Korruptionsskandal erschüttert Ukraine erneut
Durchsuchte Büros, ein Safe voller Dollar-Bündel: In der Ukraine erschüttert ein neuer Skandal die Justiz.

Die Antikorruptionsbehörde Nabu hatte zuvor die Büros der Generalstaatsanwaltschaft durchsucht. Wie der «ORF» berichtet, veröffentlichte die Nabu dabei ein Foto eines Safes, der mit Dollar-Bündeln gefüllt war.
Laut den Ermittlern hatte ein Netzwerk innerhalb der Behörde Bestechungsgelder kassiert, um betrügerische Callcenter zu schützen. Die Nabu und eine Spezialstaatsanwaltschaft hatten am Samstag zudem mitgeteilt, ein Geldwäschenetzwerk aufgedeckt zu haben, wie der «ORF» festhält.
Dieses Netzwerk soll laut den Ermittlern «von einem Verantwortlichen im Büro des Generalstaatsanwalts geführt» worden sein.
Millionenschwere Geldwäsche
Fünf Mitglieder des Netzwerks wurden identifiziert, Namen wurden jedoch nicht genannt. Den Ermittlern zufolge wurden «Vermögen in Höhe von Millionen» gewaschen, berichtet der «ORF».
Mit den Bestechungsgeldern wurden demnach Immobilien, Schmuck und andere Wertgegenstände bezahlt.
Der ukrainische Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko hat am Montag seinen Rücktritt eingereicht, berichtet «T-Online». Er richtete ein entsprechendes Schreiben an Präsident Selenskyj und das Parlament der Ukraine.
60'000 Menschen in illegalen Callcentern in Ukraine beschäftigt
Er wies die Anschuldigungen zurück, an der Entgegennahme und Wäsche von Geldern beteiligt gewesen zu sein, berichtet «T-Online».

Krawtschenko bezeichnete seinen Schritt auf Telegram als eine politische Entscheidung, berichtet «news.at». Er wolle nicht, dass das Amt als Werkzeug in politischen Auseinandersetzungen missbraucht werde.
Laut der Schweizer Organisation Global Initiative Against Transnational Organized Crime beschäftigen illegale Callcenter in der Ukraine fast 60'000 Menschen. Sie erwirtschaften demnach monatlich bis zu einer Milliarde Dollar (etwa 809,2 Millionen Franken), berichtet «T-Online».












