Berner Kirchgemeinden gehen wegen Fusionsvertrag vor Bundesgericht
Die reformierten Kirchgemeinden Paulus und Betlehem ziehen wegen des Stadtberner Fusionsvertrags vor Bundesgericht. Sie wehren sich gegen die vorgesehene Vermögensverteilung.

Die Beschwerde werde demnächst eingereicht, sagte Benedict Christ, Präsident der Kirchgemeinde Paulus, am Sonntag auf Anfrage von Keystone-SDA. Er bestätigte damit einen Bericht der Tamedia-Zeitungen.
Die Regelungen zur Vermögensverteilung bezeichnete er als «rechtstaatlich unhaltbar». Die Fusionsgemeinde würde gegenüber Betlehem und Paulus «krass einseitig» begünstigt.
Um die Fusion gehe es nicht mehr. Diese sei «nach fünfzehnjähriger Stagnation eine win-win Situation für die reformierten Kirchgemeinden in der Stadt Bern». Die Quartierkirchen, die ein eigenständiges kirchliches Leben führen wollten, würden gestärkt, schreibt Christ.
Nun müsse das bis jetzt gemeinsam gehaltene Vermögen verteilt werden. Dieser Vorgang sei vergleichbar mit einer Erbteilung. «Die Kirchgemeinden Bethlehem und Paulus fordern eine faire und gerechte Verteilung, proportional zu den Mitgliedern und zu Marktwerten», so Christ.
Gemäss Vertrag würde laut Christ die Fusionsgemeinde ohne Ausgleich für Bethlehem und Paulus rund die Hälfte des Finanzvermögens, insbesondere die Immobilien in der RefBernImmo AG, übernehmen. Die beiden Gemeinden hätten deswegen schon frühzeitig beim Kanton interveniert. Laut den Tamedia-Zeitungen betonte Regierungsrätin Evi Allemann (SP), dass die Kirchgemeinden bei der Genehmigung des Vertrags nicht Partei waren.
Die elf Stadtberner Kirchgemeinden stimmten 2025 über eine Fusion ab. Nur Paulus und Betlehem waren dagegen, womit das Quorum erreicht wurde. Die Gesamtkirchgemeinde stimmte im Mai 2025 mit über 80 Prozent Ja-Stimmen zu. Die beiden ablehnenden Gemeinden bleiben unabhängig.










