Iranische Raketen können auch Europa erreichen
Der Iran beweist mit dem Angriff auf Diego Garcia, dass auch Europa in Reichweite liegt. Experten spekulieren, dass der Iran Raketen ohne Sprengköpfe nutzte.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Iran griff die 4000 Kilometer entfernte Insel Diego Garcia an.
- Damit beweist er, dass auch europäische Hauptstädte in Reichweite liegen.
- Israels Militärchef warnt, dass solche Raketen nicht für Ziele in Israel bestimmt seien.
In der Nacht auf Samstag griff der Iran mit zwei ballistischen Raketen die Insel Diego Garcia im Indischen Ozean an. Darauf befindet sich eine britische Militärbasis, die auch von den USA genutzt wird. Eine Rakete landete im Meer, die andere wurde abgefangen, Schäden wurden also keine angerichtet. Dennoch löst der Angriff, über den das «Wall Street Journal» und «CNN» berichteten, grosse Sorgen aus.
Denn Diego Garcia liegt rund 4000 Kilometer von der iranischen Küste entfernt. Dass der Iran Raketen mit einer so grossen Reichweite hat, wurde bislang nicht angenommen. Experten gingen von Reichweiten von 1500 bis maximal 2000 Kilometern aus. Doch der Angriff verändert so einiges.
Denn mit Raketen, die Ziele 4000 Kilometer entfernt angreifen können, gerät Europa ins Visier: Die Schweiz und auch europäische Hauptstädte wie Berlin, Paris oder gar London liegen weniger als 4000 Kilometer vom Nordiran entfernt. Und damit in Reichweite der iranischen Raketen.
Nahost-Experte Nawaf al-Thani schreibt auf X, dass es beim Diego-Garcia-Angriff nicht wichtig sei, dass die Raketen abgefangen wurden. «Es geht vielmehr darum, dass der Iran möglicherweise eine Reichweite unter Beweis gestellt hat.» Diese hätte ihm ein Grossteil der Welt nicht zugetraut, sie verändere die Lage «grundlegend».
Schoss der Iran Raketen ohne Sprengkopf ab?
Auch Israels Militärchef Ejal Zamir betont, dass europäische Hauptstädte im direkten Bedrohungsradius des Irans lägen. «Diese Raketen sind nicht dafür bestimmt, Israel zu treffen», warnt er.
Wie der «Spiegel» berichtet, sind die beiden reichweitenstärksten Raketen des Irans die Chorrmaschahr und die Sejjil. Bislang gingen Experten davon aus, dass sie eine Reichweite von maximal 2500 Kilometer haben.
Aktuell spekulieren die Fachleute, dass der Iran getrickst haben könnte. Möglicherweise stattete er die abgefeuerten Raketen mit einem kleineren oder gar keinem Sprengkopf aus. Im Normalfall trägt die Chorramschahr einen Sprengkopf von eineinhalb Tonnen. Mit einem Gewicht von 500 Kilogramm könnte die Rakete laut den Einschätzungen der Fachleute Ziele in 3000 Kilometer Entfernung anvisieren.
















