Trump will Bombardier vom US-Markt ausschliessen
Trump droht Bombardier mit einem Verkaufsverbot in den USA. Der Konflikt zwischen Washington und Ottawa erreicht eine neue Eskalationsstufe.

US-Präsident Donald Trump hat dem kanadischen Flugzeugbauer Bombardier mit einem vollständigen Verkaufsverbot in den Vereinigten Staaten gedroht.
Wie der «Standard» berichtet, erklärte Trump auf seiner Plattform Truth Social: «Kein Verkauf von Bombardier mehr in den Vereinigten Staaten! Ihre Produkte sind nicht gut genug!»
Wer in Amerika verkaufen wolle, müsse auch dort produzieren, so Trump weiter. Den Vorwurf, Kanada behandle Amerika wie ein «Sparschwein», verband er mit der Forderung nach einer Produktionsverlagerung in die USA.
Mehr als die Hälfte des Umsatzes kommt aus den USA
Laut dem Wirtschaftsportal «ad-hoc-news» stammen nach Trumps eigenen Angaben über 50 Prozent des Bombardier-Umsatzes aus den Vereinigten Staaten. Analysten schätzten den Konzernumsatz für 2026 auf rund 10,2 Milliarden Dollar (etwa 8,2 Milliarden Franken).
Ein Verkaufsverbot könnte damit theoretisch rund fünf Milliarden Dollar (etwa 4 Milliarden Franken) an Jahresumsatz gefährden, berichtet «ad-hoc-news». Einen konkreten Mechanismus zur Durchsetzung nannte weder das Weisse Haus noch das US-Handelsministerium.
Bombardier verteidigte sich mit einem Verweis auf seine Präsenz in über 20 US-Bundesstaaten. Der Konzern arbeite mit 2800 amerikanischen Zulieferern zusammen und gebe dort jährlich über 2,5 Milliarden Dollar (2 Milliarden Franken) aus.
Trump und Bombardier: Drohung folgt einem bekannten Muster
Bereits im Januar 2026 hatte Trump Bombardier ins Visier genommen, wie «Münster Aktuell» erinnert. Damals drohte er mit der Decertifizierung von Bombardier-Jets der Global-Reihe sowie mit Einfuhrzöllen von 50 Prozent auf kanadische Flugzeuge.
Beide Massnahmen wurden nie umgesetzt. Kanada zertifizierte daraufhin mehrere Maschinen des US-Konkurrenten Gulfstream.
Québecs Premierministerin Christine Fréchette signalisierte laut «Münster Aktuell» Unterstützung für den Konzern. Sie erklärte, Québec werde sich nicht vorschreiben lassen, wo Unternehmen produzieren müssten.
Gegenzölle traten in der Nacht in Kraft
Der Handelsstreit zwischen den USA und Kanada verschärfte sich zeitgleich, berichtet «ad-hoc-news».

Kanada liess in der Nacht auf Dienstag Gegenzölle auf US-Waren im Wert von 27,6 Milliarden Dollar in Kraft treten. Umgerechnet sind dies etwa 22,3 Milliarden Franken.
US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer stellte dabei klar, Washington werde weitere Vergeltungsmassnahmen Kanadas nicht widerspruchslos akzeptieren. Ob die Drohung gegen Bombardier in eine konkrete Handelsmasssnahme mündet, blieb vorerst offen.
















