Hongkong

    Neue Haftstrafe für Hongkongs Demokratieaktivisten Joshua Wong

    Keystone-SDA
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    Hong Kong,

    Der inhaftierte Hongkonger Demokratie-Aktivist Joshua Wong ist in einem weiteren Gerichtsverfahren zu zehn Jahren Haft verurteilt worden.

    Der Anführer der «Regenschirm»-Bewegung des Jahres 2014 Joshua Wong. - Keystone

    Das Hohe Gericht der chinesischen Sonderverwaltungsregion verhängte die Strafe gegen den 30-Jährigen, wie die «South China Morning Post» und andere lokale Medien übereinstimmend berichteten. Wong hatte sich im September schuldig bekannt, sich mit ausländischen Kräften verschworen und damit die nationale Sicherheit gefährdet zu haben.

    Es war das zweite Verfahren gegen Wong unter Hongkongs nationalem Sicherheitsgesetz, das Peking 2020 nach einer Protestwelle verabschiedet hatte. Kritikern zufolge wird es von den Behörden für politische Repressionen instrumentalisiert.

    Die Strafverfolgung warf Wong vor, zwischen Juli und November 2020 mit dem heute im Exil lebenden Aktivisten Nathan Law und weiteren Personen zusammengearbeitet zu haben, um andere Länder und ausländische Organisationen zu Sanktionen und anderen feindseligen Handlungen gegen Hongkong und China zu bewegen.

    Im Juni 2025 erhoben die Behörden in dem Fall Anklage gegen Wong. International bekannt geworden war der frühere Studentenführer als eines der Gesichter der sogenannten Regenschirmbewegung von 2014, die sich für freie Wahlen in Hongkong einsetzte.

    Wong sitzt im Zusammenhang mit verschiedenen Verfahren bereits seit November 2020 hinter Gittern. Im November 2024 wurde er im viel beachteten Prozess gegen die «Hongkong 47» zu vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. In dem Verfahren ging es um eine inoffizielle Vorwahl des demokratischen Lagers für das Hongkonger Parlament im Jahr 2020. Wong hatte sich auch damals schuldig bekannt.

    Nach Angaben der «South China Morning Post» wird Wong nun voraussichtlich erst Ende 2036 freikommen. Die verbleibenden zwei Monate und zwei Tage seiner bisherigen Haftstrafe werden demnach gleichzeitig mit der neuen Strafe verbüsst. Der Richter ging bei der Strafzumessung von 13 Jahren aus und reduzierte die Strafe wegen Wongs Schuldbekenntnisses auf zehn Jahre.

    Die frühere britische Kronkolonie Hongkong war 1997 an China zurückgegeben worden und wird seither als Sonderverwaltungsregion geführt. Nach dem Grundsatz «ein Land, zwei Systeme» wurden ihr weitgehende Autonomie sowie der Fortbestand ihres eigenen Rechts- und Wirtschaftssystems für 50 Jahre zugesichert.

    Menschenrechtsorganisationen werfen den Behörden vor, mit dem Sicherheitsgesetz die prodemokratische Opposition zum Schweigen zu bringen und friedliche politische Aktivitäten zu kriminalisieren. Die Hongkonger Regierung weist dies zurück.

    Auch andere prominente Vertreter der prodemokratischen Bewegung wurden in viel beachteten Verfahren verurteilt. Der frühere Medienunternehmer Jimmy Lai erhielt im Februar eine Haftstrafe von 20 Jahren. Er war wegen Verschwörung zur Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften sowie zur Veröffentlichung aufrührerischer Publikationen schuldig gesprochen worden.

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