Deutscher Filmpreis geht an «In die Sonne schauen»

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Deutschland,

Beim Deutschen Filmpreis hat das Drama «In die Sonne schauen» von Mascha Schilinski gleich zehn Auszeichnungen gewonnen, darunter die Goldene Lola für den besten Spielfilm. Das gab die Deutsche Filmakademie in Berlin bekannt.

Die Produzenten Lucas Schmidt (l-r), Lasse Scharpen und Maren Schmitt werden bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises in der Kategorie Bester Spielfilm für den Film «In die Sonne s...
Die Produzenten Lucas Schmidt (l-r), Lasse Scharpen und Maren Schmitt werden bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises in der Kategorie Bester Spielfilm für den Film «In die Sonne s... - Keystone/dpa/Christoph Soeder

Der Film erzählt von mehreren Frauen, die in unterschiedlichen Zeitebenen auf einem Bauernhof leben, und war auch mit den meisten Nominierungen ins Rennen gegangen. Er wurde unter anderem für die beste Regie, das beste Drehbuch und die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

Der Politthriller «Gelbe Briefe» von İlker Çatak gewann die Lola in Silber. Der Film erzählt von einem Künstlerpaar, das politischen Repressionen ausgesetzt ist. Die Lola in Bronze ging an «Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke». Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Joachim Meyerhoff. Regie führte Simon Verhoeven, der Sohn von Senta Berger.

Die 85-Jährige wurde als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in der Tragikomödie ausgezeichnet. Sie sei aufgeregt, sagte Berger. «Ich bin erst morgen glücklich. Heute ist es einfach zu viel.» Bergers Filmpartner Michael Wittenborn wurde als bester Nebendarsteller geehrt.

Als bester Hauptdarsteller wurde August Diehl für seine Leistung in «Das Verschwinden des Josef Mengele» ausgezeichnet. Ähnlich wie bei den Oscars in den USA konnten die rund 2.400 Mitglieder der Deutschen Filmakademie über viele der Preisträgerinnen und Preisträger abstimmen.

Die Preisverleihung musste zwischenzeitlich wegen Technikproblemen unterbrochen werden. Das Publikum konnte den Saal verlassen. Auch die Liveübertragung online wurde vorübergehend ausgesetzt. Im Fernsehen wurde die Gala zeitversetzt erst später am Abend im Ersten gezeigt.

Eine Sprecherin der ARD-Programmdirektion teilte mit: «Aufgrund eines unerwarteten Ausfalls der Saaltechnik kam es während der Übertragung des Deutschen Filmpreises am Freitagabend zu einer vorübergehenden Unterbrechung des Programms.»

Zum besten Dokumentarfilm wurde «Siri Hustvedt – Dance Around the Self» gekürt. Die Lola für den besten Kinderfilm ging an «Zirkuskind». Als besucherstärkster Film wurde in diesem Jahr «Das Kanu des Manitu» von Michael «Bully» Herbig ausgezeichnet.

Regisseur Wim Wenders («Perfect Days», «Paris, Texas») erhielt für seine Verdienste um den deutschen Film den Ehrenpreis. Der Filmemacher nutzte die Bühne, um über eine umstrittene Nacktszene in seinem Film «Falsche Bewegung» von 1975 zu sprechen.

Schauspielerin Nastassja Kinski war damals erst 13 und versucht nach Angaben der «Süddeutschen Zeitung», die Szene entfernen zu lassen. Wenders sagte, er würde die Szene heute nie wieder so drehen. Gleichzeitig frage er sich, wie man mit Filmerbe umgehe und ob man eine solche Szene einfach kürzen solle. Er wünsche sich dazu eine Diskussion mit der Filmakademie.

Zur Gala am Berliner Funkturm waren rund 1.900 Gäste geladen, darunter war auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos). Moderator Christian Friedel kommentierte mit Seitenhieben unter anderem die kulturpolitischen Debatten der vergangenen Monate. Die Akademiechefs Florian Gallenberger und Vicky Krieps riefen zum Zusammenhalt auf. Kultur verbinde und sei ein Raum, in dem alle Platz hätten, sagte Gallenberger. Kultur helfe auch gegen die AfD und sie widersetze sich jeder Bevormundung.

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