Slowakisches Gericht verhandelt Journalistenmord neu
Fast acht Jahre nach einem international beachteten Journalistenmord hat am Montag in der Slowakei ein neues Gerichtsverfahren gegen die beiden Hauptangeklagten begonnen. Der Millionär Marian Kocner soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft gemeinsam mit einer Komplizin den Mord am Investigativ-Journalisten Jan Kuciak bestellt und bezahlt haben. Die beiden Auftragsmörder wurden bereits im Jahr 2020 rechtskräftig zu jeweils 25 Jahren Gefängnis verurteilt, ein Mittäter zu 15 Jahren. Den Mordauftrag zu beweisen, erwies sich jedoch als schwieriger.

Das für organisierte Kriminalität zuständige Spezialgericht in Pezinok, nordöstlich von Bratislava, sprach Kocner 2020 und nochmals 2023 aus Mangel an zweifelsfreien Beweisen frei. Diese Freisprüche sorgten jeweils für internationale Empörung. Den Medien zugespielte Informationen aus den laufenden Ermittlungen hatten nämlich schon vor dem Urteil den Eindruck einer eindeutigen Beweislage erweckt.
Beide Urteile des Gerichts in Pezinok wurden jedoch vom Obersten Gericht der Slowakei aufgehoben. In seiner letzten Entscheidung im Mai 2025 entzogen die Höchstrichter zudem den bisher damit befassten Richtern das Verfahren. Der am Montag neu begonnene Prozess findet daher zwar wieder am selben Spezialgericht statt, aber vor drei neuen Richtern.
Der Hauptangeklagte Kocner und seine mutmassliche Komplizin Alena Z. wiesen zu Verhandlungsbeginn am Montag erneut alle Vorwürfe als unbegründet zurück. Wie lange das Gerichtsverfahren dauern wird, ist vorerst nicht absehbar.
Der 27 Jahre alte Kuciak und seine gleichaltrige Verlobte Martina Kusnirova waren am 21. Februar 2018 in ihrem Haus im Dorf Velka Maca erschossen worden. Kuciak hatte über kriminelle Verstrickungen von Politik und Unternehmern wie Kocner berichtet. Der Doppelmord löste Massendemonstrationen aus, die zum Sturz der damaligen Regierung des Linksnationalisten Robert Fico sowie zu Säuberungen in Polizei und Justiz führten. Fico ist inzwischen erneut an der Macht, seit er die Parlamentswahl im Herbst 2023 gewann.














