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SC Bern – Michel Zwahlen: «Die Playoffs kennen andere Gesetze»

Pierre Benoit
Pierre Benoit

Bern,

Michel Zwahlen ist seit dieser Saison Headcoach der SCB Frauen. Nun steht er mit seinem Team vor dem Playoff-Start.

Michel Zwahlen
Michel Zwahlen, Headcoach der SCB Frauen. - Daniel Zaugg

Nach vier Niederlagen in der Qualifikation gegen den EV Zug stiegen die SCB Frauen vor Jahresfrist in die Best-of-five-Finalserie gegen den gleichen Gegner. Wer sollte schon die übermächtigen EVZ-Frauen stoppen können, fragte man sich. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Dreimal fegten die Bernerinnen im Playoff-Final die Frauen des EVZ vom Eis und feierten überlegen und hochverdient den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Jetzt könnte es, so sich denn die beiden Teams für die Finalserie qualifizieren, erneut zum Duell der grossen Rivalen kommen.

SC Bern Frauen
Letzte Saison holten die Frauen des SC Bern den Meistertitel. - keystone

Noch müssen Bernerinnen und Zugerinnen den Halbfinal überstehen, doch daran zweifelt bei der Qualität des Kaders der beiden Spitzenteams niemand.

«In den Playoffs gibt es andere Gesetze», sagt Michel Zwahlen, seit dieser Saison Headcoach der SCB Frauen und Nachfolger seines Vaters Thomas, der nach der Meistersaison weitergezogen ist und jetzt bei den Fribourg-Gottéron Ladies an der Bande steht.

SCB Frauen
Michel Zwahlen übernahm von Thomas Zwahlen das Amt als Coach bei den Frauen des SC Bern. - Neel Nowotny

Die Duelle Sohn gegen Vater hatten es in dieser Saison in sich. Beide Heimspiele in der PostFinance Arena gewannen die SCB Frauen klar (4:1 und 7:1) – auswärts setzte es aber zwei ebenso unglückliche wie unerwartete Niederlagen ab.

«Wir haben bisher in der Regular Season unter unserem Wert gespielt, doch wir mussten uns in der neuen Zusammensetzung zuerst finden. Jetzt zeigt die Tendenz ganz klar nach oben, die letzte Niederlage gegen die HC Ambrì-Piotta Women ist kein Gradmesser, weil wir da bereits wussten, dass wir die Qualifikation auf Rang 2 abschliessen werden», sagt Michel Zwahlen.

«Wir haben im Lauf der Saison einen Steigerungslauf hingelegt, uns laufend verbessert, was mich im Hinblick auf die Playoffs zuversichtlich stimmt.»

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Ein Team aus dem Trio, der zuerst im Play-in engagierten Equipen von Ambrì-Piotta, Gottéron oder ZSC Lions wird der Gegner sein, dann kommt es im Final, läuft alles nach Papierform, zum Showdown mit dem EVZ Frauen.

Immerhin gewannen die Bernerinnen im Gegensatz zum Vorjahr eine der vier Begegnungen gegen die EVZ Frauen (2:1 nach Verlängerung).

Neue Leaderinnen

Mit Stefanie Wetli (von Davos) und Sinja Leemann (vom ZSC) stiessen zu Beginn dieser Saison zwei absolute Spitzenspielerinnen zum SCB. Auch für sie galt es, sich zuerst in der neuen Umgebung zurechtzufinden.

«Ich bin mit ihnen zufrieden, beide arbeiten hart und geben das Beste, um Erfolg zu haben», sagt Michel Zwahlen.

«Wir sind gekommen, um das Double zu feiern», erklärten Wetli und Leemann im Gespräch mit dem BärnerBär vor Saisonbeginn unisono. Nun, daraus wird nichts, denn im Cup ist der SCB gegen die ZSC Lions bereits ausgeschieden, doch in der Meisterschaft wollen es die beiden besser machen.

«Zufrieden, aber …»

Mit dem bisherigen Meisterschaftsverlauf ist Michel Zwahlen zufrieden, doch ganz überzeugend tönt diese Aussage nicht. «Am Anfang fehlte uns die Konstanz, doch es war erfreulich zu sehen, dass die Spielerinnen auf Rückschläge stets prompt und gut reagiert haben.»

Michel Zwahlen
«In den Playoffs gibt es andere Gesetze», sagt Michel Zwahlen. - Daniel Zaugg

Im Hinblick auf die am 6. März beginnenden Halbfinal-Playoffs will der neue Headcoach nichts unversucht lassen, um den Vorjahreserfolg, den er als Assistent seines Vaters hautnah miterlebte, zu wiederholen. An einem geheimen Ort – «wir wollen ungestört unter uns bleiben» – trifft sich das ganze Team samt Staff zu einem Teamevent.

Wenn Michel Zwahlen mit den an den Olympischen Spielen eingesetzten Akteurinnen die Partien analysiert hat, geht es vor dem ersten Playoff-Halbfinal zum Teamevent. «Die Spielerinnen sind sehr wissbegierig. Sie wollen von mir erfahren, was sie in Mailand anders oder besser hätten machen können», sagt Michel Zwahlen.

Selbst ein talentierter Spieler

Bevor Michel Zwahlen die Trainerlaufbahn einschlug, war er selbst ein talentierter Spieler. Als SCB-Junior feierte er mit dem Elit-Team (unter anderem mit Roman Josi und den Gebrüdern Alain und Pascal Berger in der Mannschaft) den Schweizermeister-Titel, auch mit dem HC Düdingen Bulls, wo er auf der Liste der verdienstvollen Spieler genannt wird, feierte er in der 1. Liga den Titel.

Seither ist Zwahlen – nicht ohne Erfolg – als Trainer tätig und willens und voller Zuversicht, seinem Erfolgs-Palmarès demnächst einen weiteren Titel beizufügen.

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