Krieg

Irans neuer oberster Führer fordert Rache für Kriegsopfer

Wegen der Eskalation im Nahen Osten steigt der Ölpreis an. Derweil bombardieren sich die Hisbollah und Israel erneut.

Modschtaba Chamenei
Berichte über Modschtaba Chamenei sind schwer überprüfbar und sorgen international für Spekulationen. (Archivbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit mehr als einer Woche spitzt sich die Lage im Nahen Osten zu.
  • Israel greift die Hisbollah und den Iran an, der Iran schlägt grossflächig zurück.
  • Im Nau.ch-Ticker bleibst du auf dem Laufenden.

Seit mehr als einer Woche eskaliert die Lage im Nahen Osten: Nach Angriffen Israels und der USA schlägt der Iran zurück, indem er Golfstaaten attackiert, was auch Touristen betrifft. Zudem blockiert Teheran die Strasse von Hormus, wodurch die Ölpreise stark anstiegen.

Bei den Angriffen wurde Ali Khamenei, der Oberste Führer des Irans, getötet. Sein Sohn Mojtaba wurde zum Nachfolger ernannt. Doch auch er soll verletzt worden sein.

Donald Trump hat bereits mehrfach von einem baldigen Kriegsende gesprochen. Die Ziele und der langfristige Plan der USA im Nahen Osten sind nicht klar.

Im Ticker von Nau.ch verpasst du keine neue Entwicklung:

Irans Geheimdienst warnt Bevölkerung vor Massenprotesten

22.47: Der Geheimdienst der iranischen Revolutionsgarden warnt die Bevölkerung vor neuen Massendemonstrationen. Der Staatssender Iribnews verbreitete eine Erklärung, in der Demonstrierenden noch härtere Schläge angedroht werden als bei den Protesten Ende Dezember und Anfang Januar.

Der Geheimdienst kündigte an, «Vaterlandsverräter» rund um die Uhr zu verfolgen. Demnach schürt der «böse Feind» Angst und Strassenunruhen, weil er seine Ziele nicht auf dem Schlachtfeld erreichen konnte.

Revolutionsgarden: Strasse von Hormus bleibt geschlossen

22.01: Die iranischen Revolutionsgarden halten an ihrer Blockade der Strasse von Hormus im Persischen Golf fest. Die Kommandozentrale der Garden erklärte laut der ihr nahe stehenden Nachrichtenagentur Fars, dass sie einer Anweisung des neuen Religionsführers Modschtaba Chamenei folge.

Alle Tanker und Schiffe, die im Persischen Golf und in der Strasse von Hormus unterwegs seien, müssten zu ihrer eigenen Sicherheit die iranischen Vorschriften beachten, hiess es weiter.

Netanjahu: Chamenei ist «Marionette der Revolutionsgarden»

21.30: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den neuen obersten Führer des Irans, Modschtaba Chamenei, als «Marionette der Revolutionsgarden» bezeichnet. Der Religionsführer könne «sein Gesicht nicht in der Öffentlichkeit zeigen», sagte Netanjahu bei einer Pressekonferenz.

Chamenei junior soll bei einem israelischen Angriff im Iran verletzt worden sein. Netanjahu deutete mögliche weitere Tötungsversuche an, indem er sagte, er würde «keine Lebensversicherungen» für die Feinde Israels abschliessen.

Netanjahu benennt Ziel des Krieges

Israels Angriffe im Iran könnten die Bedingungen für einen Sturz des iranischen Machtapparats schaffen, sagte Netanjahu zudem. Dies hänge jedoch letztlich vom iranischen Volk ab. «Ich sage dem iranischen Volk: Der Moment, in dem ihr in die Freiheit hinausgehen könnt, rückt immer näher.»

Netanjahu sagte erneut, Ziel des gegenwärtigen Krieges sei es, dem iranischen Atom- und Raketenprogramm «tödliche Schläge» zu versetzen. Man verhindere auch Bestrebungen der iranischen Führung, dieses Programm in unterirdischen Einrichtungen zu verstecken. Israel habe auch in diesem Krieg einen ranghohen Atomwissenschaftler getötet, sagte Netanjahu, ohne Details zu nennen.

Iran droht USA mit der Zerstörung regionaler Energieanlagen

21.00: Die iranischen Revolutionsgarden warnen vor Angriffen auf den Energiesektor und die Häfen des Landes. Die Kommandozentrale der Garden erklärte laut Nachrichtenagentur Tasnim, der Iran werde im Fall des geringsten Angriffes die Öl- und Gasvorkommen der Region, an denen die Vereinigten Staaten und ihre westlichen Verbündeten ein berechtigtes Interesse haben, in Brand setzen und zerstören.

Widerstandsrat Iran: Übergangsregierung bei Sturz in Teheran

18.51: Die Exilgruppe Nationaler Widerstandsrat Iran erhebt den Anspruch, bei einem Sturz der Machthaber in Teheran eine provisorische Regierung aufzustellen. Diese solle auf einem Zehn-Punkte-Plan ihrer Führungsfigur Maryam Rajavi basieren, teilte die Exilgruppe an ihrem Sitz in Paris mit.

