Der Coach des englischen Meisters Manchester City und früherer Bayern-Trainer Pep Guardiola hat 2012 eine spanische Steueramnestie genutzt, um ein geheimes Bankkonto in Andorra zu legalisieren. Das bestätigte der Steuerberater Guardiolas, Lluis Orobitg, am Montag der Nachrichtenagentur DPA. Dieses Konto wird auch in den am Vortag veröffentlichten brisanten «Pandora Papers» erwähnt.
Trainer Pep Guardiola blickt in die Kamera.
Trainer Pep Guardiola blickt in die Kamera. - afp

Das Wichtigste in Kürze

  • Die mehr als 11,9 Millionen Dokumente aus Datenlecks geben einen Einblick, wie Politiker aus fast 100 Ländern und andere bekannte Persönlichkeiten nach Angaben eines internationalen Konsortiums investigativer Journalisten Vermögen «mithilfe von intransparenten Trusts, Stiftungen und Briefkastenfirmen» angelegt haben, berichteten die «Süddeutsche Zeitung» sowie der NDR und der WDR.

Guardiola habe auf dem Konto in Andorra ein Guthaben von fast einer halben Million Euro gehabt, als er von der Steueramnestie 2012 Gebrauch machte, berichtete die spanische Zeitung «El País», eine der Medien, die die Pandora-Papiere auswertete. Guardiolas Name tauche in Dokumenten aus der Anwaltssozietät Alemán, Cordero, Galindo & Lee in Panama als Bevollmächtigter des 2007 gegründeten Unternehmens Repox in Panama auf, schrieb die Zeitung weiter. Orobitg betonte, Repox habe nur dazu gedient, die Identität des tatsächlichen Inhabers des Kontos in Andorra, eben Guardiola, geheim zu halten.

Eine Briefkastenfirma ist per se nicht illegal. Entscheidend ist, mit welchem Antrieb Geld in Steueroasen geparkt wird. Wer dem heimischen Finanzamt damit Vermögen verschweigt, oder Geld aus kriminellen Geschäften wäscht, macht sich strafbar.

Orobitg betonte in einer Email an dpa weiter, auf das Konto in Andorra seien nur Guardiolas Einkünfte als Spieler des katarischen Clubs Al-Ahli geflossen, wo Guardiola von 2003 bis 2005 unter Vertrag stand. Nach Angaben von «El País» begründete Orobitg die Eröffnung des Kontos damit, dass Guardiola keine Meldebescheinigung für Katar habe bekommen können. Deshalb habe das Risiko bestanden, dass der spanische Fiskus ihm Steuerprivilegien als im Ausland lebender Bürger verweigert hätte.

2012 habe Guardiola dann im Zuge der Steueramnestie das Bankkonto dem spanischen Fiskus gemeldet, eine Nachzahlung geleistet und die Gesellschaft in Panama aufgelöst, betonte Orobitg. Dies sei eine Bedingung der Amnestie gewesen. Guardiola habe derzeit weder in Spanien noch in Deutschland oder Grossbritannien offene Steuerfragen.

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