Midterms 2026: Republikaner suchen Sündenbock für Midterm-Pleite
Die Demokraten holen bei den Midterms beide Kammern im US-Kongress. Die Republikaner suchen derweil nach Antworten für die Wahl-Pleite. Das neueste im Ticker.

Im Überblick
- Republikaner suchen Sündenbock für Midterm-Pleite
- Knappes Rennen in Mississippi: Das sind die Optionen für eine Neuauszählung
- Cruz nach Midterms: «Tritt in den Hintern» für die Republikaner
- Mississippi: Demokrat Colom baut Vorsprung leicht aus
- Senats-Demokraten bereiten Untersuchungen gegen Trump-Regierung vor
- Prominenter Demokrat will Repräsentantenhaus-Sprecher werden
- Demokraten holen 240 Sitze im Repräsentantenhaus
Die Zwischenwahlen in den USA sind für Präsident Donald Trump zu einer herben Niederlage geworden. Die Demokraten haben sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus die Mehrheit erobert.
Damit verliert Trump zur Halbzeit seiner zweiten Amtszeit die bisherige Unterstützung durch die republikanischen Mehrheiten im Kongress. Der Machtwechsel dürfte es dem US-Präsidenten in den kommenden zwei Jahren deutlich erschweren, seine politischen Vorhaben durchzusetzen.
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Nach der Midterm-Pleite sucht die republikanische Partei laut «CNN» einen Sündenbock. Damit soll offenbar das Narrativ umgeschrieben werden, dass Donald Trump der Grund für die Wahl-Niederlage gewesen sei.
Doch wer genau soll den Kopf hinhalten? Im Fokus steht laut Berichten der Verteidigungsminister Pete Hegseth und der Krieg im Iran. Der kostentreibende Krieg gilt als einer der Gründe für die herbe Republikaner-Schlappe. US-Vizepräsident JD Vance sagte am Mittwoch: «Der Grund, warum wir verloren haben, ist der Krieg.»

Schuldige nannte Vance zwar nicht. Doch gegenüber «CNN» haben mehrere Republikaner gesagt, Hegseth habe Trump hinter den Kulissen zum Angriff auf den Iran gedrängt – und zwar ohne Plan für den Ausstieg oder die politischen Folgen. Er habe die Siegchancen der USA überschätzt und fordere trotz fehlender Fortschritte weiter eine Eskalation.
Der Republikaner Thomas Massie will gar ein Amtsenthebungsverfahren gegen Hegseth auslösen, sobald der Kongress nächste Woche wieder tagt. Mehrere republikanische Quellen rechnen laut «CNN» damit, dass der Antrag im Repräsentantenhaus eine Mehrheit findet.
Donald Trump hält an Hegseth fest
Donald Trump hält derweil vorerst an seinem Minister fest. Er habe nicht vor, ihn zu entlassen, sagte er am Mittwoch über Pete Hegseth. Dieser «sehr gute Arbeit», meinte der US-Präsident.
Zum Iran-Krieg sagte er: «Müsste ich es noch einmal tun, würde ich es noch einmal tun.» Auch das Pentagon weist die Angriffe zurück. Sprecher Sean Parnell erklärt, Hegseth werde bis zum Ende von Trumps Amtszeit im Amt bleiben.

Berater und Verbündete des Präsidenten rechnen laut «CNN» dennoch mit personellen Änderungen in der Regierung.
Im äusserst knappen Senatsrennen in Mississippi könnte es zu einer Neuauszählung kommen. Das sagt der Wahlrechtsanwalt Ben Ginsberg im Gespräch mit «CNN». Laut ihm kennt der Bundesstaat keine automatische Neuauszählung. Sie lasse sich nur über einen Gerichtsbeschluss erreichen.
Dafür müsse jedes Wahlkampfteam in den einzelnen Bezirken (Counties) einen Antrag bei Gericht stellen und einen «rechtlichen Vorwand» nennen. «Beide Kampagnen werden sich ihre günstigsten Bezirke aussuchen», sagt Ginsberg.
Der Weg über den Senat
Eine zweite Möglichkeit sei der Weg über den Senat. Bleibt unklar, wer gewonnen hat, könne der Senat den Sitz vorerst leer lassen oder den Führenden provisorisch zulassen. Danach könne er den Fall an den Regelausschuss des Senats weiterreichen.
Dieser könnte die Bezirke dann zu einer Neuauszählung auffordern. Laut Ginsberg ist das «wahrscheinlich der beste Weg», um die Stimmen tatsächlich nachzuzählen. Er sei aber stärker von Politik geprägt.
Der republikanische Senator Ted Cruz aus Texas hat die Niederlage seiner Partei bei den Midterms deutlich benannt. 2026 sei nicht einfach eine blaue Welle gewesen, sagte er in seinem Podcast. «Es war ein blauer Tsunami. Es war ein Tritt in den Hintern. Es war nicht einfach eine schlechte Midterm-Wahl wie 2006. Es war eine Ablehnung auf Watergate-Niveau.»
Viele republikanische Politiker hätten den wirtschaftlichen Schmerz der Wählerinnen und Wähler nicht verstanden oder sich nicht dafür interessiert, so Cruz. «Zölle haben alles zu teuer gemacht, und der Iran-Krieg hat zu lange gedauert. Er hätte kurz, entschlossen und vorbei sein sollen. Er muss enden.»

Das ist bemerkenswert, denn Cruz hat Trumps Vorgehen im Iran bisher weitgehend verteidigt. Er stimmte auch gegen Resolutionen, die die Kriegsbefugnisse des Präsidenten einschränken sollten.
Im Senatsrennen in Mississippi hat der Demokrat Scott Colom seinen Vorsprung leicht vergrössert. Nachdem zwei Bezirke (Counties) weitere Stimmen gemeldet haben, liegt er laut CNN mit 1138 Stimmen vor der republikanischen Senatorin Cindy Hyde-Smith. Das Rennen bleibt äusserst knapp.

Die Demokraten im US-Senat bereiten sich auf Untersuchungen gegen die Trump-Regierung vor. Der Auswärtige Ausschuss hat demnach Schreiben verschickt, damit Unterlagen aufbewahrt werden. Sie gingen etwa an Elon Musk wegen der Verlangsamung von Starshield in der Ukraine. Auch alle Häfen, Banken und privaten Beteiligten am russischen Diesel-Deal haben ein Schreiben erhalten.
Das sei ein übliches Vorgehen, sagte ein demokratischer Mitarbeiter gegenüber «CNN». Im Januar übernehmen die Demokraten die Mehrheit im Senat und wollen dann das Handeln der Regierung der letzten zwei Jahre durchleuchten.
Einen Tag nach den US-Parlamentswahlen bringt sich der prominente Demokrat Hakeem Jeffries für den Topjob als Sprecher des Repräsentantenhauses in Stellung. Nach dem Sieg der Demokraten bei erklärte er seine Kandidatur, wie er auf seiner Webseite ankündigte.
Die Zeiten, in denen das Repräsentantenhaus wie eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Regierung von US-Präsident Donald Trump funktioniere, seien vorbei, schrieb er.

Die Demokraten haben bei den Midterms im Repräsentantenhaus weitere Siege geholt. CNN sieht sie nun bei 240 Sitzen, obwohl in Dutzenden Rennen noch keine Entscheidung gefallen ist.
Im Senat kommen die Demokraten auf 54 Sitze, nachdem sie sieben bisher republikanische Sitze gewonnen haben. Offen sind noch die Rennen in Mississippi und Alaska. Die Abstände sind winzig, bis zu den Endergebnissen kann es Tage oder sogar Wochen dauern.
