Die Aufgabe dieser Regierung werde es sein, die Macht innerhalb von sechs Monaten nach dem Sturz der derzeitigen Machthaber durch eine Wahl an das Volk zu übertragen, hiess es. Eine Regierung unter Reza Pahlavi, dem in den USA im Exil lebenden Sohn des früheren iranischen Schahs, lehne der Nationale Widerstandsrat ebenso ab wie eine klerikale Regierung.

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Rauch steigt nach einem Luftangriff im Zentrum von Teheran, Iran, am 3. März 2026 auf. - keystone

Der Nationale Widerstandsrat Iran entstand 1981 aus den sogenannten Volksmudschahedin. Die Exil-Gruppe hat sich zum Ziel gesetzt, das Herrschaftssystem im Iran zu stürzen. Die Organisation ist jedoch äusserst umstritten und wird innerhalb und ausserhalb des Iran auch von Oppositionellen grösstenteils abgelehnt. Im Iran ist die Gruppe verboten.

Die ursprünglich islamistisch-sozialistische Bewegung der Volksmudschahedin (MEK), die vom Irak aus bewaffnet gegen den Iran vorging, stand in der EU und den USA zeitweise auf der Terrorliste. Kritiker halten ihre Strukturen für undemokratisch und totalitär.

Die Gruppierung teilte in Paris mit, sie verfüge faktisch über eine Befreiungsarmee, die in der Lage sei, auch in den am stärksten gesicherten Bereichen des Iran zu operieren. Ausser Widerstandseinheiten habe sie auch ein soziales Netzwerk an Unterstützern sowie ein Geheimdienstnetzwerk.

Israels Armeechef: Libanon-Einsatz «wird nicht kurz sein»

18.22: Israels Militär bereitet sich nach den Worten von Generalstabschef Ejal Zamir auf eine längere militärische Auseinandersetzung mit der libanesischen Hisbollah-Miliz vor. «Dieser Einsatz wird nicht kurz sein», sagte Zamir nach einer Lageeinschätzung im Norden Israels. Er kündigte zudem an, zusätzliche Truppen an die israelisch-libanesische Grenze zu verlegen.

Die proiranische Schiitenmiliz hatte Anfang der Woche als Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei damit begonnen, Raketen auf Ziele in Israel zu feuern. Israel reagiert seitdem mit umfangreichen Luftangriffen in mehreren Teilen des Landes. Zuletzt hat das israelische Militär auch wieder im Zentrum der Hauptstadt Beirut gezielt angegriffen.

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Ein israelischer Luftangriff trifft ein Gebäude im Stadtteil Bashura in Beirut, Libanon, am 12. März 2026. - keystone

Zamir betonte, die Hisbollah habe mit ihren Angriffen auf israelische Ziele einen schweren Fehler begangen und werde «weiterhin einen hohen Preis dafür zahlen». Die libanesische Regierung setze ihre Autorität innerhalb ihres Territoriums nicht durch – «deshalb werden wir es tun», erklärte Zamir weiter.

Verteidigungsminister Israel Katz hatte sich erst kürzlich ähnlich geäussert und dem Libanon mit der Ausweitung des Einsatzes sowie mit der Einnahme von Gebieten gedroht. Sollte die Regierung in Beirut nicht in der Lage sein, die Hisbollah davon abzuhalten, auf israelische Orte zu feuern, werde Israels Armee «das Gebiet einnehmen und die Sache selbst in die Hand nehmen», sagte Katz.

USA: Rund 6000 Ziele im Iran angegriffen

18.08: Das US-Militär hat im Iran seit Kriegsbeginn nach eigenen Angaben etwa 6000 Ziele angegriffen. Auch mehr als 90 Schiffe seien beschädigt oder zerstört worden, darunter mehr als 30 Minenleger, teilte das für die Region zuständige US-Kommando (Centcom) auf X mit.

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Ein vom US-Zentralkommando (CENTCOM) zur Verfügung gestelltes Foto zeigt den Lenkwaffenzerstörer der Arleigh-Burke-Klasse USS Bulkeley (DDG 84) beim Abschuss einer Tomahawk-Landangriffsrakete (TLAM) während Operationen zur Unterstützung der Operation «Epic Fury» von einem unbekannten Ort aus, 28. Februar 2026. - keystone

US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch erneut nahegelegt, dass der Krieg schon «bald» enden könne. Es gebe «praktisch nichts mehr, was man angreifen könnte», zitierte ihn das US-Nachrichtenportal «Axios» nach einem Telefoninterview.

Der israelische Armeesprecher Effie Defrin erklärte dagegen, dass Israels Militär noch eine umfangreiche Liste an Zielen habe.

Israel greift erneut im Zentrum Beiruts an

17.55: Das israelische Militär hat erneut im Herzen der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Über Opfer war zunächst nichts bekannt. Das israelische Militär hatte zuvor einen Evakuierungsaufruf für ein Gebäude im Beiruter Stadtviertel Baschura herausgegeben. Daraufhin wurde das Gebäude zweimal aus der Luft getroffen, wie auf Live-Aufnahmen im libanesischen Fernsehen zu sehen war.

