scheitert, hat keine bessere Note verdient. Zudem war der Trainerwechsel von Ludovic Magnin zu Stephan Lichtsteiner bisher ein absoluter Rohrkrepierer.
Nur auf Shaqiri zu hoffen, reicht nicht. Zumal der Captain zuletzt nur wenig spielte. Dieses Problem wird den FCB noch intensiv beschäftigen.
YB

Auch die Berner haben eine sackschwache Saison hinter sich. Punktemässig hat der Trainerwechsel von Giorgio Contini zu Gerardo Seoane nichts gebracht. Immerhin: Für die Berner ist mit 69 Gegentoren klar, wo die Grossbaustelle ist. Und die Fallhöhe der Berner ist nicht ganz so hoch wie die von Doublesieger Basel.
Relegation Group
FC Luzern

Der anständige Endspurt zum Abschied von Trainer Mario Frick mit 13 Punkten aus 5 Spielen ist aller Ehren wert. Aber: Wer die Top 6 verpasst und den möglichen Cupfinal himmeltraurig verschenkt, kann halt nicht nicht genügend sein.
Servette

Wer wird aus den Genfern eigentlich schlau? Die Grenats sind schwierig einzuschätzen. Nach dem Abgang von René Weiler haben sie lange gebraucht, um wieder in die Spur zu finden. Der Endspurt mit acht Spielen ohne Niederlage ist beachtlich. Aber in der Summe ist das ganz sicher ungenügend.
Lausanne-Sport

Die Waadtländer haben eine Achterbahn-Saison hinter sich. Kantersiege gegen YB und Basel und starke Auftritte in Europa (Siege über Besiktas und Florenz) wechseln sich mit unerklärlichen Leistungsausfällen ab. Die Krönung: Die Niederlage gegen die U21 von GC.
FC Zürich

Eine chaotische Saison für den FC Zürich, bei der neben dem Platz mehr läuft als darauf. Gegen Ende der Saison schmuggelt sich das «Flickwerk-FCZ» noch aus der Affäre. Grund zum Optimismus: Mit Marcel Koller kann es nur besser werden.
GC

Der Barrage-Hattrick ist das Ergebnis einer weiteren himmeltraurigen Saison der Hoppers. Erneut gibt es viele Turbulenzen rund um den Club. Sollte GC am Donnerstag absteigen, fällt die Note natürlich auf 1. Dann hätte man von A bis Z alles falsch gemacht.
FC Winterthur 1,5

100 Gegentore und der direkte Abstieg – aber trotzdem gibt es keine Note 1 für den FC Winterthur. Der FCW ist der sympathischste Absteiger der Super-League-Geschichte. Und unter Patrick Rahmen hielt man die Hoffnungen auf die Barrage noch überraschend lange am Leben.












