EHC Thun unterliegt in hitziger Partie Franches-Montagnes
Von Rang fünf aus geht der EHC Thun in den Endspurt der Regular Season. Die Chancen stehen gut, sich zum fünften Mal in Serie für die Playoffs zu qualifizieren.

Das Wichtigste in Kürze
- Trotz Thuner Übermacht im Startdrittel gehen die Gäste in Führung.
- Im Mitteldrittel gleicht der EHC Thun durch Leni Michellod aus.
- Colin Loeffel entscheidet die hitzige Partie zugunsten von Franches-Montagnes.
Zum Auftakt in den Quali-Endspurt hatte der EHC Thun am Mittwoch ein dickes Brett zu bohren: Zu Gast war der drittplatzierte HC Franches-Montagnes aus dem Jura.
Obschon Franches-Montagnes «nur» sieben Punkte Vorsprung auf die Thuner hatte, waren sie Favorit. Die Jurassier stellen mit 105 erzielten Toren die beste Offensive der Liga. Mit nur 49 Gegentoren sind die Freiberger zudem das defensiv stabilste Team der MyHockey League.
Michellod feiert Comeback
Ins Line-up des EHC Thun kehrte nach zweimonatiger Verletzungspause der 21-jährige Stürmer Leni Michellod zurück. Der scheidende Thuner Headcoach Daniel Steiner konnte folglich beinahe aus dem Vollen schöpfen.
Die Partie wird nach kurzer Abtastphase nach fünf Minuten lanciert. Nach einem verfehlten «Slapshot» von Thuns Bärtschi zündet Arnaud Schnegg den Turbo. Der Topscorer von Franches-Montagnes tanzt einen Verteidiger aus, scheitert dann an Stephan Küenzi.
Kurze Zeit später erobert sich Lian Häsler die Scheibe und bedient Kelian Fiebiger. Der Thuner Stürmer scheitert allein vor Hugo Cerviño. Gleich darauf folgt eine unschöne Szene.
Topscorer Christen scheidet verletzt aus
Nicola Christen fällt nach einem Stoss seines Gegenspielers rückwärts und Kopf voran in die Bande. Der Thuner Topscorer hat dabei kaum die Chance zur Gegenwehr. Zum Unverständnis der Berner Oberländer bleibt die Aktion von den Schiedsrichtern unbestraft.
Christen scheidet verletzt aus und wird dem EHC Thun vermutlich eine längere Zeit fehlen. Die Thuner bleiben trotz des Schocks die bestimmende Mannschaft und kommen durch Verteidiger Wyss zur nächsten Chance.

Nach 14 Minuten handelt sich Thuns Gilles Buff die erste Chance der Partie ein. Franches-Montagnes benötigt nur 20 Sekunden Überzahl, um das 0:1 zu erzielen.
Schnegg verlagert schön auf Roberts, der mit einem präzisen Schuss an Küenzi vorbei ins Netz trifft. Kurz vor der ersten Pause kommen auch die Thuner zu einer ersten Powerplay-Gelegenheit. Die Scheibe läuft zwar gut und die Chancen sind da, das Tor will aber nicht fallen.
EHC Thun gleicht aus
Der EHC Thun wird für seine Überlegenheit im Startdrittel sehr schlecht belohnt. Mit dem knappen Rückstand geht es ins Mitteldrittel. In diesem dreht das Spielgeschehen.
Die Gäste aus dem Jura schalten einen Gang hoch. Froidevaux reüssiert mit seinem Tunnelversuch bei Küenzi nicht. Auch Torschütze Roberts scheitert am Thuner Schlussmann.
Unmittelbar vor Spielmitte braucht es erneut einen «Big Save» von Küenzi, um das zweite Gegentor zu verhindern. Der Thuner Keeper zeigt sich zum Jahresauftakt in Bestform.

Zwei Zeigerumdrehungen später kommt die Scheibe mit viel Glück zu Maillard, der ebenfalls an Küenzi scheitert. Der Franches-Stürmer ging von der Thuner Defensive völlig vergessen.
Die Geschehnisse aus dem Startdrittel wiederholen sich im zweiten Abschnitt: Erneut trifft die von den Spielanteilen unterlegene Mannschaft. Nach 34 Minuten gleichen die Berner Oberländer zum 1:1 aus.
Nach einem gewonnenen Bully zieht Verteidiger Lovecchio ab. Gugelmann lenkt den Schuss ab, Michellod schiebt den «Rebound» über die Linie. Was für ein Comeback von Michellod!
Strittige Szene bringt Grabengut zum Kochen
Das bereits etwas knisternde Spiel entflammt nun endgültig. Nach 36 Minuten wird Loic Luder durch einen Check gegen das Knie gefällt. Der Thuner Youngster verschwindet in der Kabine, kann aber im letzten Drittel wieder mittun.
Auch für diese Szene werden die Gäste nicht bestraft. Im Gegenteil, der EHC Thun agiert gleich darauf in doppelter Unterzahl. Buff muss für zwei Minuten wegen übertriebener Härte raus. Zudem kassieren die Thuner eine Teamstrafe wegen unsportlichem Verhalten gegenüber Offiziellen.

Dies bringt die Thuner Mannschaft sowie die Zuschauer im eisig kalten Grabengut so richtig auf Betriebstemperatur. In der zweiminütigen doppelten Unterzahl kämpfen die drei Thuner wie die Wilden. Jeder Befreiungsschlag wird beinahe schon frenetisch bejubelt.
Die Hausherren überstehen die heikle Phase schadlos. Mit dem 1:1 geht es zum zweiten Pausentee. Das erwärmende Auftaktspiel ins neue Jahr geht auch im Schlussdrittel rassig weiter.
«Kacktor» entscheidet die Partie
Nach 47 Minuten will Roberts die Scheibe vor dem Thuner Tor querlegen. Stefan Spinell versucht die Scheibe mit allem, was er hat abzuwehren. Das Spielgerät prallt von seinem Stock an seinen Schlittschuh und fliegt von da über den machtlosen Küenzi ins Netz. Ein Eigentor mit dem – zugegebenermassen etwas verfrühten – Prädikat «Kacktor des Jahres».
Der EHC Thun ist nun so richtig gefordert. Nur zwei Minuten später hat Yannick Gugelmann den Ausgleich auf der Schaufel. Er scheitert aber allein vor Cerviño im Tor von Franches-Montagnes.
Fünf Minuten vor dem Ende verpasst Roberts die Entscheidung, als die Thuner die Scheibe fahrlässig vertändeln. Auf der anderen Seite scheitert Rossel an Cerviño. Dem EHC Thun läuft langsam, aber sicher die Zeit davon.

Die letzten beiden Spielminuten dürfen die Berner Oberländer in Überzahl bestreiten. Eine Zeigerumdrehung vor dem Ende verlässt Küenzi seinen Kasten zugunsten des sechsten Feldspielers. Auch dies will nichts bringen, Franches-Montagnes bringt den Sieg über die Zeit.
Aussichten unverändert gut
Die Thuner gehen trotz guter Leistung mit leeren Händen vom Eis. Franches-Montagnes rückt in der Tabelle dank dem Sieg an Seewen und Huttwil heran. Die Thuner verbleiben weiter auf Rang fünf mit guten Aussichten für die Playoff-Qualifikation.
Weiter geht es für den EHC Thun am nächsten Mittwoch mit einem Auswärtsspiel beim Tabellenletzten Pikes Oberthurgau. Drei Tage später gastiert der SC Langenthal im Grabengut.













