Todesstrafe

    Syrien verhängt Todesstrafe gegen Baschar al-Assad

    Keystone-SDA
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    Syrien,

    Ein syrisches Gericht hat den gestürzten Präsidenten des Landes Baschar al-Assad in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Ihm wurde vorsätzlicher Mord an mehreren Menschen, Folter, willkürliche Inhaftierung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Assad hält sich derzeit in Russland auf, das ihn bislang nicht an Syrien ausgeliefert hat. Das Urteil des vierten Strafgerichts in der Hauptstadt Damaskus wurde live im syrischen Staatsfernsehen verlesen.

    HANDOUT - Der ehemalige syrische Präsident Baschar al-Assad im Jahr 2019 in Damaskus. Foto: -/SANA via AP/dpa/Archivbild - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollst...
    HANDOUT - Der ehemalige syrische Präsident Baschar al-Assad im Jahr 2019 in Damaskus. Foto: -/SANA via AP/dpa/Archivbild - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollst... - Keystone/SANA via AP/-

    Neben Assad wurde ebenfalls sein Cousin Atef Nadschib zum Tode verurteilt. Nadschib ist ein Cousin Assads. Als früherer Chef für Sicherheit in der südlichen Stadt Daraa wurden ihm laut Anklage Verbrechen gegen das syrische Volk vorgeworfen, darunter «systematischer Massenmord» und willkürliche Verhaftungen. In Daraa hatten 2011 die friedlichen Aufstände gegen Assad begonnen, nachdem Jugendliche regierungskritische Graffiti an die Wände ihrer Schule gesprüht hatten und festgenommen wurden. Daraus entwickelte sich der fast 14-jährige Bürgerkrieg. Nadschib ist einer der wenigen Schlüsselfiguren der Assad-Regierung, die selbst in Syrien vor Gericht steht.

    Jubel vor dem Gerichtsgebäude

    Auch Assads Bruder Mahir al-Assad sowie weitere Vertreter der gestürzten Regierung wurden in Abendwesenheit zum Tode verurteilt. Ihnen wurden vorsätzlicher und geplanter Mord sowie Folter mit Todesfolge zur Last gelegt.

    Vor dem Justizpalast in Damaskus versammelten sich während der Urteilsverkündung Dutzende Menschen. Nach dem Todesurteil gegen Nadschib brachen Jubel und Freudenschreie aus, wie ein dpa-Reporter vor Ort berichtete. Einige Menschen hielten Bilder von Personen hoch, deren Tod Nadschib vorgeworfen wird. Auch in Daraa hat es Augenzeugenberichten zufolge Freudenbekundungen gegeben.

    Die Verfahren sind Teil einer Reihe von Prozessen gegen prominente Vertreter der früheren syrischen Assad-Regierung. Als die Rebellenallianz im Dezember 2024 kurz vor der Hauptstadt Damaskus stand, floh Machthaber Assad mit seiner Familie nach Russland. Berichten zufolge soll sich sein jüngerer und als brutaler «Schlächter» bekannter Bruder Mahir ebenfalls nach Moskau abgesetzt haben. Bisher scheint eine Vollstreckung der Strafen unwahrscheinlich. Sollten sie jemals gefasst oder ausgeliefert werden, wartet auf sie in Damaskus umgehend der Strafvollzug oder ein neuer Prozess.

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