Wildberries – Selenskyjs Begründung für die Angriffe

Esada Kunic
Esada Kunic

Ukraine,

Wildberries, Russlands grösster Onlinehändler, steht unter ukrainischem Drohnenbeschuss. Selenskyj nennt nun die militärischen und wirtschaftlichen Gründe.

Selenskyj Wildberries
Ukrainische Drohnen treffen Wildberries-Lager in ganz Russland. Selenskyj erklärt, warum der Onlinehändler zum Ziel geworden ist. - keystone

Die Ukraine nimmt Russlands Logistik mit Drohnen systematisch ins Visier. Präsident Wolodymyr Selenskyj begründet die Angriffe auf Wildberries mit der Doppelrolle des Konzerns, wie das «T-Online» berichtet.

Der Konzern werde für die Lieferung von Militärgütern genutzt und erwirtschafte grosse Einnahmen für Russland. Die Operation sei «sehr sorgfältig kalkuliert» gewesen, sagte Selenskyj.

Findest du, dass die Ukraine mit den Angriffen auf Wildberries das richtige Ziel trifft?

Russland greife seit 2022 ukrainische Logistikdienstleister wie Ukrposhta und Nova Poshta an. «Es waren ihre Angriffe auf unsere Logistik, die uns dazu brachten, auf dieselbe Weise, logistisch, zu reagieren», erklärte er.

Milliardenschäden für die russische Wirtschaft

Den direkten Schaden durch die Wildberries-Angriffe bezifferte Selenskyj auf rund eine Billion Rubel, was etwa 9,6 Milliarden Franken entspricht. Inklusive Folgeschäden könnten es bis zu drei Billionen Rubel (etwa 28,15 Milliarden Franken) werden: Zahlen, die sich unabhängig nicht überprüfen lassen.

Beobachter zweifeln allerdings an der rein militärischen Begründung. Laut dem «ORF» sei der Anteil militärischer Güter auf der Plattform tatsächlich gering.

Die Ukraine nehme Wildberries auch wegen seiner Verbindungen zur staatlichen Bank VTB ins Visier, berichtet der «ORF». Der Onlinehändler gilt als «grösster Kreditnehmer Russlands», sein Zusammenbruch könnte laut dieser Einschätzung den Bankensektor erschüttern.

Wildberries: Million Quadratmeter Lagerfläche ausgebrannt

Wildberries wurde 2004 von Tatjana Kim gegründet und wickelt heute rund die Hälfte aller Onlinebestellungen in Russland ab, berichtet «T-Online».

Seit dem 18. Juli haben ukrainische Drohnen mindestens zwanzig Wildberries-Lagerhäuser angegriffen, schreibt das «Handelsblatt». Dabei seien mehr als eine Million Quadratmeter Lagerfläche ausgebrannt – rund zwanzig Prozent der gesamten Kapazität des Unternehmens.

Der Kreml räumte laut «ORF» bereits ein, dass Wildberries bei Bedarf staatlich subventioniert werden müsse. Bis zu 400'000 russische Händlerinnen und Händler sind auf der Plattform aktiv und erleiden durch die Brände enorme Verluste.

Selenskyj fordert mehr Waffen und Geld

Selenskyj erklärte zudem, Russland verfüge derzeit über 600 bis 630 ballistische Raketen. Es könnte langfristig bis zu 1300 pro Jahr produzieren, so «T-Online».

wildberries Selenskyj
Selenskyj sieht Wildberries als Stütze des russischen Militärs und der Kriegswirtschaft. - keystone

Die Ukraine versuche deshalb mit Angriffen auf Rüstungsziele und Sanktionen, die russische Produktion zu bremsen.

Kiew fordert für den Winter 300 Patriot-Abfangraketen und wartet auf 30 Milliarden Euro (etwa 28 Milliarden Franken) aus Europa. Im Verteidigungshaushalt fehlten laut Selenskyj weitere 27 Milliarden Dollar (21,6 Milliarden Franken).

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Kommentare

User #2506 (nicht angemeldet)

Verbrecher müssen nichts begründen. Er soll endlich Frieden machen!

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