Gewichtige Rücktritte: Wird SP-Fraktion geschwächt, Dominik Fitze?
Gleich drei SP-Stadträtinnen, darunter die Bestgewählten, treten zurück. Der SP-Fraktionspräsident lässt sie ungern ziehen – ist aber nicht nur unglücklich.

Das Wichtigste in Kürze
- Achermann, Allenspach und Osmani: Drei SP-Stadträtinnen treten zurück.
- Sie alle wurden in den Grossen Rat gewählt.
- Im Interview sagt SP-Fraktionspräsident Dominik Fitze, wie man den Verlust verkraftet.
Die SP-Stadtratsfraktion hat gleich drei Abgänge auf einmal zu verkraften – und nicht etwa Hinterbänklerinnen. Nein, mit Valentina Achermann und Lena Allenspach verabschieden sich die beiden bestgewählten aller Parteien in Richtung Grosser Rat.
Shasime Osmani gilt als Shootingstar: Bei den Stadtratswahlen erhielt sie viele Panaschierstimmen, bei den Grossratswahlen erzielte sie ebenfalls ein Top-Resultat.
Das Trio macht nun im Stadtrat Platz für die drei Nachrückenden: Raphaela Tschümperlin, Evelyne Grieb und Vera Zotter.
Ein an sich üblicher Vorgang, aber gehen mit drei Abgängen aufs Mal nicht etwas gar viel Erfahrungsschatz und Zugpferde verlustig? SP-Fraktionspräsident Dominik Fitze ordnet im Interview mit dem BärnerBär ein.

BärnerBär: Steht die SP-Stadtratsfraktion jetzt geschwächt da, wenn drei «Schwergewichte» zurücktreten? Achermann, Allenspach und Osmani haben viel aufgebaut und sich überparteilich vernetzt.
Dominik Fitze: Wir lassen sie natürlich ungern ziehen. Aber es ist sehr wichtig, dass sie ihre grosse Erfahrung nun in den Grossen Rat tragen können.
Wir brauchen einen Kanton, der Verantwortung übernimmt und dafür brauchen wir auch dossiersichere und durchsetzungsstarke Grossrätinnen und Grossräte. Deshalb freue ich mich sehr über ihre Wahl ins Kantonsparlament.

BärnerBär: Dann geschehen die Rücktritte auch im Rahmen einer Strategie: Dass man bei jeder sich bietenden Gelegenheit neue Kräfte nachzieht?
Fitze: Erneuerung gehört zur Politik. Ausserdem sind es zwei anspruchsvolle Milizparlamente, die zeitaufwändig sind.
Deshalb ist es bei uns der Ausnahmefall, dass man in zwei Räten gleichzeitig sitzt – anders als bei der SVP. Wir können auf eine grosse Personaldecke zählen und ich freue mich über die Neuen, die das Amt gut ausfüllen werden.

BärnerBär: Die neuen Stadträtinnen decken ziemlich gut die Profile der Abtretenden ab. Tschümperlin ist Psychologin, wie schon Achermann. Osmani und Grieb engagieren sich beide für Kinder und Gleichstellungsthemen.
Mit Zotter löst die geschäftsführende Parteisekretärin der SP Stadt Bern die SP-Schweiz-Mediensprecherin Allenspach ab. Beide setzen sich intensiv für faire Mieten ein. Das haben Sie ja geschickt eingefädelt…
Fitze: Es sind schlicht drei qualifizierte und engagierte Politikerinnen, die nachrücken. Aber wir sind sicher gut aufgestellt und es gibt möglicherweise Themen, die die Nachrückenden von den Zurücktretenden übernehmen werden.












