Fernwärmeausbau bringt mehr Grün in die Quartiere
Bern nutzt das Aufbrechen der Strassen für den Klimaschutz: Bis 2035 werden etappenweise Grünflächen geschaffen und der Fuss- sowie Veloverkehr gestärkt.

Anfang Juni beginnen an der Obermattstrasse in Bümpliz die Bauarbeiten zur Aufwertung des Strassenraums im Zuge des Fernwärmeausbaus von Energie Wasser Bern (ewb), teilt die Stadt Bern mit. Bis 2035 werden etappiert über die ganze Stadt verteilt Massnahmen zur Verbesserung des Stadtklimas, der Aufenthaltsqualität und der Verkehrssicherheit umgesetzt. Die Stimmberechtigten haben dazu 2023 einen Rahmenkredit von rund 48 Millionen Franken genehmigt.
Seit 2020 baut ewb das Fernwärmenetz im Westen von Bern, in der Länggasse, in der Tiefenau und am Eigerplatz aus. Bis 2035 sollen rund 36 Kilometer Hauptleitungen in die Strassen der Stadt Bern verlegt werden; zusammen mit dem Feinverteilnetz wird die gesamte Leitungslänge für die Fernwärme rund 50 Kilometer betragen.
Entsiegelung und Baumpflanzungen für das Stadtklima
Weil dafür die Strassen aufgebrochen werden, nutzt die Stadt Bern als Eigentümerin des öffentlichen Raums Synergien, um über 50 Strassenabschnitte aufzuwerten.
Die geplanten Massnahmen umfassen Entsiegelungen, neue Grünflächen und Baumpflanzungen zur Verbesserung des Stadtklimas, zusätzliche Sitzgelegenheiten sowie Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr.
Auch hindernisfreie Bushaltestellen werden realisiert. Bei allen Projekten fliessen die Anliegen der Bevölkerung und der Quartierorganisationen unter Berücksichtigung der Platzverhältnisse und der verfügbaren finanziellen Mittel ein.
Baustart der ersten Teilprojekte steht bevor
Mit ihrer Zustimmung zum Rahmenkredit in der Höhe von rund 48 Millionen Franken haben die Stadtberner Stimmberechtigten 2023 dem Gemeinderat die Kompetenz erteilt, einzelne Objektkredite aus dem Rahmenkredit auszulösen. Der Gemeinderat hat nun für die ersten drei Teilprojekte eine Kredittranche von 3,1 Millionen Franken bewilligt.
Die drei Bauprojekte liegen vor, das Teilprojekt Obermattstrasse (mit dem Seitenast kleine Statthalterstrasse) ist bewilligt. Am 8. Juni 2026 starten die Bauarbeiten, welche voraussichtlich bis Ende August 2026 dauern. Zur Aufwertung des Strassenraums werden bestehende Parkplätze entsiegelt und neue Grünflächen geschaffen.
Zudem wird der Aussenraum am östlichen Ende der Obermattstrasse mit einer Platzgestaltung nachhaltig aufgewertet, und es werden Aufenthaltsmöglichkeiten geschaffen.
Neugestaltung der Fellerstrasse mit mehr Grün
Beim Teilprojekt Eigerplatz Ost wird der Philosophenweg aufgewertet, es entstehen neue Grünflächen und die Sulgenbachstrasse wird verkehrsberuhigt – die Strasse wird im nördlichen Abschnitt für den motorisierten Durchgangsverkehr dauerhaft gesperrt, während Veloverkehr und Zufahrten für Anwohnende weiterhin möglich bleiben.
Auch an der Fellerstrasse wird der Strassenraum neugestaltet. Geplant sind zusätzliche Bäume, entsiegelte Flächen, die hindernisfreie Sanierung der Bushaltestelle Fellerstrasse sowie sichere und hindernisfreie Querungen.
Durch punktuelle Einengungen und angepasste Kurvenradien soll zudem die Verkehrssicherheit verbessert werden. Die Arbeiten rund um den Eigerplatz und an der Fellerstrasse starten voraussichtlich im Frühling 2027.
Weitere etappierte Aufwertungen bis 2035
Parallel zur Umsetzung dieser drei Bauprojekte werden in der ersten Etappe weitere Bauvorhaben für jene Gebiete geplant, wo die Fernwärmeleitungen bereits bis Ende 2025 in Betrieb genommen wurden (Stöckacker, Länggasse, Kleefeld, Holligen Nord).
Bis 2035 folgen zwei weitere Bauetappen: Zunächst werden jene Gebiete und Strassenzüge aufgewertet, in denen die Fernwärmeleitungen zwischen 2026 und 2028 realisiert werden. Danach folgen jene Abschnitte des Fernwärmenetzes, welche zwischen 2029 und 2035 in Betrieb genommen werden.






