Wadephul an die Ukraine – Kauft mehr Waffen aus Deutschland
Bundesaussenminister Johann Wadephul kritisiert die Ukraine wegen zu weniger Bestellungen bei deutschen Firmen – und weist Russland scharf zurecht.

Bundesaussenminister Johann Wadephul fordert von der Ukraine deutlich mehr Bestellungen bei deutschen Rüstungsunternehmen. Deutschland sei mittlerweile der grösste finanzielle und militärische Unterstützer der Ukraine, sagte der CDU-Politiker.
«Wir sind mittlerweile der stärkste Unterstützer der Ukraine, was finanzielle und militärische Unterstützung angeht», zitiert der «Spiegel» den Aussenminister. «Und es muss naturgemäss so sein, dass die deutsche Verteidigungsindustrie davon profitiert.»
Das habe Wadephul Präsident Wolodymyr Selenskyj bereits bei seinem letzten Besuch in Kiew direkt mitgeteilt. Das Mindeste sei, dass die Ukraine bei allen Beschaffungsmassnahmen auch die deutsche Verteidigungsindustrie einbeziehe.
Deutschland unzufrieden mit Bestelllage aus Ukraine
«Zum jetzigen Zeitpunkt sind wir nicht ganz zufrieden mit dem, was es an Bestellungen in Deutschland gibt», sagte Wadephul. Die Ukraine sei deshalb gebeten worden, die Situation zu überprüfen und zu verbessern, berichtet der «Spiegel».
Wadephul stimmte der Forderung von CSU-Chef Söder zu, ukrainische Männer im wehrfähigen Alter sollten aus Deutschland in ihr Heimatland zurückkehren. Deutschland könne Kiew dabei helfen, die Männer über Meldedaten zu identifizieren und anzuschreiben.
Die Rückkehr solle laut Wadephul aber «ohne Zwang» erfolgen. Anhand von Sozialleistungsdaten und Aufenthaltsstatus könnten die betreffenden Männer von der ukrainischen Regierung kontaktiert werden.
Scharfe Worte an Russland
Parallel dazu wies Wadephul Äusserungen von Russlands Aussenminister Sergej Lawrow zu angeblichen deutschen Kriegsabsichten scharf zurück. Hintergrund ist ein russisch zugeschriebener Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle Anfang August, wie «T-Online» berichtet.

«Wir wissen ganz genau, und Sergej Lawrow weiss natürlich auch, dass Russland diese Sache in Leipzig gemacht hat.» Lawrows Reaktion sei «Ausdruck einer gewissen russischen Verzweiflung», sagte Wadephul.
Derweil hat Russland nach einer kurzen Pause seine Angriffe auf Kiew wieder aufgenommen. Dabei wurden nach Angaben der Rettungsdienste fünf Menschen getötet und 35 weitere verletzt, berichtet der «Tagesspiegel».












