Stromausfall

Kuba in der Krise: Erneut inselweiter Stromausfall

Keystone-SDA
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Cuba,

Auf ganz Kuba ist zum zweiten Mal diese Woche der Strom ausgefallen. Das Land leidet unter einer veralteten Infrastruktur und dem Druck aus Washington.

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Auf Kuba ist der Strom erneut ausgefallen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Kuba ist zum zweiten Mal in dieser Woche von einem inselweiten Blackout betroffen.
  • Das Land hat seit Monaten keine Erdöllieferungen mehr erhalten.
  • Darunter leidet die Bevölkerung: Unterricht fällt aus, die Müllabfuhr funktioniert nicht.

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche ist es auf Kuba zu einem inselweiten Stromausfall gekommen. Nach dem Blackout werde unter schwierigen Umständen an der Wiederherstellung der Energieversorgung gearbeitet, teilte Ministerpräsident Manuel Marrero Cruz mit. Bereits am Montag war das Stromnetz in dem wirtschaftlich sehr angeschlagenen sozialistischen Karibikstaat komplett zusammengebrochen.

Auf Kuba ist die veraltete Infrastruktur aufgrund mangelnder Wartung in schlechtem Zustand. Durch ein von US-Präsident Donald Trump verhängtes Ölembargo hat sich die Lage zudem dramatisch verschlechtert. Die Stromversorgung ist von Öl abhängig, und das Land hat seit drei Monaten keine Erdöllieferungen mehr aus dem Ausland erhalten.

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Kuba leidet unter dem Druck aus Washington. - keystone

In dem Land mit knapp zehn Millionen Einwohnern verschärfen häufige Stromausfälle und Treibstoffmangel die ohnehin bereits seit Jahren dramatischen Lebensbedingungen der Bevölkerung. Ohne Energie verderben die wenigen verfügbaren Lebensmittel im Kühlschrank.

Die Telefon- und Internetverbindung bricht ständig ab. Krankenhäuser müssen ihre Leistungen kürzen. Der Unterricht an Schulen und Universitäten fällt aus. Aufgrund des Kraftstoffmangels sammelt sich der Müll auf den Strassen, weil eine Müllentsorgung nur eingeschränkt möglich ist.

Auch US-Botschaft betroffen

Selbst die US-Botschaft ist von den Stromausfällen betroffen. Die kubanische Regierung hatte zuletzt einem Bericht der «Washington Post» zufolge der US-Vertretung eine Einfuhr von Diesel für Generatoren verweigert. Die Botschaft nehme «schamlos» ein Privileg für sich in Anspruch, das die USA dem kubanischen Volk verwehrten, hiess es.

Seit der Revolution 1959 unter dem linken Revolutionsführer Fidel Castro sind die Beziehungen zwischen Washington und Havanna angespannt. Die kommunistische Regierung Kubas führt die Wirtschaftskrise des Landes auf das seit mehr als 60 Jahren bestehende Handelsembargo der USA sowie auf das aktuelle Ölembargo zurück.

Trump will politische Veränderungen erzwingen

Schon vor dem US-Militäreinsatz in Venezuela im Januar hatte Präsident Trump eine vollständige Blockade für sanktionierte Öltanker mit Lieferungen von Kubas südamerikanischen Verbündeten angeordnet. Auch durch Zolldrohungen an potenzielle Lieferanten schnitt er Kubas Ölzufuhr ab.

Trump versucht, wirtschaftliche und politische Veränderungen auf der Insel zu erzwingen und hat eine Übernahme Kubas durch die USA angedeutet. Zugleich führen Washington und Havanna Gespräche, deren Inhalt nicht bekannt ist. Havanna hat Änderungen an seinem politischen System ausgeschlossen.

Kommentare

User #2652 (nicht angemeldet)

die amerikaner checken nicht mal welchen strategischen fehler sie gemacht haben.

User #5318 (nicht angemeldet)

Die SP möchte auch den Kapitalismus überwinden. So, wie Kuba. 🥳

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