Volk in Bern kann über Ausbau der Velostation Länggasse entscheiden
Das Stadtberner Stimmvolk kann im September über den Ausbau der Velostation beim Bahnhofzugang Länggasse entscheiden. Für 12,46 Millionen Franken soll ein zweites Untergeschoss erstellt werden.

Der Stadtrat hat die Vorlage am Donnerstag mit 55 zu 8 Stimmen gutgeheissen. Die Nein-Stimmen kamen aus den Reihen von SVP und Mitte.
Mit dem Bau eines zweiten Untergeschosses sollen 520 zusätzliche Veloabstellplätze entstehen, womit insgesamt rund 1050 Plätze verfügbar wären. Rund um den Bahnhof bestehe nach wie vor ein Mangel an Abstellmöglichkeiten, rief Kommissionssprecher Lukas Schnyder (SP) in Erinnerung.
Selbst wenn das zweite Untergeschoss realisiert wird, fehlen im Bahnhofsektor Nord noch 300 Veloabstellplätze. Der Stadtrat sprach sich deshalb dafür aus, dass oberirdische Plätze im Angebot bleiben, solange es eine Angebotslücke gibt.
Abgelehnt wurde ein kostenloses öffentliches WC: Wer die Velostation nutze, sei ohnehin auf dem Weg zum Zug, wo es Toiletten gebe.
Die SVP stiess sich an den hohen Investitionskosten, wenngleich sich die finanzielle Belastung für die Stadt dank Bundesbeiträgen ungefähr halbiert. Die Kosten seien «absolut jenseitig», sagte SVP-Sprecher Alexander Feuz. Das Geld werde «buchstäblich verlocht».
Feuz verlangte, auf das 24-stündige Gratisparkieren zu verzichten und stattdessen kostendeckende Gebühren zu erheben. Die Ratsmehrheit blieb jedoch beim Gratisparkieren für 24 Stunden, um die Auslastung zu sichern.
Die Mitte verlangte vergeblich, eine Mitfinanzierung durch Dritte zu prüfen: Öffentlich-Private Partnerschaften – sogenannte PPP-Modelle – könnten den Stadthaushalt entlasten. Für eine PPP-Lösung sei es kurz vor der Abstimmung zu spät, sagte Gemeinderat Matthias Aebischer (SP). Zudem seien die Auswirkungen auf die Bundesbeiträge unklar.
Bei einem Ja an der Urne startet der Bau 2031, die Inbetriebnahme könnte 2034 erfolgen. Bei einem Nein wird nur das erste, von SBB und Stadt gemeinsam finanzierte Untergeschoss gebaut.
Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 rund um den Bahnhof 10'000 Veloparkplätze zu schaffen. «Im Moment sind wir bei 5000, die Hälfte davon unterirdisch», sagte Gemeinderat Aebischer. Am Ende der Bauphase am Bahnhof dürften es 6000 unterirdische und 4000 oberirdische Veloabstellplätze sein.
«Das A und O wird die Bewirtschaftung dieser Parkplätze sein», sagte Aebischer. «Das Motto lautet: Die Nähe zu den Geleisen soll etwas kosten. Je weiter man laufen muss vom Veloparkplatz aus, desto günstiger wird es – oder gar kostenlos.»






