Serbien

Serbien drohen wegen Mladic-Begräbnis Konsequenzen der EU

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Belgien,

Das EU-Beitrittskandidatenland Serbien muss wegen der Verherrlichung des gestorbenen Kriegsverbrechers Ratko Mladic mit Konsequenzen rechnen.

Begräbnis
Serbien drohen wegen des Begräbnisses des Kriegsverbrechers Darko Mladic Konsequenzen der EU. - keystone

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa warfen Regierungsvertretern nach der Beerdigung von Mladic vor, sich einem dunklen Kapitel der jüngeren europäischen Geschichte nicht zu stellen.

Die Zeichen offizieller Unterstützung und die Anwesenheit ranghoher serbischer Amtsträger bei der Beerdigung seien zutiefst bedauerlich und stünden im Widerspruch zu den Werten, auf denen Serbiens Weg in die Europäische Union beruhe.

Nach Angaben eines Sprechers der EU-Kommission werden derzeit mögliche nächste Schritte geprüft. Diplomaten zufolge könnten Serbien etwa vorerst Fortschritte im EU-Beitrittsverfahren verwehrt werden. Denkbar seien zudem finanzielle Konsequenzen wie das Einfrieren von derzeit geleisteten Unterstützungszahlungen. Serbien ist seit 2012 EU-Beitrittskandidatenland, seit 2014 laufen offiziell Verhandlungen.

Der im Gefängnis gestorbene bosnisch-serbische Kriegsverbrecher Mladic war am Montag in der serbischen Hauptstadt Belgrad mit allen staatlichen und militärischen Ehren beigesetzt worden. Der Zeremonie auf dem Belgrader Friedhof Topcider wohnten mehrere tausend Menschen bei, wie serbische Medien berichteten. Eine militärische Ehrenformation begleitete den Sarg, Soldaten feuerten Salutschüsse ab.

Von der Leyen und Costa erklärten nun dazu: «Die Bilder von der gestrigen Beerdigung von Ratko Mladic in Belgrad waren schockierend. Ratko Mladic war ein verurteilter Kriegsverbrecher. Er war für Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich.» Man sei in Gedanken bei allen Opfern der Verbrechen, die in den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens begangen worden seien.

Kommentare

User #4705 (nicht angemeldet)

Die EU hat die serbische Regierung über Jahre politisch und finanziell mitgetragen – umso mehr trägt sie Verantwortung, jetzt klare Konsequenzen zu ziehen.

User #4705 (nicht angemeldet)

Nach Völkermord, Vertreibungen, Vergewaltigungen und anderen schwersten Kriegsverbrechen ist es erschreckend, wenn Mladić 30 Jahre später noch immer mit staatlichen Ehren verherrlicht wird und selbst in Teilen der Fußball-Fanszene mit Parolen in Richtung Srebrenica dieselbe Ideologie weiterlebt. Wer so mit der Vergangenheit umgeht, kann nicht gleichzeitig glaubwürdig europäische Werte vertreten. Die EU muss hier klare Grenzen setzen und den Beitrittsprozess sowie finanzielle Unterstützung an eine eindeutige Distanzierung von Kriegsverbrechern knüpfen.

Weiterlesen

Neutralität
759 Interaktionen
Neutralität
dsf
83 Interaktionen
Front zieht auf

MEHR IN POLITIK

Zusätzlicher Sonntag nötig
Türkei
Umstrittene Wahl

MEHR SERBIEN

serbien mladic
3 Interaktionen
Konsequenzen
4 Interaktionen
Prahovo
7 Interaktionen
Belgrad
81 Interaktionen
Belgrad/Budapest

MEHR AUS BELGIEN

CL
2 Interaktionen
Heute geht's los
Schweiz, EU
103 Interaktionen
Brüssel
eu
5 Interaktionen
Brüssel
26 Interaktionen
Berlin/Brüssel