Rund einen Monat nach der Parlamentswahl stellt der kanadische Premier sein neues Kabinett vor. Umweltminister wird der Klimaaktivist Steven Guilbeault.
Mélanie Joly mit ihrem Ehemann auf dem Weg zur Vereidigung
Mélanie Joly mit ihrem Ehemann auf dem Weg zur Vereidigung - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor rund einem Monat fanden in Kanada die Parlamentswahlen statt.
  • Nun stellt der Premierminister Justin Trudeau sein neues Kabinett vor.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat rund einen Monat nach der Parlamentswahl sein neues Kabinett vorgestellt.

Die Regierung mit 38 Ministern ist paritätisch besetzt, wie Trudeaus Büro am Dienstag mitteilte. Neue Aussenministerin wird die liberale Politikerin Mélanie Joly. Sie löst Marc Garneau ab, der das Kabinett verlässt. Zuvor war die 42-Jährige Ministerin für wirtschaftliche Entwicklung und Amtssprachen.

Als Umweltminister wurde der langjährige Klimaaktivist Steven Guilbeault in Ottawa vereidigt. Er ist Mitbegründer von Equiterre, Québecs grösster Umweltorganisation, und war in führender Position bei Greenpeace tätig.

Kanadas Premierminister
Chrystia Freeland (unten) und Anita Anand (oben l). (Archivbild) - dpa

Zur Verteidigungsministerin wurde Anita Anand ernannt. Ende September hatte der Premierminister bereits Chrystia Freeland als Finanzministerin und Vize-Regierungschefin im Amt bestätigt. Für Trudeau selbst ist es die dritte Amtszeit.

Stabile Mehrheit fehlt Liberalen

Trudeaus Liberale hatten bei der vorgezogenen Parlamentswahl im September einen Sieg errungen. Ihnen fehlt jedoch wie zuvor eine stabile Mehrheit. Die Zusammensetzung des Unterhauses ist nahezu identisch mit der vorherigen.

Der Premier hatte Mitte August in der Hoffnung auf eine stabile Mehrheit vorgezogene Neuwahlen ausgerufen. Dies, nachdem er seit seiner ersten Wiederwahl 2019 nur noch einer Minderheitsregierung vorstand. Der 49-Jährige war bei seinem ersten Wahlsieg 2015 noch als Erneuerer gefeiert worden. Nicht zuletzt wegen einer Reihe politischer Affären seiner Regierung verlor er aber deutlich an Rückhalt in der Bevölkerung.

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