Trotz dem FCZ-Aus im Cup stärkt Ancillo Canepa seinem Trainer den Rücken. Und in Luzern sorgt ein Berater-Zoff für viel Wirbel. Willkommen beim Fussball-Talk.
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FCZ-Präsident Ancillo Canepa (links) stärkt Trainer Franco Foda weiter den Rücken. Das verstehen nicht alle. - Keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Wie lange hält FCZ-Präsi Ancillo Canepa noch an Franco Foda fest?
  • Weiss man beim FC Luzern, wer der wirkliche Club-Boss ist?
  • Christoph Böhlen, stv. Sportchef und Fussball-Chefreporter Mischi Wettstein im Gespräch.

Nau.ch: Mit Meister FCZ fliegt nur ein Team aus der Super League an diesem Wochenende aus dem Cup. Wars das endgültig für FCZ-Trainer Franco Foda?

Mischi Wettstein: Die sportlichen Fakten sind bekannt: Foda hat aus acht Spielen in der Liga zwei Pünktchen geholt, in der Europa League beide Gruppenspiele verloren. Und ist jetzt auch im Cup ausgeschieden. Man kann es auch so sagen: Die FCZ-Saison ist bereits im September verpfuscht.

Christoph Böhlen: Ja. Es ist sehr schwierig, für Franco Foda gute Argumente zu finden.

Nau.ch: Rechnet Ihr damit, dass FCZ-Präsident Ancillo Canepa jetzt die Reissleine zieht?

Mischi Wettstein: Ich schätze «Cillo» sehr, bin aber in der Trainer-Frage anderer Meinung als er. Franco Foda ist als FCZ-Coach ein Fehlgriff. Das kann passieren – aber solche Umstände kann man auch korrigieren. Aber wenn man sich seinen Lapsus nicht eingestehen will, trötzelt man halt noch eine Zeit lang, bis man dann doch zum gleichen Schluss kommt wie die meisten Beobachter: Foda passt nicht zum FCZ.

Sollte sich der FCZ von Trainer Franco Foda trennen?

Nau.ch: Was wirfst Du ihm genau vor?

Mischi Wettstein: Meistertrainer André Breitenreiter hat alle Spieler besser gemacht. Von seinem Nachfolger kann man bisher das Gegenteil behaupten. Das erklärt auch die vielen individuellen Fehler, für die «Cillo» den Trainer beim SRF-Interview aus der Verantwortung nimmt. Die Resultate sprechen aber eine andere Sprache – und für die ist nun mal Franco Foda als Trainer verantwortlich.

Christoph Böhlen: So wie der FCZ-Präsident nach der Cup-Pleite spricht, wird er wohl noch ein Weilchen an Franco Foda festhalten. Zumindest bis zu langen WM-Winterpause. Der letzte Trainer, den Ancillo Canepa in einer laufenden Saison gefeuert hat, war übrigens Ludovic Magnin. «Ludo» dürfte der Sieg gestern runtergegangen sein wie Öl.

Mischi Wettstein
Fussball-Chefreporter Mischi Wettstein. - Nau.ch

Nau.ch: Mischi, am Freitag hast Du auf Nau.ch den Berater-Zoff beim FC Luzern aufgedeckt. Wie dünn ist die Luft für Sportchef Remo Meyer denn jetzt wirklich?

Mischi Wettstein: Wie man sich bettet, so liegt man, heisst es. Und ich glaube, dass Remo Meyer derzeit sehr ungemütlich liegt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Club-Boss Bernhard Alpstaeg noch genügend Vertrauen in seinen Sportchef hat.

Nau.ch: Also sind seine Tage beim FCL gezählt?

Mischi Wettstein: Müsste ich wetten, würde ich nur eine kleine Summe darauf setzen, dass Meyer Ende Jahr noch im Amt ist. Ich glaube, nicht alle Angestellten des Vereins sind sich bewusst, wer der Club-Boss ist...

FC Luzern
Remo Meyer weht in Luzern ein harter Wind entgegen. Wie lange ist er noch im Amt? - Keystone

Nau.ch: Themawechsel. Fussballerisch stehen die nächsten Wochen im Zeichen der Nations League. Hat euch Murat Yakin mit der Nomination von Fabian Frei überrascht?

Mischi Wettstein: Dass Fabian Frei im Aufgebot steht, war für mich völlig klar. Das konnte man übrigens auf Nau.ch schon vor der Bekanntgabe des Aufgebots lesen.

Christoph Böhlen: Nati-Trainer Yakin schenkt Fabian Frei das Vertrauen und wurde dafür belohnt. Dass er jetzt an ihm festhält, ist nachvollziehbar. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der FCB-Captain zu viel Einsatzzeit kommen wird. Da hat es wichtigere Spieler wie zum Beispiel Denis Zakaria, die dringend Spielpraxis brauchen.

Nau.ch: In der Nations League trifft die Nati auf Spanien und Tschechien. Wie ordnet ihr den sportlichen Stellenwert dieser Partien ein?

Mischi Wettstein: Diese Spiele sind wichtig. Wer an die WM will, muss sich jetzt beweisen und sich das Ticket nach Katar verdienen. Denn: Beim nächsten Zusammenzug im November hat die «Mission Katar» bereits begonnen!

Christoph Böhlen: Murat Yakin will in der A-Gruppe der Nations League bleiben – und dafür braucht es zwei gute Auftritte. Die Spieler dürften hochmotiviert sein. Schliesslich sind es zwei attraktive Gegner und jeder will sich für die WM aufdrängen. Ich rechne mit zwei guten Leistungen und sogar einem Exploit gegen die Spanier.

Christoph Böhlen
Christoph Böhlen ist Sportchef bei Nau.ch. - Nau.ch

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