Kurze Zeit später rief das israelische Militär auch zur Räumung eines Gebäudes in dem benachbarten Wohnquartier Sokak al-Blat auf. In dem Gebäude befindet sich eine Filiale des Finanzinstituts der Hisbollah. Beide Wohngegenden sind dicht besiedelt und gehören nicht zum Einflussgebiet der Hisbollah.

Das israelische Militär teilte mit, eine neue Angriffswelle auf Hisbollah-Infrastruktur in Beirut gestartet zu haben.

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Anwohner beobachten, wie ein Gebäude im Zentrum von Beirut, Libanon, am Donnerstag, dem 12. März 2026, von einem gezielten israelischen Angriff getroffen wird. - keystone

Nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur NNA wurden bei einem Angriff auf die Libanesische Universität der Direktor der naturwissenschaftlichen Fakultät, Hussein Bassi, und auch der Professor Mortada Srour getötet. Das Universitätsgelände liegt am Rand der südlichen Vororte Beiruts. Das israelische Militär teilte mit, die Angelegenheit zu prüfen. Auch in den Vororten selbst griff die israelische Armee nach libanesischen Infos erneut an.

«Was heute an der Fakultät für Naturwissenschaften geschehen ist, ist ein Verbrechen, das nach allen Massstäben zu verurteilen ist», erklärte der libanesische Präsident Joseph Aoun. Es sei «ein neues Kapitel der gezielten Angriffe auf Zivilisten.»

Am Mittwochabend hatte die Hisbollah nach israelischen Angaben mehr als 100 Raketen auf Israels Norden abgefeuert.

Gas- und Ölversorgung in EU weiter stabil

16.12: Auch gut anderthalb Wochen nach Beginn des Iran-Krieges ist die Versorgung der Europäischen Union mit Öl und Gas nach Angaben aus der EU sichergestellt. Aus den Treffen der jeweiligen EU-Expertengruppen zu beiden Rohstoffen ging einer Sprecherin der EU-Kommission zufolge hervor, dass derzeit keine Sorge um einen Engpass bestehe. Die Situation müsse aber im Blick behalten werden. Beim Gas gehe es vor allem um Preisfragen.

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Eine Öl-Bohr-Anlage. (Symbolbild) - keystone

Die EU-Länder diskutierten den Angaben zufolge bei dem Treffen der Öl-Expertengruppe die Verständigung der Internationalen Energieagentur IEA, als Reaktion auf den Iran-Krieg eine Rekordmenge strategischer Ölreserven freizugeben. Bis zum frühen Abend wollten die EU-Staaten demnach an die Agentur kommunizieren, inwiefern sie sich daran beteiligen. Mit Blick auf die Gasversorgung betonen die Länder der Sprecherin zufolge, es sei noch zu früh, in die Speicherbefüllung einzugreifen.

Angesichts hoher Preise hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen jüngst angekündigt, die Energiekosten senken zu wollen. Demnach sollen mehrere Preiskomponenten der Energierechnung auf den Prüfstand kommen: Neben den reinen Energiekosten auch die Netzentgelte, Steuern und Abgaben sowie die CO2-Kosten.

Israel fordert weitere Bewohner im Südlibanon zur Flucht auf

15.42: Israels Armee hat die Bewohner eines grossen Gebiets im Süden des Libanons zur Flucht aufgerufen.Das Militär richtete auf seinem arabischsprachigen Kanal auf der Plattform X eine dringende Warnung an die Menschen, den Bereich südlich des Sahrani-Flusses – etwa 40 Kilometer von der israelisch-libanesischen Grenze – zu verlassen. Bereits vergangene Woche hatte die Armee zur Evakuierung mehrerer Orte im Südlibanon aufgerufen.

Solche Aufrufe des Militärs deuten in der Regel auf bevorstehende Kampfhandlungen in den betroffenen Gebieten hin. Die Armee führte «terroristische Aktivitäten der Hisbollah» für den Evakuierungsaufruf an. Die Warnung umfasst mehrere libanesische Ortschaften in dem betroffenen Gebiet. Ihre Bewohner sollten sich Richtung Norden begeben, hiess es weiter.

Angriffe Beirut
Angriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut am Freitag, 6. März. - keystone

In den vergangenen Tagen hatte das israelische Militär die Bewohner im Bereich bis zum Litani-Fluss – etwa 30 Kilometer von Israels Grenze entfernt – bereits mehrmals zur Flucht aufgerufen. Nun wurde das Gebiet zum ersten Mal bis etwa 10 Kilometer weiter nördlich ausgeweitet. Auch weite Teile der Vororte der Hauptstadt Beirut wurden bereits von Israel als mögliche Angriffsziele markiert.

Trump: Hoher Ölpreis ist gut für die USA

15.38: Die deutlich gestiegenen Ölpreise sind nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump gut für die USA. «Die Vereinigten Staaten sind mit Abstand der grösste Ölproduzent der Welt. Wenn also die Ölpreise steigen, verdienen wir viel Geld», teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit.

