Orban-Partei will Rechte von homosexuellen Jugendlichen einschränken

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    Die in Ungarn regierende Fidesz-Partei will die Rechte und den Schutz von homosexuellen und transsexuellen Jugendlichen einschränken.

    Ungarn
    Brüssel: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban trifft zum EU-Gipfel im Gebäude des Europäischen Rates ein. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ein entsprechender Gesetzesentwurf der Fidesz-Partei liegt dem ungarischen Parlament vor.
    • Dadurch würden etwa homosexuelle und transsexuelle Inhalte in Büchern verboten werden.

    Die Fidesz-Partei des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban will die Rechte und den Schutz von homosexuellen und transsexuellen Jugendlichen einschränken. So sollen etwa an den Schulen Aufklärungsprogramme, die für einen respektvollen Umgang mit LGBT-Menschen sensibilisieren, verboten werden. Das geht aus einem Gesetzentwurf hervor, der dem ungarischen Parlament vorliegt und am Donnerstag bekannt wurde. Die Abkürzung LGBT steht für Lesben, Schwulen, Bisexuelle und Transgender.

    Der Entwurf sieht auch ein Verbot von Büchern, Filmen und anderen «Inhalten» vor, die sich an Kinder und Jugendliche wenden und in denen Sexualität dargestellt wird, die von der heterosexuellen abweicht. Auch Hinweise auf die Möglichkeit einer Geschlechtsumwandlung sollen etwa in Büchern und Filmen verboten werden. Darüber hinaus soll jede Art von Werbung verboten werden, in der Homosexuelle oder Transsexuelle als Teil einer Normalität gezeigt werden.

    Pride-Parade
    Trotz Verbot nahmen mehr als 200'000 Menschen an der Budapester Pride-Parade teil. (Archivbild) - AFP

    Die Bestimmungen sind Teil eines Gesetzentwurfs, der auch strengere Strafbestimmungen für sexualisierte Gewalt gegen Kinder und Jugendliche vorsieht. Der Gesetzentwurf soll unter anderem das «Recht der Kinder auf ihre bei der Geburt empfangene geschlechtliche Identität» schützen.

    «Zensur nach russischem Vorbild»

    Ungarische Menschenrechtler kritisierten den Entwurf als «Zensur nach russischem Vorbild». Er gefährde die seelische Gesundheit von LGBT-Jugendlichen und verhindere, dass sie rechtzeitig an präventive und sie unterstützende Informationen gelangen, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung von Amnesty International und mehreren LGBT-Organisationen.

    Die rechtsnationale Orban-Regierung pflegt immer wieder eine homophobe Rhetorik und schränkt die Rechte von LGBT-Menschen ein. Ein Gesetz aus dem Vorjahr macht es den Bürgern unmöglich, nach einer Geschlechtsumwandlung das geänderte Geschlecht in amtliche Dokumente eintragen zu lassen.

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