Todesstrafe im Iran: Erneut Vollstreckung gemeldet
Im Iran ist nach Angaben der justiznahen Nachrichtenagentur Misan ein weiterer Mann hingerichtet worden. Die Staatsanwaltschaft hatte Mohammad Araf Schahbakhsch eine Beteiligung an einem bewaffneten Angriff auf eine Polizeistation vorgeworfen. Dabei sollen mehrere Polizeibeamte getötet oder verletzt worden sein. Nach Angaben von Menschenrechtlern gibt es keine unabhängige Bestätigung für eine Tatbeteiligung.

Laut Staatsanwaltschaft soll der Mann Mitglied der sunnitischen Rebellengruppe Dschaisch al-Adl (Armee der Gerechtigkeit) gewesen sein. Diese fordert ein Ende der Benachteiligung sunnitischer Muslime im überwiegend schiitischen Iran sowie eine Unabhängigkeit der südöstlichen Provinz Sistan und Belutschistan. Mitglieder verüben Anschläge auf Polizei, Grenztruppen und Revolutionsgarden. Die Festnahme sei bereits Ende August 2024 erfolgt, hiess es.
Die in Oslo ansässige Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) teilte am Dienstag mit, dass in den ersten zehn Monaten dieses Jahres mindestens 691 Menschen im Iran hingerichtet worden seien. Unter ihnen seien mindestens 64 Angehörige der ethnischen Minderheit der Belutschen. Laut Menschenrechtlern wird die Todesstrafe im Iran nicht nur zur Unterdrückung von Oppositionellen genutzt, sondern auch zur Vertuschung von Menschenrechtsverletzungen durch Sicherheitskräfte.