Donald Trump
Donald Trump beschäftigt sich aktuell vorwiegend mit dem Nahostkonflikt. (Archivbild) - keystone

Trump hatte im Wahlkampf damit geworben, die Energiepreise im Land deutlich zu senken. Infolge des Kriegs im Iran waren die Benzinpreise in den USA allerdings auf das höchste Niveau seit Sommer 2024 gestiegen.

EU-Hilfe: Mehr als 8'000 Menschen zurück aus dem Nahen Osten

15.35: Bisher sind mehr als 8'000 Menschen mit Unterstützung der EU aus dem Nahen Osten zurück nach Europa gebracht worden.Die Europäische Kommission teilte mit, mehr als 70 Flüge seien auf Bitte von Mitgliedsstaaten koordiniert worden, um Europäerinnen und Europäer sicher aus dem Nahen Osten zu holen – unter anderem nach Frankreich, Italien und Österreich.

Flagge EU
EU-Flaggen wehen im Wind. - Keystone

Zweimal charterte die Brüsseler Behörde selbst Flugzeuge und flog 303 Menschen aus Saudi-Arabien und Oman nach Warschau. Insgesamt haben den Angaben nach bislang 23 Mitgliedstaaten die Unterstützung der EU angefordert, Deutschland ist nicht darunter. In den nächsten Tagen gebe es weitere Flüge, so die Kommission.

Deutschland ist nicht unter den 23 Staaten. Dessen Auswärtiges Amt hatte am Sonntag mit einem Sonderflug aus Riad mehr als 180 Menschen nach Berlin gebracht. Nach Regierungsangaben hat sich wegen einer wieder steigenden Zahl von Linienflügen die Lage für jene Deutschen, die in der Region geblieben seien, deutlich entspannt.

USA: Noch keine Schiffs-Eskorte durch Strasse von Hormus möglich

15.11: Die USA sind nach Angaben von Energieminister Chris Wright aktuell noch nicht in der Lage, Tanker durch die Strasse von Hormus zu eskortieren. Die Marine werde das relativ bald tun können, gerade sei das aber noch nicht möglich, sagte Wright dem Sender CNBC.

«Wir sind einfach noch nicht bereit.» Alle militärischen Ressourcen der USA seien aktuell darauf ausgerichtet, die offensiven Fähigkeiten des Irans zu zerstören. Er halte es für wahrscheinlich, dass die US-Marine bis Ende des Monats einige Schiffe durch die Meerenge eskortieren könne, sagte Wright.

Ölpreis Strasse von Hormus
Seit dem Beginn des Iran-Kriegs können Schiffe die Strasse von Hormus nicht mehr sicher befahren: Das beeinflusst den Ölpreis. (Archivbild) - keystone

Der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus ist infolge des Iran-Kriegs nahezu zum Erliegen gekommen. Die etwa 55 Kilometer breite Meeresenge zwischen dem Iran und dem Oman gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölexport.

US-Präsident Donald Trump hatte Anfang des Monats angeboten, den Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus – falls notwendig – auch mit der eigenen Marine abzusichern. Mit dem Angebot einer solchen Eskorte versucht seine Regierung auch, globale Märkte zu beruhigen.

Irans neuer oberster Führer fordert Rache für Kriegsopfer

14.33: Irans neuer Religionsführer und Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei hat in einer ersten Stellungnahme Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel gefordert. Der 56-jährige Kleriker betonte die Notwendigkeit von Vergeltung, insbesondere für die bei einem Luftangriff getöteten Schülerinnen, wie es in einer Erklärung des Geistlichen hiess, die im Staatsfernsehen verlesen wurde.

«Besonders empfindlich sind wir gegenüber dem Blut unserer Kinder», hiess es in der Rede. Bei einem Angriff am ersten Kriegstag Ende Februar waren in Minab im Süden des Landes nach iranischen Angaben rund 170 Schülerinnen getötet worden. Dafür waren nach Recherchen von US-Medien US-Streitkräfte verantwortlich.

Modschtaba Chamenei betonte in seiner Rede die Notwendigkeit der Verteidigung und forderte das Land zum Zusammenhalt auf. «Auch muss weiterhin der Hebel der Blockierung der Strasse von Hormus genutzt werden», sagte der Geistliche laut dem Transkript. «Wir werden vom Feind Entschädigung verlangen», wurde Chamenei junior weiter zitiert. Wenn der Feind sich weigere, werde ihm Eigentum genommen. Sollte dies nicht möglich sein, soll sein Eigentum zerstört werden.

Chamenei
Modschtaba Chamenei (M), ist der Sohn von Ajatolla Ali Chamenei. - keystone

Die Golfstaaten in der Region forderte Chamenei auf, US-Stützpunkte zu schliessen. Er sprach von warmen und konstruktiven Beziehungen zu den arabischen Nachbarn, deren Staaten jedoch für den Krieg gegen den Iran genutzt werden. Die iranischen Streitkräfte hätten dort lediglich auf US-Ziele geschossen. «Wenn es nötig ist, werden wir dies weiterhin tun.» Die Golfstaaten müssten ihre Haltung gegenüber den USA klären, forderte Chamenei.

