FC Basel: Gefühlt schlechter als Horrorsaison 2023/24
Die Fans des FC Basel können womöglich nicht schnell genug ihren Fokus auf Nati und WM richten. Kaum Gutes aus der abgelaufenen FCB-Saison bleibt in Erinnerung.

Das Wichtigste in Kürze
- Der FC Basel verabschiedet sich aus der Saison 2025/26 mit einer 0:4-Pleite in Lugano.
- Am Ende steht der Ex-Doublesieger vom Rheinknie komplett mit leeren Händen da.
- Die Zukunft ist derweil ungewiss – noch mehr als vor zwei Jahren.
Am SRF-Mikrofon nach der Partie in Lugano wurde FCB-Trainer Stephan Lichtsteiner gefragt, ob der Auftritt im Tessin «in die Hose gegangen» sei. «Die Saison ist in die Hose gegangen», erwiderte daraufhin der Luzerner.

Tatsächlich ist diesem Attest wenig entgegenzusetzen. Als amtierender Double-Sieger setzte sich Rotblau klar das Ziel, den Erfolg aus der Vorsaison zu wiederholen. Darüber hinaus wollte man international für Furore sorgen.
FC Basel: Kein einziges Ziel erreicht
Nach der verpassten Qualifikation für die Champions League sollte zumindest in der Europa League die Liga-Phase überstanden werden.
Am Ende bleibt zu resümieren: Weder das eine – national – noch das andere – international – konnte der FC Basel erreichen. Die Ansprüche mussten so sehr heruntergeschraubt werden, dass es in der Championship Group nur noch um die Qualifikation für den europäischen Wettbewerb ging.

Auch dies sollte in der Endabrechnung nicht sein, obwohl voraussichtlich ein Drittel der Super League kommende Saison international spielt.
Das einzige Mini-Trostpflaster, das dem Basler Anhang bleibt, ist die Tatsache, immerhin noch vor Rivale YB geblieben zu sein. Ansonsten gibt die Tabelle aus Sicht des FC Basel eigentlich nichts Positives her.
Vor zwei Jahren gab es wenigstens einen Aufwärtstrend
Im Vergleich zur Horror-Saison 2023/24 holt der FCB heuer sieben Punkte mehr. Der Fairness halber sei ebenso erwähnt, dass die Basler damals in der Relegation Group zum Saisonende nicht auf die Top-Teams trafen. Trotzdem stellt sich die Frage: Steht der FC Basel jetzt besser da als damals?
Rückblick: Ende Oktober 2023 belegt der Club vom Rheinknie mit fünf Pünktchen den letzten Platz in der Super League. Akut abstiegsbedroht übernimmt Fabio Celestini die Basler. Von da an arbeitet sich das Team jedoch sukzessive nach oben – Platz 8 wird es am Ende.

Der Romand impfte dem Team wieder Demut ein, betonte diesen Aspekt immer wieder. Ohne überschwängliche Erwartungen ging man in die Folgesaison, welche dann auch mit einem Knaller Fahrt aufnahm: Die Rückkehr von Xherdan Shaqiri – der wohl grösste Coup des scheidenden Sportdirektors Daniel Stucki.
Die ganze Spielzeit mischt der FC Basel dann in einem zunächst dürftig anmutenden Meisterrennen mit. Ab Ende März legt Rotblau eine 8-Spiele–Siegesserie hin, die den FCB unangefochten zum ersten Meistertitel seit 2017 trägt.
Heute ist die Basler Zukunft geprägt von Unklarheit. Wer der neue Sportchef wird, ist weiter nicht bekannt. Ebenso dürfte es wieder mehrere Abgänge geben.
Leistungsträger wie Bénie Traoré und Metinho könnten den Verein verlassen. Auch die Torhüter-Position muss nach dem Rücktritt von Marwin Hitz neu besetzt werden.
Was den Baslern in dieser Spielzeit fehlte, war vor allem ein Knipser. Ein solcher stösst mit Andrin Hunziker schon bald wieder zum Team von Stephan Lichtsteiner hinzu. Die Leihe in Winterthur geht zu Ende.
11 Mal traf das Basler Eigengewächs in der Super League für Winterthur. Und das als Teil der harmlosesten Offensive der ganzen Liga.
Die FCB-Mittelstürmer Albian Ajeti (4) und Moritz Broschinski (1) überflügelt Hunziker damit locker. Der nächste Schritt für den 23-Jährigen, auch am Rheinknie zum Goalgetter zu werden, ist möglich, aber keinesfalls garantiert.
Wie gut ist Stephan Lichtsteiner?
Zu guter Letzt ist in Basel auch der Trainer ein Fragezeichen. Zwar hat Club-Boss David Degen klargestellt, dass dieser Stephan Lichtsteiner heisst.

Doch aufgrund der schwierigen Umstände, unter welchen der Ex-Nati-Captain die Mannschaft von Ludovic Magnin übernahm, ist es nur bedingt möglich, Lichtsteiner ein stichhaltiges Zeugnis auszustellen.
Lediglich der Punkteschnitt (1,18 in der Liga) lässt nichts Gutes verheissen. Auch hier ist der Wert aus der Saison 2023/24 mit Fabio Celestinis 1,63 Punkten pro Super-League-Spiel deutlich besser.












