WM 2022: Menschenrechtler prangern «Ausbeutung» in Katar an

    DPA
    DPA

    Qatar,

    Am Donnerstag tagt in Doha der FIFA-Kongress, am Freitag werden die Gruppen für die WM 2022 ausgelost. Die Kritik am Ausrichter reisst zuvor nicht ab.

    WM 2022
    Ausländische Bauarbeiter auf einer Baustelle in Katar. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • In rund acht Monaten beginnt in Katar die Fussball-WM 2022.
    • Menschenrechtsorganisationen prangern «Ausbeutung» im Gastgeberland an.

    Wenige Tage vor der Hochglanzauslosung der FIFA in Doha stellen Menschenrechtsorganisationen dem WM-Gastgeber Katar ein desolates Zeugnis aus.

    Keine acht Monate vor dem Anpfiff der Endrunde (21. November bis 18. Dezember) sieht Human Rights Watch (HRW) auch den Fussball-Weltverband mitverantwortlich.

    Amnesty International urteilt in seinem Jahresbericht, dass Arbeitsmigranten in 2021 trotz staatlicher Reformen «weiterhin von Ausbeutung betroffen» seien.

    Was wird Katar vorgeworfen?

    Der Gastgeber der WM 2022 steht praktisch seit der fragwürdigen Vergabe Ende 2010 wegen der Menschenrechtslage und der Bedingungen für ausländische Arbeiter in der Kritik. Im Mittelpunkt stand und steht das sogenannte Kafala-System, das Arbeitnehmern aus dem Ausland praktisch alle Rechte nimmt.

    Laut der Zeitung «Guardian» sind seit der Vergabe mehr als 6500 Arbeiter aus Südostasien gestorben.

    Amnesty zufolge schränkten die Behörden das Recht auf Meinungsfreiheit vor der WM «noch stärker ein». Frauen sowie lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LGBTI+) seien zudem «sowohl durch Gesetze als auch im täglichen Leben weiterhin diskriminiert» worden.

    Wie argumentiert Katar?

    Die Regierung des Emirats verweist immer wieder auf zahlreiche Reformen - insbesondere für die Arbeitnehmerrechte. Im Gegensatz zu anderen Ländern der Region ist das Kafala-System in Katar offiziell abgeschafft. Verstösse gegen die neuen Gesetze würden rigoros verfolgt, heisst es aus dem Emirat, das Fehler eingesteht und Geduld einfordert.

    Mit Bezug auf die gestorbenen Arbeiter argumentiert Katar, die Sterberate liege angesichts von mehr als 1,4 Millionen Menschen aus der Region im Land im zu erwartenden Bereich.

    Welche Position nimmt FIFA zur WM 2022 ein?

    FIFA-Präsident Gianni Infantino hat inzwischen einen Wohnsitz im Gastgeberland der WM 2022, dies hatte der Weltverband bereits im vergangenen Jahr angekündigt.

    Der Schweizer, der Arabisch spricht, verweist auf die grosse Kraft des Fussballs, Veränderungen herbeizuführen.Ohne die WM, so die Argumentation, würde nie von anderen Ländern mit dieser Sorgfalt auf die Menschenrechtslage in Katar geschaut werden.

    Infantino dürfte den Kongress am Donnerstag (10.00 Uhr MESZ) sowie die Auslosung am Freitag (18.00 Uhr) für weitere Werbung nutzen.

    Grossen Diskussionsstoff birgt die Kongress-Tagesordnung dieses Mal nicht, der Streit um eine Verkürzung des WM-Rhythmus auf zwei statt vier Jahre wird nicht offiziell aufgeführt und könnte erst wieder im Sommer offiziell auf die Agenda rücken.

    Mehr zum Thema:

    Weiterlesen

    rosenwasser
    428 Interaktionen
    «Wollten Rosenwasser»
    leu
    685 Interaktionen
    «Schämt euch»

    MEHR IN SPORT

    Kimi Antonelli Mexiko Weltmeister
    Max gewinnt
    Premier League
    1 Interaktionen
    Premier League
    FC Basel Omlin Lugano
    18 Interaktionen
    1:2 in Lugano
    FC Thun
    4 Interaktionen
    Mega-Wende

    MEHR AUS QATAR

    1 Interaktionen
    Doha
    Formel 1 Nahost Iran-Krieg
    10 Interaktionen
    Trotz Iran-Krieg
    2 Interaktionen
    Doha/Islamabad
    16 Interaktionen
    Doha