Seit seiner Ernennung zum obersten Führer im Iran am Sonntag hat sich Modschtaba Chamenei nicht öffentlich gezeigt. Ohnehin mied der Sohn des am 28. Februar getöteten Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei seit Jahren die Öffentlichkeit. Er überlebte die Bombardierungen im Herzen der Millionenmetropole beim Kriegsbeginn, verlor dabei jedoch auch seine Ehefrau, Mutter und einen Schwager. Das iranische Staatsfernsehen bezeichnete ihn als «Kriegsversehrten», nannte aber keine weiteren Details.

Schweiz beteiligt sich nicht an Freigabe von Ölreserven

14.28: Die Schweiz beteiligt sich vorerst nicht an der freiwilligen Freigabe von Ölreserven der Internationalen Energieagentur. Als Grund dafür nennt der Bund die zurzeit gesicherte Versorgung der Schweiz mit Mineralölprodukten.

Die Lage werde genau verfolgt und bei Bedarf würde der Bund aktiv werden, teilte ein Sprecher des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Donnerstag auf Anfrage mit. Gegen die freiwillige Massnahme der Internationalen Energieagentur (IEA) habe die Schweiz kein Veto eingelegt.

Als Reaktion auf den Iran-Krieg beschloss die IEA die Freigabe von 40 Millionen Barrel Rohöl, wie die Agentur mit Sitz in Paris am Mittwoch mitteilte. Mit dem Schritt sollen die durch den Krieg angespannten Märkte stabilisiert werden. Die IEA zählt 32 Mitgliedsstaaten, darunter die Schweiz.

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf. Foto: Altaf Qadri/AP/dpa
Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf. Foto: Altaf Qadri/AP/dpa - Keystone/AP/Altaf Qadri

Auch die Schweiz kennt Pflichtlager, die bei Bedarf freigegeben werden können. Diese sind gemäss dem Bund im Besitz der mit den Produkten handelnden Unternehmen.

Für Mineralölprodukte decken sie den nationalen Bedarf während 4,5 Monaten, beim Flugpetrol sind es 3 Monate, wie der Sprecher weiter sagte. Das entspreche rund 14,5 Millionen Barrel Benzin und Dieselöl sowie rund 8,6 Millionen Barrel Heizöl und 2,4 Millionen Barrel Flugpetrol.

Schiff deutscher Reederei in Strasse von Hormus von Splitter getroffen

14.22: Ein Containerschiff der deutschen Reederei Hapag-Lloyd ist westlich der Strasse von Hormus von einem Granatsplitter getroffen worden. Der Treffer habe dazu geführt, dass auf der «Source Blessing» ein Feuer ausgebrochen sei, teilte Deutschlands grösste Containerreederei aus Hamburg mit.

«Die Besatzung an Bord ist wohlauf, konnte das Feuer löschen und die Situation schnell unter Kontrolle bringen», teilte ein Unternehmenssprecher mit. Zu dem Standort des weitervermieteten Schiffs machte die Reederei keine Angabe und verwies auf Sicherheitsgründe.

Die Seehandelsaufsicht der britischen Marine teilte mit, ein Schiff nördlich von Dubai sei von einem Projektil getroffen worden.

Straße von Hormus
Doch die Europäer wollen den Iran nicht verärgern. - keystone

Das Containerschiff «Source Blessing» ist nach Daten des Trackingdienstes Vesselfinder 2003 gebaut worden. Es ist mehr als 240 Meter lang und fährt unter der Flagge Liberias. Nach übereinstimmenden Medienberichten kann es rund 3200 Standardcontainer aufnehmen.

Der von Israel und den USA angegriffene Iran bedroht seit dem Ausbruch des Krieges Schiffe in der Region und attackiert diese. Der Verkehr durch die für den Öl- und LNG-Transport wichtige Strasse von Hormus, eine Meerenge südlich des Irans, ist nahezu zum Erliegen gekommen.

Nach älteren Angaben des Schifffahrt-Informationsdiensts Alphaliner hielten sich Anfang März fünf Containerschiffe von Hapag-Lloyd in der Golfregion auf.

Hisbollah und Israel überziehen sich weiter mit Angriffen

14.18: Im Krieg zwischen der Hisbollah im Libanon und Israel ist kein Ende in Sicht. Beide überzogen sich in der Nacht erneut mit gegenseitigen Angriffen. Nach Angaben eines israelischen Armeesprechers wurden dabei rund 200 Raketen und 20 Drohnen aus dem Libanon abgefeuert. Die Hisbollah ihrerseits hatte zuvor den Start einer neuen Operation angekündigt und mehrere Raketenangriffe auf Israel für sich reklamiert.

Die UN-Beobachtermission Unifil meldete, dass rund 120 Geschosse von libanesischem Territorium abgeschossen worden seien. Es habe in der Nacht sieben israelische Luftangriffe und 120 Artilleriebeschüsse im Libanon gegeben. Beide Seiten wurden erneut dringend zur Deeskalation aufgerufen.

Im Libanon wurden bei den nächtlichen Angriffen nach Behördenangaben mindestens elf Menschen getötet. Auch an einer Küstenstrasse in der Hauptstadt Beirut wurde ein Angriff gemeldet. Eine Drohne habe ein Fahrzeug getroffen, berichteten Augenzeugen. Dabei allein sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens acht Menschen getötet und 31 weitere verletzt worden.

