Schmezer: Irreführend und verlogen – so argumentieren SRG-Zerstörer
Behaupten, statt belegen – so funktionieren viele Politikerinnen und Politiker, sagt Ueli Schmezer. Ganz besonders in der aktuellen SRG-Debatte.
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Das Wichtigste in Kürze
- Ueli Schmezer ist Nau.ch-Kolumnist, sein Videoformat heisst «Auf den Punkt».
- Er sagt: «‹Fakten› erfinden ist in der Politik an der Tagesordnung.»
- Die Verlogenheit der Befürworter sei fast nicht zu überbieten.
- Am 8. März 2026 stimmt die Schweiz über die 200-Franken-Initiative der SVP ab.
Der Satz kommt daher wie ein schlagendes Argument: Die Schweiz hat die höchsten Gebühren. «Aber das stimmt nicht», sagt Ueli Schmezer. Dieses «Argument» sei irreführend, um nicht zu sagen hinterhältig.
Schmezer rechnet vor: «Mit den 335 Franken Serafe-Gebühren werden Programme in vier Sprachen finanziert. Macht für eine Sprache 83 Franken.»
Wenn man «grosszügiger» rechne und nur die umfassenden Programme in Deutsch, Französisch und Italienisch in Betracht ziehe, seien es 112 Franken für eine Sprache.
Ueli Schmezer: «Diese Zahl muss man mit dem Ausland vergleichen, keine andere. Beispiel Deutschland: Da beträgt die Rundfunkgebühr 220 Euro. Also kann man doch die behaupten, die Schweiz habe die höchste Gebühr.»
Die Befürworterinnen und Befürworter der SRG-Initiative scheinen sich darum zu foutieren. Etwa SVP-Präsident Marcel Dettling im SRF-«Club». Er hat behauptet, die Schweiz habe «weltweit» die höchsten Gebühren.

Schmezer dazu: «Entweder weiss er es nicht besser – oder er führt die Leute bewusst in die Irre. Beides ist schlimm.» Er tippe auf Variante 2.
Kein Wunder, hielten viele Menschen die Politik für ein mieses Geschäft, wenn so mit Fakten umgegangen werde.
Genau so irreführend sei die Hauptaussage der Ja-Kampagne, es bleibe den Menschen mehr Geld zum Leben bei einem Ja. Ueli Schmezer: «Die sogenannte Einsparung beträgt 27 Rappen pro Haushalt pro Tag».
«Weniger erhalten und mehr bezahlen»
Auf der anderen Seite müssten sich die Leute ihre Programme bei einem Ja in Zukunft für viel Geld bei privaten Anbietern zusammenkaufen, weil die Initiative die Hälfte der SRG-Sendungen zerstört.
«Weniger erhalten und mehr bezahlen», fasst Ueli Schmezer zusammen. Damit sei eigentlich alles gesagt.
Zur Person
Ueli Schmezer ist Journalist und Jurist – und er sitzt seit März im Schweizer Nationalrat. Er hat bis 2022 für SRF gearbeitet, zuletzt im «Kassensturz». Heute ist er selbstständiger Auftrittscoach, Medientrainer und SP-Mitglied. Seit über 20 Jahren steht Schmezer auch als Musiker auf der Bühne.












