Drohne

    Zug-Angriff nahe Polen alarmiert Warschau

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    Polen,

    Ein Zug von Kiew nach Warschau wurde nahe der polnischen Grenze von einer russischen Drohne getroffen. Polen reagiert mit einem Krisenstab.

    Zug
    Beim Zug-Angriff nahe der polnischen Grenze wurden keine Passagiere verletzt. (Symbolbild) - depositphotos

    Ein Passagierzug von Kiew nach Warschau ist nahe der polnischen Grenze von einer russischen Drohne getroffen worden. Die Lokomotive wurde beim Grenzbahnhof Jahodyn in der ukrainischen Region Wolyn beschädigt, berichtet die «ZDFheute».

    Die mehr als 200 Fahrgäste wurden rechtzeitig evakuiert, Verletzte gab es nach Angaben der ukrainischen Bahn nicht. Der Zug erreichte Warschau laut der polnischen Bahn mit rund sechs Stunden Verspätung.

    Der Angriff ereignete sich nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj rund zwei Kilometer von der polnischen Grenze entfernt. Polens Regierungschef Donald Tusk berief wegen der Angriffe einen Krisenstab ein, schreibt die «Tagesschau».

    Diplomatenzug könnte Ziel gewesen sein

    Kurz vor dem Angriff hatte ein Diplomatenzug am Bahnhof Jahodyn gehalten. An Bord befanden sich Sicherheitsberater mehrerer EU-Staaten sowie ehemalige europäische Spitzenpolitiker wie Boris Johnson, so die «Zeit».

    Die ukrainische Bahngesellschaft hält deshalb für möglich, dass dieser Zug das eigentliche Ziel gewesen sein könnte. Bestätigt ist diese Annahme jedoch nicht.

    Glaubst du, dass der Zug-Angriff den Krieg näher an Polen bringt?

    Johnson verurteilte den Angriff und bezeichnete ihn als willkürlichen und sinnlosen Angriff auf die Ukraine. Ob er selbst zum Zeitpunkt des Drohnenangriffs noch in der Nähe war, blieb dabei offen.

    Polen erhöht die Sicherheitsbereitschaft

    Wegen weiterer Drohnenangriffe wurden zwei polnische Grenzübergänge zeitweise geschlossen. Mehrere hundert Menschen mussten sich vorübergehend in Sicherheit bringen, bevor sich die Lage wieder normalisierte, berichtet die «Tagesschau».

    Der polnische Luftraum wurde nach Angaben der Behörden nicht verletzt. Die polnischen Streitkräfte überwachten die Situation mit F-16-Kampfjets, Hubschraubern und einem Aufklärungsflugzeug.

    Tusk bezeichnete die Entwicklung als Eskalation und warnte vor verstärkten russischen Aktivitäten in den kommenden Wochen und Monaten. Er erklärte zudem, Polen müsse gemeinsam mit seinen Verbündeten auf eine mögliche weitere Zuspitzung vorbereitet sein.

    Moskau bestätigt Angriffe auf Bahninfrastruktur

    Das russische Verteidigungsministerium bestätigte unterdessen Angriffe auf Eisenbahninfrastruktur in der Westukraine. Diese Infrastruktur diene nach russischer Darstellung dem Transport von Militärgütern aus europäischen Ländern.

    Die ukrainische Eisenbahn spricht von einem systematischen Angriff auf ihr Bahnnetz. Wegen weiterer Angriffe wurden deshalb das Überwachungszentrum und die Beschäftigten in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

    Polen EU Flaggen
    Der Zug-Angriff nahe Polen sorgt in Warschau für erhöhte Sicherheitsbereitschaft. (Symbolbild) - keystone

    Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha forderte härtere Konsequenzen für Moskau, schreibt die «ZDFheute». Er bezeichnete die Angriffe als «Putins Terror», der bis an die Grenzen der EU und der Nato reiche.

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    Kommentare

    User #6021 (nicht angemeldet)

    Kein Respekt für Selenskyj und doch das Kriegstreiber und Bahntransport viele Waffen geliefert werden. NATO und EU haben keinen Friedensplan gemacht sondern das Kriegstreiber.

    User #1361 (nicht angemeldet)

    Bis jetzt waren es die Ukrainer, nie die Russen. Earum sollte es hier anders sein?

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