Krieg
Im Krieg zwischen der Hisbollah im Libanon und Israel ist kein Ende in Sicht. - keystone

In dem getroffenen Viertel Ramlet al-Baida leben derzeit Hunderte durch den Krieg vertriebene Menschen. Einige schlafen in Zelten. «Überall war Chaos», berichtete einer von ihnen der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Seine Frau und sein Kind seien verletzt worden. «Erst haben wir die Angriffe in den Beiruter Vororten gehört, dann kam der Angriff hier», sagte er weiter.

Eine weitere Frau berichtete, sie sei aus ihrem Haus in den Beiruter Vororten auf die Strasse in Ramlet al-Baida geflohen. «Warum greifen sie jetzt auch hier an?», fragte sie. «Es gibt keinen sicheren Ort mehr.»

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hiess es, es handle sich um einen israelischen Angriff. Die Hisbollah gab an, dass bei dem Angriff einer ihrer Kommandeure getötet worden sei.

Das israelische Militär teilte mit, keine Informationen zu dem Drohnenangriff zu haben. Die Angelegenheit werde geprüft.

Laut Bericht: Mojtaba Khamenei soll offenbar im Koma liegen

14.10: In den letzten Tagen wurde darüber berichtet, dass Mojtaba Khamenei, der neue oberste Führers des Irans, bei einem Angriff verletzt worden sei.

Der 56-jährige Sohn des getöteten Ali Khamenei soll dabei mindestens ein Bein verloren und ausserdem schwere Verletzungen am Magen oder an der Leber davongetragen haben. Das berichtet die britische Zeitung «The Sun».

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Mojtaba Khamenei rückt nach dem Tod seines Vaters an die Spitze der Islamischen Republik Iran. - keystone

Eine anonyme Quelle berichtet der Zeitung, dass er im Sina-Universitätskrankenhaus im historischen Viertel der Stadt intensivmedizinisch behandelt werde. Dies, nachdem ein Teil des Gebäudes unter massiven Sicherheitsvorkehrungen abgeriegelt worden sei.

Mojtaba befinde sich in einem sehr ernsten Zustand. Die Quelle sagt der Zeitung: «Ein oder beide Beine wurden amputiert. Ausserdem hat er eine Leber- oder Magenruptur. Anscheinend liegt er auch im Koma

UN-Flüchtlingshilfswerk: Bis zu 3,2 Millionen Vertriebene im Iran

13.10: Seit Ausbruch des Kriegs im Iran sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR bislang bis zu 3,2 Millionen Menschen innerhalb des Landes geflüchtet. Der jüngsten Einschätzung der Organisation zufolge sind zwischen 600'000 und einer Million Haushalte zeitweise vertrieben worden. Im Iran leben gut 90 Millionen Menschen.

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Eine Frau sitzt auf den Trümmern eines Wohnhauses, das am vergangenen Montag während der amerikanisch-israelischen Luftangriffe beschädigt wurde. - keystone

Die meisten Betroffenen würden aus Teheran und anderen Grossstädten im Norden des Landes und in ländlichen Gebieten Schutz suchen, hiess es. Wenn der Konflikt andauere, werde die Zahl der Binnenflüchtlinge voraussichtlich noch steigen, warnte das UNHCR.

Israel droht Libanon mit Gebietseinnahme

13.04: Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat dem Nachbarland Libanon mit der Ausweitung des israelischen Armeeeinsatzes dort sowie mit der Einnahme von Gebieten gedroht.

Sollte die libanesische Regierung nicht in der Lage sein, die Hisbollah davon abzuhalten, auf israelische Ortschaften zu feuern, werde Israels Armee «das Gebiet einnehmen und die Sache selbst in die Hand nehmen», sagte er nach Angaben seines Büros bei einer Besprechung mit hochrangigen Armee- und Geheimdienstvertretern. Er habe dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun diese Warnung überbracht.

Nachbarland
Israel hat seinem Nachbarland mit einer Gebietseinnahme gedroht. - keystone

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Katz haben die Armee den Angaben zufolge bereits angewiesen, sich auf «eine Ausweitung ihrer Aktivitäten im Libanon vorzubereiten».

Swiss setzt Flüge nach Dubai bis einschliesslich 28. März aus

12.53: Die Swiss muss ihre Flüge nach Dubai bis einschliesslich 28. März aussetzen. Ursprünglich waren diese bis am 15. März gestrichen. Die Verlängerung wird mit Kapazitätseinschränkungen bei den Flughäfen in Dubai begründet.

Der Iran-Krieg stellt den weltweiten Luftverkehr weiterhin auf den Kopf. Beide Flughäfen in Dubai müssten deshalb die Flugbewegungen aus Kapazitätsgründen «erheblich reduzieren», teilte die Swiss am Donnerstag mit. Dies führe dazu, dass Airlines der Lufthansa Gruppe auf Anordnung der Flughäfen sämtliche Flüge streichen müssen.

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Die Swiss setzt ihre Flüge nach Dubai länger aus. - keystone

Die Airline will nun prüfen, inwieweit es trotz der Einschränkungen möglich sein wird, einzelne Flüge durchzuführen. Entsprechende Anträge würden von den Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate geprüft, hiess es weiter.

