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Regierung will Weichen für Anwerbung ausländischer Fachkräfte stellen

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Deutschland,

Die Bundesregierung will am Montag auf einem Fachkräftegipfel die Weichen stellen, um im kommenden Jahr ausländische Fachkräfte gezielter anzuwerben.

Azubi aus dem Iran in Mainz
Azubi aus dem Iran in Mainz - dpa/dpa/picture-alliance/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Merkel: Ohne ausreichende Fachkräfte kann Wirtschaft nicht erfolgreich sein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und mehrere Minister hoben am Wochenende die Bedeutung konkreter Schritte gegen den Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft hervor. «Ohne ausreichend Fachkräfte kann ein Wirtschaftsstandort nicht erfolgreich sein», warnte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft.

Grundlage für die Anwerbung ausländischer Fachkräfte ist das Fachkräfteeinwanderungsgesetz, das Anfang März in Kraft tritt. Im Bundeskanzleramt wollen am Montag Spitzenvertreter von Wirtschaft, Gewerkschaften und Regierung darüber diskutieren, wie das Gesetz am besten in die Praxis umgesetzt werden kann.

Es sei es notwendig, «dass wir uns um ausreichend Fachkräfte bemühen», sagte Merkel. «Denn sonst müssen Unternehmen abwandern - und das wollen wir natürlich nicht.» Nach den Worten Merkels setzt die Fachkräftestrategie der Bundesregierung neben dem Ausschöpfen des heimisches Potenzials durch eine «gute Ausbildung für möglichst alle Menschen» und Fachkräften aus der EU auch auf Menschen von ausserhalb der Europäischen Union.

«Nun heisst es, die Menschen auf der Welt zu finden, die bereit sind, zu uns nach Deutschland zu kommen», sagte Merkel. Dabei seien in verschiedenen Berufszweigen «unterschiedliche Herangehensweisen» nötig. Ein Thema des Gipfels wird die Frage nach Schwerpunktländern etwa für die Suche nach Pflegekräften sein.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) pochte auf klare Kriterien bei der Zuwanderung von ausländischen Fachkräften. Es werde im Ausland Hilfe gesucht, «die zu uns passt: motiviert, gut qualifiziert und bereit, unsere Werte zu leben», sagte Spahn den Zeitungen der «Funke Mediengruppe». Das sei «genau die Zuwanderung, die wir wollen».

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nannte bereits konkrete Schwerpunktländer für die Anwerbung von Arbeitskräften. «Wir werden Pilotprojekte mit einigen Ländern starten, hierunter sind Brasilien, Indien und Vietnam», sagte Altmaier dem «Tagesspiegel». Man müsse sich um die Länder kümmern, «wo es sehr viele junge Menschen gibt, wo die Ausbildung, der Ausbildungsstand sehr hoch ist und wo die Bereitschaft und das Interesse an einer Berufstätigkeit in Deutschland vorhanden sind».

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) forderte in der «Augsburger Allgemeinen», die deutsche Wirtschaft müsse eine Anwerbestrategie entwickeln und der Staat bürokratische Hürden beseitigen. Zugleich verteidigte er das Gesetz gegen mögliche Bedenken in der Bevölkerung: «Es geht nicht um ungesteuerte Zuwanderung, sondern um qualifizierte Leute, die wir hier brauchen, damit unser Land auch in Zukunft wirtschaftlich stark bleiben kann.»

Der Digitalverband Bitkom sprach sich für ein offensiveres Werben «um die besten Köpfe auf der ganzen Welt» aus. Das Fachkräfteproblem sei «der Bremsklotz der deutschen Wirtschaft», erklärte Verbandspräsident Achim Berg. «Hunderttausende Stellen können nicht besetzt werden - darunter allein 124.000 lukrative IT-Jobs in allen Branchen.» Der Verband schlug vor, das Fachkräfteeinwanderungsgesetz nachzubessern.

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