Krieg

Trumps verlorene Wette im Iran-Krieg

Esada Kunic
Esada Kunic

USA,

Trumps Iran-Krieg dauert nun drei Monate – ein Ende ist nicht in Sicht. Der US-Präsident steckt militärisch, finanziell und politisch in einer tiefen Sackgasse.

donald trumps
Trumps Kalkül ist nicht aufgegangen: Sein Krieg gegen den Iran sollte nur wenige Wochen dauern – nun ist er drei Monate alt. - keystone

Drei Monate nach Beginn des Kriegs gegen den Iran zieht US-Präsident Donald Trump eine ernüchternde Bilanz.

Das Ziel, das iranische Atomprogramm zu vernichten, ist laut Experten klar verfehlt worden, wie «web.de» berichtet.

Denkst du, der Iran-Krieg wird durch einen Deal beendet?

Etwa 450 Kilogramm angereichertes Uran befinden sich nach wie vor an einem unbekannten Ort. Zugleich bleibt die Strasse von Hormus für Öltanker weiterhin gesperrt, so das «SRF».

Der Krieg kostet Milliarden – und Trumps Rückhalt

Laut offiziellen Pentagon-Angaben belaufen sich die Kriegskosten bislang auf rund 25 Milliarden US-Dollar (etwa 19,6 Milliarden Franken). Eine Pentagon-Quelle schätzt die tatsächlichen Ausgaben jedoch auf fast das Doppelte, berichtet «web.de» unter Berufung auf US-Medien.

Energieexperte Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), warnte indes vor einer historisch einzigartigen Energiekrise. Der Iran-Krieg habe bis dato mehr Öl vom Markt abgeschnitten als die beiden grossen Ölschocks der 1970er-Jahre zusammen, meldet «ZDFheute».

Trump hat ausserdem seit Kriegsbeginn massiv an Popularität verloren, berichtet «web.de». Demokraten hoffen, bei den Midterm-Wahlen zu profitieren: Die Stimmung der Amerikaner zu Krieg und Wirtschaft wird immer schlechter.

Iran weiss um Trumps Zwangslage

Militärexperte Ralph Thiele erklärt gegenüber «web.de», Trump brauche das Ende der Hormus-Blockade, damit die US-Wirtschaft wieder anspringe.

Trump habe laut Thiele kein Druckmittel mehr: «Er kann schliesslich keine Atombombe über dem Iran abwerfen.»

«Der Iran hat immer noch Möglichkeiten, das gegenwärtige Chaos zu steigern», sagt Thiele weiter. Teheran könne jederzeit Proxys in westlichen Ländern aktivieren und den Konflikt mit Sabotageakten und Terroranschlägen erweitern.

Verhandlungen ohne Durchbruch

Trump hatte eine «endgültige Entscheidung» im Iran-Konflikt angekündigt. Nach einer zweistündigen Sitzung im Situation Room blieb diese jedoch aus, berichtet «ZDFheute» unter Berufung auf die «New York Times».

Teheran widersprach zudem mehreren Kernaussagen Trumps öffentlich. Der Iran bestreitet, dass ein vorliegender Vertragsentwurf eine Öffnung der Strasse von Hormus oder die Vernichtung von Uranbeständen vorsehe.

Donald Trumps
Trumps gemeinsam mit Israel initiierte Angriffe haben bislang vor allem eine handfeste Ölkrise ausgelöst. - keystone

Iran-Experte Hans-Jakob Schindler sagte «ZDFheute», das Regime stehe wirtschaftlich stark unter Druck. Erkennbar sei dies an der kürzlich gelockerten Internetblockade im Land.

Kein Weg zurück ohne Gesichtsverlust

«Die Iraner sind schlau», sagt Experte Thiele. Er ist überzeugt, dass die Iraner die internationale Bereitschaft zum Wiederaufbau ihres Landes geschickt zu nutzen versuchen.

«Das wird eine unendliche Geschichte», sagt Thiele gegenüber «web.de».

Nach seiner Einschätzung muss sich Trump letztlich aus dem Konflikt zurückziehen. In einer schlechteren Ausgangslage als vor Kriegsbeginn.

Kommentare

User #3014 (nicht angemeldet)

finanziell und politisch holt er alles aus dem Wissen , das er hat . Den Rest kann das Volk zahlen .

Weiterlesen

Trump iran krieg
24 Interaktionen
US-Militäreinsatz
Iran Krieg Ticker Trump
47 Interaktionen
Im Kommandoraum
iran trump
30 Interaktionen
Deal oder Krieg
Nachhaltigkeit
14 Interaktionen
Nachhaltigkeit

MEHR IN POLITIK

MEHR KRIEG

Washington
Nawaf Salam
Washington/Beirut/Tel Aviv
Abbas Araghtschi
1 Interaktionen
Krieg
Putin
153 Interaktionen
Finanzbeamte warnen

MEHR AUS USA

New York
Donald Trump
Washington
James Handy
Hollywood-Star tot
Nvidia RTX Spark
Erste Details