«Unser Ziel ist es, den Flugbetrieb nach Dubai so bald wie möglich wieder aufzunehmen und betroffene Passagiere möglichst schnell an ihr Ziel beziehungsweise nach Hause zu bringen», betonte die Swiss.

UN-Flüchtlingshilfswerk: Bis zu 3,2 Millionen Vertriebene im Iran

12.48: Seit Ausbruch des Kriegs im Iran sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR bislang bis zu 3,2 Millionen Menschen innerhalb des Landes geflüchtet.

Flüchtlinge
Bis zu 3,2 Millionen Menschen sind seit Kriegsbeginn innerhalb des Irans geflüchtet. - keystone

Der jüngsten Einschätzung der Organisation zufolge sind zwischen 600.000 und einer Million Haushalte zeitweise vertrieben worden. Im Iran leben gut 90 Millionen Menschen.

Israel greift Militärforschungskomplex bei Teheran an

12.47: Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben eine bekannte Militärforschungseinrichtung im Iran angegriffen.

Die Attacke auf den Taleghan-Komplex östlich der iranischen Hauptstadt Teheran im Vorort Partschin sei im Rahmen einer der Angriffswellen der vergangenen Tage auf Basis «präziser Geheimdienstinformationen» erfolgt, teilte Israels Militär mit.

Der Taleghan-Komplex hat in der Vergangenheit immer wieder zu Spekulationen geführt. Laut der Internationalen Atomenergiebehörde wurde dort im Rahmen des iranischen Amad-Programms bis 2003 an Technologien gearbeitet, die für Atomwaffen relevant sein könnten. Dabei sollen Tests mit starken Sprengstoffen erfolgt sein, um die Implosion eines nuklearen Sprengkopfs zu simulieren. Iran bestreitet die Existenz des Programms.

Viele Bewohner Teherans harren in ihren Wohnungen aus

11.52: In der iranischen Hauptstadt Teheran harren viele Bewohner angesichts der israelischen Luftangriffe und Berichte über eine unsichere Lage in ihren Wohnungen aus. Mehrere Bewohner der Millionenmetropole berichteten davon, inzwischen so wenig wie möglich das Haus zu verlassen. Auf den Hauptverkehrsachsen kontrollieren den Angaben nach unterdessen Sicherheitskräfte in kurzen Abständen Fahrzeuge und durchsuchen dabei auch die Handys der Insassen.

In Teheran berichteten Bewohner zudem von Angriffen mit kleinen bewaffneten Drohnen, die auf Kontrollposten der Staatskräfte zielen sollen. Am Mittwochabend war in Teheran und der Grossstadt Karadsch, einem Vorort westlich der Hauptstadt, stundenlang die Flugabwehr im Einsatz.

teheran
Rauch steigt nach einem Luftangriff im Zentrum von Teheran, Iran, am 10. März 2026 auf. - keystone

«Wenn diese Situation anhält, wird das Leben wirklich schwierig, und wir werden keine Sicherheit mehr haben», sagte die 24-jährige Studentin Nilufar. «Zu Hause bleiben zu müssen und Angst zu haben, hinauszugehen, ist mein schlimmster Alptraum.»

Augenzeugen zufolge waren an mehreren Verkehrsknotenpunkten, darunter am Haft-e-Tir-Platz im Stadtzentrum, Spuren von Explosionen zu sehen. In der Bevölkerung wächst die Sorge vor möglichen Konflikten zwischen Staatskräften und bewaffneten Gruppen.

Auch regierungsnahe iranische Medien hatten zuvor von nicht näher beschriebenen «Zusammenstössen» berichtet. Andere Stimmen, vor allem unter Regierungsanhängern, glauben hingegen, die israelisch-amerikanischen Angriffe könnten die Bevölkerung zusammenschweissen.

Revolutionsgarden reklamieren Angriff auf Tankschiff für sich

11.28: Die iranischen Revolutionsgarden haben einen Angriff auf einen Öltanker im Persischen Golf für sich reklamiert. In den frühen Morgenstunden sei das Schiff «Safesea Vishnu» unter der Flagge der Marshallinseln getroffen worden, berichtete Irans staatliche Nachrichtenagentur Irna.

Der Angriff auf den Öltanker sei erfolgt, «nachdem er den Warnungen und Aufforderungen der Marine der Revolutionsgarden nicht nachgekommen» sei. Das Schiff befindet sich nach iranischer Darstellung in US-Besitz.

Schiff Thailand
Bereits am Mittwoch wurde thailändisches Schiff von einem iranischen Projektil getroffen. - Royal Thai Navy

Bei einem Angriff auf zwei Öltanker war zuvor nach Angaben aus dem Irak mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Die Attacke in irakischen Hoheitsgewässern stelle eine Verletzung der Souveränität des Landes dar, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur INA einen Militärsprecher.

Bei dem Toten handele es sich um einen Inder, berichtete die indische Nachrichtenagentur PTI. Der Angriff erfolgte ihren Informationen zufolge durch ein iranisches, für den Kamikazeeinsatz entwickeltes Sprengboot.

