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Postauto-Brand: Täter verbarrikadierte sich 2019 in SRF-Büro

Gerry Reinhardt
Gerry Reinhardt

Murten,

Der Täter des Postauto-Brands in Kerzers war vorbelastet: 2019 verschanzte er sich im SRF-Gebäude in Bern und drohte, sich selbst zu schaden.

Kerzers
Bei dem Postauto-Brand in Kerzers kamen sechs Menschen ums Leben. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Roger K. (65) zündete sich am Dienstagabend in einem Postauto in Kerzers an.
  • 2019 verschanzte sich Roger K. im SRF-Gebäude und drohte, sich selbst zu schaden.
  • Das Feuer tötete sechs Menschen, darunter den Chauffeur und eine Moderatorin.

Der Mann, der am Dienstag in Kerzers sechs Menschen in den Tod riss, heisst Roger K. Der 65-Jährige lebte in einem Camper und hatte bereits früher für Schlagzeilen gesorgt. Laut Blick verschanzte er sich 2019 im SRF-Gebäude in Bern.

Am Dienstagabend gegen 18.25 Uhr übergoss sich Roger K. in einem Postauto mit Benzin. Er zündete sich selbst an.

Das Feuer breitete sich rasant aus. Sechs Menschen starben, darunter der Täter selbst.

Der 65-Jährige war den Behörden bereits bekannt. Seine Familie hatte ihn als vermisst gemeldet. Die Polizei leitete eine Suche ein.

Roger K. kontaktierte Medien nach SRF-Vorfall

Im Jahr 2020 meldete sich Roger K. bei der Blick-Redaktion. In einem E-Mail gab er zu, für einen Vorfall im SRF-Gebäude verantwortlich zu sein. «An besagtem Tag verschanzte ich mich im SRF-Gebäude in Bern», schrieb er.

Der Vorfall ereignete sich im August 2019. An einem Montagmorgen drang ein Mann in das Postbüro des SRF-Gebäudes ein. Das Gebäude befindet sich im Berner Monbijouquartier.

Der Mann drohte dort damit, sich selbst etwas anzutun. Die Polizei überwältigte ihn im Lauf des Vormittags. Niemand kam zu Schaden. Ein Krankenwagen brachte ihn ins Spital.

Täter klagte über Muskelerkrankung

In seinem E-Mail an die Redaktion schilderte Roger K. seine Situation. «Ich bin schwer an einer Muskelerkrankung erkrankt und habe mein Leben lang gearbeitet», schrieb er. Er wolle seinen letzten Willen noch ausleben, bevor er in Frieden gehen könne.

Der 65-Jährige gab an, in einem Arbeitsprogramm im Kanton Freiburg zu arbeiten.

Er lebte in einem Camper. Die Kesb ? die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde ? war über seinen Fall informiert.

Es handle sich um eine Beistandschaft in administrativen Angelegenheiten, teilte die Kesb mit. «Selbst- oder Fremdgefährdung war kein Thema», erklärte Rahel Rohr, Präsidentin der Kesb Oberland West.

Keine Bestätigung der Kapo Bern

Die Kantonspolizei Bern kann den SRF-Vorfall von 2019 weder bestätigen noch dementieren. Roger K. sei bei ihr lediglich wegen Betäubungsmittelmissbrauchs verzeichnet, teilt die Kommunikationschefin Ramona Mock auf Anfrage von Nau.ch mit.

Da es sich beim damaligen Vorfall gemäss erster Einschätzung nicht um eine Straftat gehandelt habe, sei der Eintrag nach spätestens fünf Jahren gelöscht worden. Das Polizeigesetz schreibe dies so vor.

Polizei fand keine Hinweise auf Gefährdung

Die Polizei bezeichnete Roger K. als «psychisch instabile Person». Zum Zeitpunkt seines Verschwindens gab es aber keine Hinweise auf eine mögliche Gefährdung. Die Behörden führten trotzdem eine Suche durch.

Am Dienstag stieg Roger K. gegen 17.45 Uhr in Düdingen ins Postauto. Das Fahrzeug war auf dem Weg nach Kerzers. Rund 40 Minuten später übergoss er sich mit Benzin und zündete sich an.

Das Feuer breitete sich extrem schnell aus. Sechs Menschen starben, darunter auch der 63-jährige Chauffeur Albino R. Unter den Opfern war auch eine 26-jährige Energy-Moderatorin.

Kommentare

User #4612 (nicht angemeldet)

Er sah keinen Ausweg mehr. Er hat um einen beistand gefragt. Kein Geld mehr nun fliegt er noch aus seinem zuhause. KESP war informiert hat aber nicht reagiert. Mit dem letzten Geld hat er wohl noch Rubel lose gekauft. Hat aber auch nichts gebracht. Er wurde schlicht von den Behörden im Stich gelassen. Leider kamen dadurch viele unschuldige Menschen ums Leben.

User #843 (nicht angemeldet)

Da bereits 2/3 der schweizer Bevölkerung schon mal bei einem Psychiater oder Psychologen war, oder ist, können eigentlich fast alle machen was sie wollen, denn sie sind ja entschuldigt für ihr Tun! Ist das wirklich DAS, was wir alle wollen?

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