Erstmals seit 2013 kommt der Volleyball-Pokalsieger bei den Männern nicht aus Friedrichshafen oder Berlin. Aber das ist nur eine Randnotiz vor den Finals während der Corona-Pandemie.
Sorgt sich um die Zukunft des Sports: Michael Evers, Präsident der Volleyball-Bundesliga (VBL). Foto: Andreas Gora/dpa
Sorgt sich um die Zukunft des Sports: Michael Evers, Präsident der Volleyball-Bundesliga (VBL). Foto: Andreas Gora/dpa - dpa-infocom GmbH
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Das Wichtigste in Kürze

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So viele Fans waren vor einem Jahr bei den DVV-Pokalendspielen in Mannheim vor Ort. Eine Zahl aus einer anderen Zeit.

Nach knapp einem Jahr Corona-Pandemie bleiben die Ränge in der SAP Arena an diesem Sonntag leer. Die weltweite Krise hat auch die Volleyball Bundesliga mit voller Wucht erfasst - und wird sie wie andere Branchen auch nicht so schnell wieder loslassen.

«Ich glaube, wir werden im deutschen Sport an dieser Pandemie noch eine ganze Weile zu knabbern haben», sagte der Präsident der Volleyball Bundesliga (VBL), Michael Evers, der Deutschen Presse-Agentur vor den Finals zwischen dem SC Potsdam und dem SSC Palmberg Schwerin (14.15 Uhr) bei den Frauen sowie zwischen den United Volleys aus Frankfurt und den Netzhoppers aus Königs Wusterhausen (17.00 Uhr/jeweils Sport1).

Wie so viele andere Profiligen auch steckt die VBL in der schwersten Saison ihrer Geschichte. Die fehlenden Zuschauereinnahmen zwingen die Vereine in die Knie. Dabei ist die Liga nach Evers' Einschätzung «bis jetzt ganz gut» durch die Pandemie gekommen. Um die Folgen der Corona-Krise abzumildern, wird es in dieser Erstligasaison bei Frauen und Männern zum Beispiel keine sportlichen Absteiger geben.

Für Unruhe sorgt aber der Blick über das Saisonende hinaus. «Viele Vereine hatten in dieser Saison nur wenige Verluste bei den Sponsoren, weil die Sponsoren das Geld eingeplant hatten und auch gezahlt haben. Da war die grösste Sorge der Clubs: Wie hoch sind die Verluste bei den Zuschauereinnahmen?», erklärte Evers, der auch Pokalfinalist Schwerin mitführt. «Für die kommende Saison habe ich die Sorge, dass es den Unternehmen nicht mehr so gut geht und in Deutschland allgemein eine Pleitewelle droht, die dann auf den Sport zurückschlägt. Das wird der Lackmustest werden: Bleiben die Sponsoren den Clubs auch in der nächsten Saison treu?»

Das hängt auch von der Zuschauerfrage ab. Wann können Fans wieder in die Hallen? Denn für die vielen kleineren und regionalen Sponsoren ist der direkte Kontakt zu den Anhängern besonders wichtig, um die eigene Marke besser verkaufen zu können.

Ein wichtiger Schritt soll das Stufenkonzept für eine Rückkehr der Fans sein, das von mehr als 40 Sport- und Kultureinrichtungen getragen wird. «Fankultur vor dem Fernsehen ist schwierig auszuleben», sagte der ehemalige Kapitän der deutschen Volleyballer, Jochen Schöps, der mit seinen Frankfurtern der erste Titelträger seit 2013 werden will, der nicht aus Friedrichshafen oder Berlin kommt. «Es wäre schön, wenn es über so ein Stufenmodell anfangen könnte.»

Für die Volleyball Bundesliga dürfte dieses Rückkehrmodell 2020/21 aber zu spät kommen. Schon am 6. März endet die Hauptrunde der Männer, eine Woche später jene der Frauen, ehe die Playoffs starten. Mannheim soll nun eine Bühne werden - auch für die Fans zuhause. «Wir wollen den Volleyball präsentieren», kündigte Schöps vor den Finals an. «Wir hoffen, dass sich das viele Leute anschauen und die Einschaltquoten hoch sein werden.»

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