Berner Gemeinderat schliesst Lehrschwimmbecken trotz Widerstand

Keystone-SDA Regional
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Bern,

Die Stadt Bern wird das Lehrschwimmbecken im Kleefeld Ende des Schuljahres 2026 schliessen, obwohl sich der Stadtrat am Donnerstag erneut dagegen ausgesprochen hat.

Wird stillgelegt, aber vorerst nicht abgerissen: Das Lehrschwimmbecken im Kleefeld-Schulhaus. (Archivbild)
Wird stillgelegt, aber vorerst nicht abgerissen: Das Lehrschwimmbecken im Kleefeld-Schulhaus. (Archivbild) - Handout: Stadt Bern

Das Parlament überwies mit 45 zu 5 Stimmen eine dringliche Motion für den Erhalt des Lehrschwimmbeckens. Fast alle Fraktionen stellten sich hinter den Vorstoss, der aber für die Stadtregierung nicht bindend ist. Es handelt sich bloss um eine Richtlinienmotion.

Gemeinderätin Ursina Anderegg (GB/JA) erinnerte den Rat daran, dass die Schliessung des Beckens bereits 2018 im Rahmen der Wasserstrategie beschlossen worden sei. Das Volk habe sie mit dem Ja zum Baukredit für die Kleefeld-Schule abgesegnet. Angesichts der Finanzlage habe der Gemeinderat Prioritäten setzen müssen.

Das Hauptziel des schulischen Schwimmunterrichts könne auch ohne die Anlage im Kleefeld gewährleistet werden, betonte Anderegg. Laut Gemeinderat kann der obligatorische Unterricht künftig durch die Verteilung der Schulklassen auf andere Becken im Westen der Stadt sichergestellt werden.

Bereits im September 2024 hatte der Stadtrat eine Motion für den Erhalt des Beckens überwiesen. Auch dieser Vorstoss war für die Exekutive nicht bindend.

Im Aufgaben- und Finanzplan 2026 bis 2029 wurden deshalb keine Gelder für eine Sanierung des Lehrschwimmbeckens eingestellt. Das Parlament habe diesen Umstand letztes Jahr in der Budgetdebatte übersehen, räumten mehrere Stadtratsmitglieder ein. Nichtsdestotrotz solle die Stadtregierung nochmals über die Bücher gehen.

«Stoppen wir die Schliessung», sagte Chandru Somasundaram (SP). Der Gemeinderat solle die Varianten «Schliessung» und «Weiterbetrieb» einander gegenüberstellen, samt Zeitplan und Folgekosten. Dann habe man eine saubere Entscheidungsgrundlage.

Wie viel eine Sanierung kosten würde, sei bis heute unklar, ergänzte Mirjam Roder (GFL). Im Übrigen könne man sich fragen, ob der Rückbau bestehender Infrastruktur sinnvoll sei.

Einzig die GLP stellte sich hinter die Haltung des Gemeinderats, während sich die GB/JA-Fraktion der Stimme enthielt. Beim Budgetprozess habe sich der Stadtrat leider für eine andere Priorisierung entschieden, stellte Seraphine Iseli (GB) fest.

Was aus dem Lehrschwimmbecken wird, ist laut Gemeinderätin Anderegg offen. Aktuell sei keine Nachnutzung geplant. Das Becken werde weder vermietet noch zurückgebaut, sondern zunächst einmal «stillgelegt».

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