Nach Unfall in Polen: Züge bummeln für mehr Sicherheit
Nach dem schweren Zugunglück in Polen mit einer Toten und mehreren Verletzten hat die Lokführergewerkschaft ihre Mitglieder zu einer Protestaktion für mehr Sicherheit auf der Schiene aufgerufen.

Von Freitag Null Uhr bis Mitternacht sollen die Lokführer ihre Züge mit einer Geschwindigkeit von 20 Kilometern pro Stunde über jeden Bahnübergang fahren lassen, sagte Gewerkschaftschef Leszek Mietek. Landesweit sei mit grossen Verspätungen im Bahnverkehr zu rechnen.
Am Mittwoch war der Fahrer eines Betonmischers auf einen unbeschrankten Bahnübergang eingefahren und in den ersten Waggon eines Intercitys gekracht. Die Lokomotive und alle sechs Waggons entgleisten. Bei dem Unglück rund 125 Kilometer südwestlich von Warschau kam eine Passagierin ums Leben. Sieben weitere wurden verletzt, darunter auch der Lokführer und der Lkw-Fahrer.
Das Unglück hat in Polen eine Debatte über die Sicherheit des Bahnverkehrs ausgelöst. In dem EU-Land gibt es auch auf Hauptstrecken noch Bahnübergänge, die nur mit einem Andreaskreuz und Signalen gesichert sind. «Für uns war der Unfall gestern keine Überraschung, wenn man bedenkt, dass wir statistisch gesehen jeden zweiten Tag einen Unfall an einem Bahnübergang haben», sagte Gewerkschaftsführer Mietek. Während es 2024 rund 140 Unfälle an Bahnübergängen gegeben habe, seien es im vergangenen Jahr etwa 180 gewesen.










