Gewichtige Rücktritte: Wird SP-Fraktion geschwächt, Dominik Fitze?

Matthias Bärlocher
Matthias Bärlocher

Bern,

Gleich drei SP-Stadträtinnen, darunter die Bestgewählten, treten zurück. Der SP-Fraktionspräsident lässt sie ungern ziehen – ist aber nicht nur unglücklich.

Stadtrat Bern SP
Die SPlerinnen Valentina Achermann, Lena Allenspach und Shasime Osmani treten aus dem Berner Stadtparlament zurück. - zVg

Das Wichtigste in Kürze

  • Achermann, Allenspach und Osmani: Drei SP-Stadträtinnen treten zurück.
  • Sie alle wurden in den Grossen Rat gewählt.
  • Im Interview sagt SP-Fraktionspräsident Dominik Fitze, wie man den Verlust verkraftet.

Die SP-Stadtratsfraktion hat gleich drei Abgänge auf einmal zu verkraften – und nicht etwa Hinterbänklerinnen. Nein, mit Valentina Achermann und Lena Allenspach verabschieden sich die beiden bestgewählten aller Parteien in Richtung Grosser Rat.

Shasime Osmani gilt als Shootingstar: Bei den Stadtratswahlen erhielt sie viele Panaschierstimmen, bei den Grossratswahlen erzielte sie ebenfalls ein Top-Resultat.

Das Trio macht nun im Stadtrat Platz für die drei Nachrückenden: Raphaela Tschümperlin, Evelyne Grieb und Vera Zotter.

Ein an sich üblicher Vorgang, aber gehen mit drei Abgängen aufs Mal nicht etwas gar viel Erfahrungsschatz und Zugpferde verlustig? SP-Fraktionspräsident Dominik Fitze ordnet im Interview mit dem BärnerBär ein.

Dominik Fitze
SP-Fraktionschef Dominik Fitze. - Daniel Zaugg

BärnerBär: Steht die SP-Stadtratsfraktion jetzt geschwächt da, wenn drei «Schwergewichte» zurücktreten? Achermann, Allenspach und Osmani haben viel aufgebaut und sich überparteilich vernetzt.

Dominik Fitze: Wir lassen sie natürlich ungern ziehen. Aber es ist sehr wichtig, dass sie ihre grosse Erfahrung nun in den Grossen Rat tragen können.

Wir brauchen einen Kanton, der Verantwortung übernimmt und dafür brauchen wir auch dossiersichere und durchsetzungsstarke Grossrätinnen und Grossräte. Deshalb freue ich mich sehr über ihre Wahl ins Kantonsparlament.

Rathaus Bern Wahl Front
Das Berner Rathaus. - Daniel Zaugg

BärnerBär: Dann geschehen die Rücktritte auch im Rahmen einer Strategie: Dass man bei jeder sich bietenden Gelegenheit neue Kräfte nachzieht?

Fitze: Erneuerung gehört zur Politik. Ausserdem sind es zwei anspruchsvolle Milizparlamente, die zeitaufwändig sind.

Deshalb ist es bei uns der Ausnahmefall, dass man in zwei Räten gleichzeitig sitzt – anders als bei der SVP. Wir können auf eine grosse Personaldecke zählen und ich freue mich über die Neuen, die das Amt gut ausfüllen werden.

Tschümperlin Grieb Zotter SP
V.l.n.r.: Raphaela Tschümperlin, Evelyne Grieb und Vera Zotter rücken nach für ihre in den Grossen Rat gewählten SP-Kolleginnen. - Screenshot spbern.ch

BärnerBär: Die neuen Stadträtinnen decken ziemlich gut die Profile der Abtretenden ab. Tschümperlin ist Psychologin, wie schon Achermann. Osmani und Grieb engagieren sich beide für Kinder und Gleichstellungsthemen.

Mit Zotter löst die geschäftsführende Parteisekretärin der SP Stadt Bern die SP-Schweiz-Mediensprecherin Allenspach ab. Beide setzen sich intensiv für faire Mieten ein. Das haben Sie ja geschickt eingefädelt…

Fitze: Es sind schlicht drei qualifizierte und engagierte Politikerinnen, die nachrücken. Aber wir sind sicher gut aufgestellt und es gibt möglicherweise Themen, die die Nachrückenden von den Zurücktretenden übernehmen werden.

Mehr zum Thema:

Kommentare

Weiterlesen

Stadtrat Bern SP
11 Interaktionen
SP-Stadträtinnen
stadtrat bern
4 Interaktionen
Bern
grosser rat bern
10 Interaktionen
Jetzt fast 50:50

MEHR SP

4 Interaktionen
Debatte
SP mattea Meyer
364 Interaktionen
«Völlig am Boden»
Mattea Meyer
364 Interaktionen
«Nach Erschöpfung»

MEHR AUS STADT BERN

E-ID Swiyu
2 Interaktionen
OK des Bundesgerichts
«Fall’n’Roll»
«Fall'n'Roll»
2 Interaktionen
Bern
3 Interaktionen
Bern