Syrien-Herrscher wird in Berlin gefeiert wie Popstar
Ahmed al-Sharaa, Syriens umstrittener Übergangspräsident, wird in Berlin empfangen und gefeiert. Er sorgt zugleich für Proteste.
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Das Wichtigste in Kürze
- Ahmed al-Sharaa, Syriens Übergangspräsident, besucht Berlin und wird offiziell empfangen.
- Viele Syrer in Deutschland feiern ihn, während Kritiker seinen Besuch problematisch sehen.
- Die Gespräche drehen sich vor allem um Flüchtlingsrückkehr und Wiederaufbau.
Der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa (43) ist zu Besuch in Berlin. Zum Auftakt wurde er von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (70) an dessen Amtssitz, dem Schloss Bellevue, empfangen.

Es kommt zu irritierenden Bildern: In Berlin feierten ihn die in Deutschland lebenden Syrer wie einen Popstar. Bei einer Veranstaltung im Luxushotel Ritz-Carlton rief die Gemeinde im Chor «Allahu Akbar!» und klatschte für den früheren Dschihad-Kämpfer stehend.
Übersetzt heisst das «Allah ist gross». Jedoch wird der Ausruf auch immer wieder von Islamisten gerufen.

Videos auf X und Bilder der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur «Sana» zeigen al-Sharaa. Er verkündet stolz, dass Syrer in Deutschland ihre nationale Identität bewahren sollen. Er betonte zudem, sie seien wichtig, um ein «authentisches» Bild Syriens zu vermitteln.
Westliche Länder hofieren ihn gerade. Denn er verspricht, nach dem Sturz von Baschar al-Assad Ende 2024 die Einheit Syriens zu sichern. Ein Anspruch, der angesichts von Pogromen an Drusen, Massakern an Kurden und jüngsten Übergriffen auf Christen sehr fragwürdig wirkt.
Begleitet von Protesten
Der Deutschland-Besuch, der eigentlich schon im Januar stattfinden sollte, wird von Protesten begleitet. Es sind mehrere Demonstrationen mit insgesamt rund 5000 Teilnehmern angemeldet.
Auf dem Programm von al-Scharaa steht auch ein Gespräch mit Kanzler Friedrich Merz. Ausserdem will er an einem Runden Tisch mit Unternehmern teilnehmen.

Die politischen Gespräche dürften sich vor allem um die Rückführung syrischer Flüchtlinge in ihre Heimat drehen. Und um den Wiederaufbau des im jahrelangen Bürgerkrieg schwer zerstörten Landes.
Al-Scharaa nähert sich dem Westen an
Die von al-Scharaa angeführte Islamistenmiliz HTS hatte Ende 2024 nach fast 14 Jahren Bürgerkrieg den langjährigen Machthaber Baschar al-Assad gestürzt.
Anschliessend wurde al-Scharaa zum Übergangspräsidenten ernannt und steuert das Land seitdem hin zu einer Öffnung und Annäherung an den Westen.
CDU-Politiker Ali Ertan Toprak (56), der auch der Kurdischen Gemeinde Deutschlands (KGD) vorsitzt, empört dieser Staatsempfang. Er betont, dass Al-Sharaa nicht demokratisch gewählt wurde.












