Weitere Anklageerhebungen im Mordfall Caruana Galizia

    AFP
    AFP

    Malta,

    Im Fall der ermordeten maltesischen Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia sind Anklagen gegen zwei weitere Verdächtige erhoben worden.

    Proteste nach Mord an Daphne Caruana Galizia
    Proteste nach Mord an Daphne Caruana Galizia - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Verdächtige sollen Bombe für Anschlag auf maltesische Reporterin beschafft haben.

    Robert A. und Jamie V. werden beschuldigt, an der Besorgung der Bombe beteiligt gewesen zu sein, mit der die Reporterin im Jahr 2017 getötet wurde, wie ein Richter am Mittwoch während einer öffentlichen Anhörung mitteilte.

    Die beiden Verdächtigen sind der Polizei wegen ihrer mutmasslichen Verbindungen zur organisierten Kriminalität bekannt. Gegen sie wurde nun auch Anklage wegen Ermordung eines Anwalts im Jahr 2015 erhoben.

    Am Dienstag war im Mordfall Caruana Galizia eine erste Gefängnisstrafe verhängt worden. Vincent M. wurde zu 15 Jahren Haft dafür verurteilt, die Bombe beschafft, platziert und gezündet zu haben. Er hatte sich nach langer Leugnung schliesslich schuldig bekannt, was bei seinem Strafmass berücksichtigt wurde.

    Zusammen mit M. waren im Dezember 2017 die Brüder George und Alfred D. wegen des Mordes an der Investigativreporterin verhaftet worden. Die Urteile gegen die Brüder, die weiterhin ihre Unschuld beteuern, stehen noch aus.

    Ein weiterer Verdächtiger, der einflussreiche Geschäftsmann Yorgen Fenech, wurde 2019 vor der Küste Maltas auf seiner Jacht festgenommen, als er zu fliehen versuchte. Die Anhörungen in seinem Fall haben noch nicht begonnen. Die Familie der Journalistin hält ihn für den möglichen Auftraggeber des Mordes.

    Die 53-jährige Caruana Galizia war am 16. Oktober 2017 auf Malta bei einem Bombenanschlag auf ihr Auto getötet worden. Sie hatte regelmässig über Korruption, Geldwäsche und andere illegale Geschäfte in ihrer Heimat berichtet. Darin verwickelt waren nach ihren Recherchen auch Mitglieder der Regierung.

    Der Mord an der Journalistin in einem EU-Land sorgte weltweit für Aufsehen und führte zu einer Reihe von Rücktritten auf höchster politischer Ebene in Malta. Anfang vergangenen Jahres legte auch der damalige Regierungschef Joseph Muscat sein Amt nieder. Ihm war eine Verschleppung der Ermittlungen vorgeworfen worden. Ausserdem sollen Vertraute von ihm womöglich in den Mord verwickelt gewesen sein.

    Kommentare

    Weiterlesen

    ewf
    24 Interaktionen
    «It is what it is»
    Klare Nacht Wetter
    49 Interaktionen
    Wolken fehlen

    MEHR IN POLITIK

    Abbas Araghtschi Iran Konflikt
    3 Interaktionen
    Sieben-Tage-Plan
    16 Interaktionen
    Trump empfängt Xi
    21 Interaktionen
    Im Gesundheitswesen
    Andrea Zryd Frauen-Eishockey-WM
    12 Interaktionen
    Wie bei WEURO

    MEHR AUS MALTA

    10 Interaktionen
    Valletta
    15 Interaktionen
    Berlin/Valletta
    7 Interaktionen
    Valletta