Peskow wirft Deutschland Eskalation vor
Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne in Leipzig dreht sich der Streit: Russland weist alle Vorwürfe zurück und droht mit Gegensanktionen.

Nach dem Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle eskaliert der Konflikt zwischen Berlin und Moskau weiter. Kremlsprecher Dmitri Peskow warf Deutschland einen Eskalationskurs vor, wie die «Zeit» berichtet.
Peskow bezeichnete es als schwierig, die deutschen Anschuldigungen gegen Russland zu kommentieren, solange keine Beweise vorgelegt würden. «Wenn solche schweren Anschuldigungen erhoben werden, sollten sie irgendwie untermauert werden», sagte Peskow.
Zudem warf er Deutschland vor, die Vorwürfe auch nicht durch Argumente belegt zu haben. «Dass Deutschland den weiteren Weg der Eskalation geht, das ist offensichtlich», sagte Peskow laut der «Zeit».
Drohne in Leipzig: Russland verantwortlich
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Aussenminister Johann Wadephul (CDU) hatten Russland für den Vorfall verantwortlich gemacht. Laut «Euronews» nannten die beiden deutschen Minister dabei ausdrücklich einen russischen Geheimdienst als mutmasslichen Urheber.
Als Konsequenz soll das letzte offene russische Generalkonsulat in Bonn bis zum 18. September schliessen. Zudem wird der Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt, wie der «Merkur» berichtet.
Hintergrund ist eine Drohne, die am 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle entdeckt worden war. Sie befand sich in der Nähe ukrainischer Antonov-Frachtmaschinen und war mit militärischem Sprengstoff präpariert.
Moskau droht mit Gegenmassnahmen
Russlands Aussenministeriumssprecherin Maria Sacharowa kündigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur Gegensanktionen an. Sie warf Deutschland laut «Zeit» vor, nur einen Vorwand gesucht zu haben, um das Russische Haus in Berlin zu schliessen.
Sacharowa fragte mit Blick auf den Jahrestag des deutschen Kriegsbeginns 1939, ob Berlin das Datum der Massnahmen bewusst gewählt habe. Russland hatte den Vorfall stets als Provokation bezeichnet und die Ukraine als eigentlichen Nutzniesser der Stimmungsmache gegen Moskau dargestellt.
Kremlchef Wladimir Putin bezeichnete die deutschen Strafmassnahmen bei einer Pressekonferenz im kirgisischen Bischkek als «schweren Fehler». Putin forderte laut «Merkur» dabei: «Wo sind die Beweise?»
Nato und EU stellen sich hinter Berlin
Nato-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnete die Beweislage gegen Russland als eindeutig, berichtet der «Merkur».

Auf Initiative Deutschlands berät der Nato-Rat über die wachsende hybride Bedrohung durch Russland.
Auch EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas betonte bei einem Ministertreffen in Irland die Notwendigkeit, Russland von weiteren Aktionen abzuschrecken.
















