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    «Wichtig» für die EM: Löws Stadion-Comeback im Lockdown

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    Deutschland,

    Joachim Löw hat in der Pandemie lange bewusst auf den Besuch von Geisterspielen verzichtet. Das wurde dem Bundestrainer im Zuge des Spanien-Debakels sogar vorgeworfen. Im EM-Jahr ist die Beobachtung vor Ort aber wieder ein wichtiger Baustein für den Turniererfolg.

    Beendet seine Bundesliga-Stadion-Pause: Bundestrainer Joachim Löw. Foto: Patrick Seeger/dpa
    Beendet seine Bundesliga-Stadion-Pause: Bundestrainer Joachim Löw. Foto: Patrick Seeger/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Joachim Löw geht wieder in Bundesligastadien.

    Nach einer monatelangen Zurückhaltung in der Corona-Pandemie wird der Bundestrainer die Spielbeobachtung und vor allem die Sichtung seiner potenziellen EM-Kandidaten wieder verstärkt vor Ort durchführen.

    Löw wollte schon am Freitagabend zum Rückrundenstart beim Borussen-Duell zwischen Mönchengladbach und Dortmund auf der Tribüne des Borussia-Parks sitzen. Beide Teams stellen etliche Nationalspieler.

    Der Bundestrainer hält sein Stadion-Comeback für «wichtig» mit Blick auf die Ende März anstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen Island, Rumänien und Nordmazedonien. Diese beenden die lange Winterpause der Fussball-Nationalmannschaft nach dem 0:6-Desaster in Spanien Mitte November.

    Neben den TV-Bildern will Löw «nun auch zusätzlich wieder die persönlichen Eindrücke in unsere Studien einfliessen lassen.» Der Tribünensitz bietet eine ganz andere Perspektive als das Fernsehbild. Hier lassen sich einzelne Spieler ganz anders beobachten, weil die TV-Kameras stets auf die Aktionen rund um den Ball fixiert sind.

    Auch Löws Assistenten werden wieder in den Stadien sitzen. Das gilt ebenso für U21-Auswahlcoach Stefan Kuntz, der mit den DFB-Junioren in diesem Jahr die EM-Endrunde und das olympische Turnier bestreiten soll. Die DFB-Trainer und auch Löw werden sich im Vorfeld der Stadionbesuche Corona-Testungen unterziehen, wie der DFB betonte.

    «Selbstverständlich sind wir uns der sehr ernsten Corona-Situation absolut bewusst, und ich versichere, dass wir uns - wie bislang ohnehin im Kreis der Nationalmannschaft praktiziert - verantwortungsvoll, akribisch und mit grösster Sorgfalt an sämtliche Hygienevorgaben und behördlichen Regeln halten werden», äusserte Löw. «Die Gesundheit aller hat natürlich auch für uns höchste Priorität.»

    Gerade Löw hatte sich in der Corona-Krise persönlich eine strikte Zurückhaltung bei Stadionbesuchen auferlegt. Diese wurde ihm im Zuge des Spanien-Debakels und der anschliessenden Debatte über seine Weiterbeschäftigung als Bundestrainer sogar vorgeworfen. Löw wehrte sich damals in einer Pressekonferenz vehement. «Wir würden am liebsten zu Fuss in jedes Fussballstadion laufen», sagte der 60-Jährige.

    Eine Ausnahme machte er nur für den Besuch des Pokalendspiels zwischen dem FC Bayern München und Bayer Leverkusen Anfang Juli in Berlin. «Gerade Jogi Löw ist im vergangenen Jahr unglaublich sorgsam und extrem verantwortungsvoll mit der schwierigen Gesamtsituation umgegangen, hat Rücksicht genommen auf Interessen von unterschiedlichen Seiten und viele Kompromisse in Kauf genommen», sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff zu Löws Stadion-Comeback.

    Wenige Monate vor EM-Beginn sei es «jedoch Zeit, dass er und seine Trainer sich live Eindrücke» holten, begründete Bierhoff. Die ersten drei Länderspiele des Jahres Ende März sind Löws einzige und zugleich letzte Sichtungsmöglichkeit vor der Nominierung des vorläufigen EM-Kaders im Mai.

    Bei den Geisterspielen ohne Zuschauer erhalten aktuell nur wenige Personen Zugang zu den Stadien. Der DFB warb nun für seine Trainer bei der Deutschen Fussball Liga (DFL). Diese habe die Vereine gebeten, bei den vorhandenen Kontingenten Löw und Co. einen Besuch der Spiele zu ermöglichen. «Wir wollen den deutschen Fussball in diesem wichtigen Turnierjahr international wieder gut repräsentieren, das geht nur im Schulterschluss von DFB, Liga und Clubs», äusserte Bierhoff. Die Spielbeobachtungen würden nur einzeln stattfinden, die Reise erfolge zum Gesundheitsschutz individuell. Löw taucht nun wieder öfter auf.

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