SRF-Redaktor: So verriet sich Patrick Fischer!
Recherchen des SRF führen zur vorzeitigen Entlassung von Eishockey-Nati-Trainer Patrick Fischer. Nun wird klar, wie sich der Coach selbst verriet.
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Das Wichtigste in Kürze
- Patrick Fischer verplapperte seine Covid-Fälschung bei einem TV-Dreh ungefragt.
- Beim Gespräch mit einem SRF-Journalisten war auch der Medienchef des Hockeyverbands dabei.
- Das SRF entschied sich in der Folge, mit der Information an die Öffentlichkeit zu gehen.
Nach dem grossen Aufschrei und Druck ändert der Schweizerische Eishockeyverband seine Position: Am Mittwochabend stellt er Nati-Trainer Patrick Fischer – den erfolgreichsten der Geschichte – vorzeitig frei.
Grund ist der Skandal um sein gefälschtes Covid-Zertifikat. Mit diesem war der heute 50-Jährige 2022 an die Olympischen Spiele in China gereist.
Die Urkundenfälschung des Zentralschweizers kam am Montag ans Licht. Fischer ging damit selbst an die Öffentlichkeit, um einem Bericht des SRF zuvorzukommen.

Der Sender verrät nun, wie Patrick Fischer selbst die Recherchen ins Rollen brachte.
Patrick Fischer verriet Fälschung «ungefragt»
Vor rund einem Monat sei es im Vorfeld der Heim-WM im Mai vonseiten des SRF zu Dreharbeiten mit dem nun ehemaligen Nati-Coach gekommen. Das erzählt SRF-Redaktor Pascal Schmitz in der Sendung «10 vor 10».
Schmitz: «Patrick Fischer war und ist unkonventionell in seinem Privatleben und auch in seinem Dasein als Sportler und als Trainer. Rituale und Spiritualität spielten für ihn eine sehr grosse Rolle – und sie spielen sie natürlich noch immer. Wir wollten dies in diesem Porträt zeigen.»

Beim Mittagessen kam es dann zu einem Gespräch zwischen dem SRF-Journalisten und Fischer: «Auch der Medienchef des Schweizerischen Hockeyverbands und ein SRF-Kollege von mir, der das Porträt gedreht hat, waren dabei. Und dort erzählte mir Fischer von diesem Covid-Zertifikat, das er gefälscht bestellt hat – ungefragt.»
Als Journalist habe er sich gefragt, so Schmitz, wie er mit dieser Information umgehen wolle. «Einfach vergessen oder muss man nicht seiner Aufgabe nachgehen – und wir haben uns für Letzteres entschieden.»
Druck der Sponsoren nahm zu
In der Folge habe man bei der Staatsanwaltschaft Luzern den Strafbefehl eingefordert «und überwiegendes öffentliches Interesse geltend gemacht». Später wurde Patrick Fischer damit konfrontiert – der Rest ist Geschichte.

Gemäss Schmitz nahm der Druck auf den Verband in den letzten Tagen auch von Sponsorenseite zu.
Schmitz: «Es gibt sechs grosse Sponsoren des Verbands; wir haben sie am Mittwoch kontaktiert. Die Hälfte wollte sich nicht äussern. Ford hingegen hat unter anderen Stellung genommen und das Vorgehen als ‹inakzeptabel› bezeichnet.»
Zudem kündete der internationale Eishockeyverband IIHF eine Untersuchung an. Patrick Fischer hätte dadurch gesperrt werden können.












