Selenskyj nach Trumps Ankündigung einer Waffenruhe skeptisch

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Ukraine,

Kommt es zu einer von US-Präsident Donald Trump angekündigten begrenzten Waffenruhe für die Ukraine? Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj äusserte sich zurückhaltend dazu. Er dankte zunächst den USA für die Bemühungen, ein Moratorium für russische Angriffe auf Energieanlagen zu erreichen. «Die Lage jetzt in der Nacht und in den kommenden Tagen, die tatsächliche Situation in unseren Energieanlagen und Städten» werde zeigen, ob es eine solche Waffenruhe tatsächlich geben werde, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft.

ARCHIV - Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht während eines Briefings. Foto: Danylo Antoniuk/AP/dpa
ARCHIV - Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht während eines Briefings. Foto: Danylo Antoniuk/AP/dpa - Keystone/AP/Danylo Antoniuk

Trump hatte erklärt, dass er Kremlchef Wladimir Putin bei einem Telefonat wegen der enormen Kälte in der Ukraine gebeten habe, eine Woche lang auf Schläge gegen Städte und Energieanlagen im Nachbarland zu verzichten. Putin habe dieser Bitte zugestimmt, sagte Trump. Er sagte dabei nicht, ab wann dieser Verzicht gelten soll – aus Moskau selbst gab es keine offizielle Bestätigung dafür.

Allerdings hatte es bereits vor Trumps Ankündigung Spekulationen um eine begrenzte Waffenruhe gegeben – sowohl in der Ukraine als auch in Russland. Nach Angaben des russischen Militärbloggers Romanov Light soll das Verteidigungsministerium in Moskau ein Verbot, ukrainische Städte und Energieanlagen zu beschiessen, bereits am Donnerstagmorgen in Kraft gesetzt haben. Auch im Blog Rybar, der dem russischen Verteidigungsministerium nahesteht, wurden Gerüchte über eine bevorstehende Teil-Waffenruhe erwähnt.

Auf beiden Kanälen wurde eine mögliche Waffenruhe scharf kritisiert. Der Beschuss ziviler Infrastruktur gilt dort als legitimes Druckmittel gegen Kiew.

Russland hat die Ukraine in diesem relativ strengen Winter mit schweren Luftangriffen überzogen. Das ohnehin stark geschwächte Strom- und Wärmenetz wurde weiter systematisch attackiert. So trafen zwei schwere Angriffe Kiew bereits in der ersten Januarhälfte.

Nach erneutem Beschuss der Heizkraftwerke am Samstag waren etwa 6.000 Wohnblöcke und damit gut die Hälfte der Millionenstadt bei teils zweistelligen Minusgraden ohne Fernheizung. Inzwischen sind es «nur noch» etwa 450 Wohnblöcke.

Nach zwei Tagen mit leicht über null Grad wird für das Wochenende wieder starker Frost mit zum Teil unter minus 20 Grad in der Nacht erwartet. Bürgermeister Vitali Klitschko hat die Einwohner bereits aufgefordert, wenn möglich, Kiew zumindest für kurze Zeit zu verlassen.

Selenskyj ist nicht der Einzige in der Ukraine, der die Ankündigung aus Washington mit einer gewissen Skepsis begegnete. Der Bürgermeister von Lwiw, Andrij Sadowyj, rief seine Landsleute dazu auf, sich auf den Katastrophenfall vorzubereiten. Russland könne den Kälteeinbruch nutzen, um noch einmal eine schwere Angriffswelle zu starten.

Und wirklich ruhig blieb es in der Nacht tatsächlich nicht: Der ukrainische Gouverneur der umkämpften Region Saporischschja, Iwan Fedorow, teilte mit, dass es einen Drohnenangriff auf die Gebietshauptstadt gegeben habe. Getroffen worden sei ein Industrieobjekt, schrieb er bei Telegram. Dort sei ein Feuer ausgebrochen, Verletzte habe es ersten Informationen nach nicht gegeben. Nähere Angaben zur Art der getroffenen Anlage machte er nicht.

Kommentare

User #1478 (nicht angemeldet)

Ich glaub auch nicht dran. Vor allem wenn es so ist , gestern einen Bericht über die Jahre 1990 - 1998 dieses Regimes gesehen, mit Michael Gorbatschow. Der wurde Regelrecht Angelogen, Desinformiert oder überhaupt nicht über Vorkommnisse und Lage in seinem Land

User #8745 (nicht angemeldet)

Aggressor ist und bleibt Putin! Leider kann man ihm oder seinen Aussagen auch keinen Glauben schenken.

Weiterlesen

Zuger Kantonalbank
23 Interaktionen
Szene gelöscht
Schmezer
149 Interaktionen
Schmezer

MEHR IN POLITIK

SRG Generaldirektion
5 Interaktionen
1. GFS-Wahlumfrage
1 Interaktionen
Kein Shutdown?
2 Interaktionen
Washington
Weltgesundheitsorganisation WHO
Genf/Teheran

MEHR AUS UKRAINE

Selenskyj
3 Interaktionen
Kiew
Starlink störung
6 Interaktionen
Kiew
Kiew
6 Interaktionen
Kiew
putin usa
Zusage an Trump