Iran feuert neue Welle von Raketen auf Israel

09.00: Irans Luftstreitkräfte haben eine neue Welle an Raketen auf Ziele in Israel abgefeuert. Die Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht, hätten ballistische Raketen auf Israel geschossen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr. In Israel wurde Raketenalarm ausgelöst.

Streitkräfte
Irans Streitkräfte haben Israel erneut beschossen. - keystone

Irans reguläre Streitkräfte meldeten unterdessen einen Angriff mit Kampfdrohnen auf militärische Ziele in Israel.

Die Luftwaffenbasis Palmachim und der Militärflugplatz Ovda seien attackiert worden, hiess es in einer vom staatlichen iranischen Rundfunk verbreiteten Erklärung. Ein weiteres Ziel sei das Hauptquartier des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet gewesen.

Schiitische Milizen im Irak melden Tote

08.46: Im Irak haben mit dem Iran verbündete Milizen einen amerikanisch-israelischen Luftangriff im Westen des Landes gemeldet. Dabei habe es Opfer unter den Mitgliedern der Milizen gegeben.

Örtlichen Medienberichten zufolge wurden 27 Kämpfer der sogenannten Volksmobilisierungskräfte (PMF) in der irakischen Provinz Anbar getötet und mehr als 60 weitere verletzt. Das Hauptquartier der Miliz in der Gegend nahe der Grenze zu Syrien sowie mehrere Fahrzeuge seien zerstört worden, hiess es.

Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden. Die irakische Regierung in Bagdad sowie die USA und Israel äusserten sich nicht dazu.

Israels Luftangriffe in Teheran schüren Angst vor Chaos

07.59: Neue Bombardierungen der israelischen Luftwaffe in Irans Hauptstadt Teheran haben Sorgen vor Chaos ausgelöst. Am späten Mittwochabend kam es zu einer der heftigsten Angriffswellen des Krieges, wie Bewohner der Millionenmetropole berichteten.

Dabei wurden den Angaben nach erstmals auch Ziele auf offener Strasse in der dicht besiedelten Grossstadt bombardiert. Mehrere Kontrollposten der iranischen Sicherheitskräfte sollen angegriffen worden sein.

Explosionen
Explosionen in Beirut am Mittwochabend. - keystone

Rund zehn Sicherheitskräfte seien am Mittwochabend ums Leben gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Es handele sich um eine vorläufige Zahl. Laut der Nachrichtenagentur, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, kam es in Teheran zu mehreren Explosionen sowie zu nicht näher beschriebenen «Zusammenstössen».

Die Agentur warf dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad vor, Kräfte in das Land eingeschleust zu haben.

Irak meldet einen Toten bei Angriff auf Öltanker

07.31: Bei einem Angriff auf zwei Öltanker im Persischen Golf ist nach Angaben der irakischen Regierung mindestens ein Mensch ums Leben gekommen.

Die Attacke in irakischen Hoheitsgewässern stelle eine Verletzung der Souveränität des Landes dar, zitierte staatliche Nachrichtenagentur INA einen Militärsprecher.

Sechs Schiffe wurden demnach entsandt, um der Besatzung der beiden Tanker zu helfen. 38 Crew-Mitglieder seien geborgen worden, darunter ein Toter, sagte der Militärsprecher weiter.

Laut Trump: Iran soll kurz vor Niederlage stehen

07.18: Der Iran soll gemäss Trump kurz vor der Niederlage stehen. Gestern Mittwoch äusserte sich der US-Präsident zum aktuellen Stand der Dinge vor den Medien in Washington.

Der Iran sei «so ziemlich am Ende der Fahnenstange», so Trump. Er hob ausserdem den Mahnfinger: Die US-Armee könnte die Angriffe auf «Teile von Teheran und andere Orte» ausweiten. Dadurch wäre ein Wiederaufbau des Irans «fast unmöglich».

«Das wollen wir nicht», fügte der Republikaner noch an.

So teuer war die erste Kriegswoche für die USA

03.10: Wie die «New York Times» unter Berufung auf ein Pentagon-Briefing vor dem Kongress berichtet, war die erste Kriegswoche sehr teuer. Demnach kostete sie die USA mehr als 11,3 Milliarden Dollar.

usa
Ein US-Kampfjet startet vom Flugzeugträger USS Abraham Lincoln zu einem Einsatz im Iran. - keystone

In diesen Betrag sind zahlreiche Kostenpunkte, beispielsweise die Vorbereitung, nicht miteinberechnet. Es wird davon ausgegangen, dass der Betrag deutlich höher sein wird.

Laut Vertretern des Pentagons wurden in den ersten beiden Kriegstagen Munition im Wert von rund 5,6 Milliarden Dollar verschossen.

Trump will mit Freigabe von Ölreserven den Ölpreis stabilisieren

03.00: US-Präsident Donald Trump will mit der Freigabe strategischer Reserven den rasant gestiegenen Ölpreis stabilisieren. «Wir werden das machen, und dann füllen wir sie wieder auf», sagte er dem Sender Local 12 über die Reserven.

Die Massnahme werde die Preise wieder nach unten bringen, sagte der US-Präsident.

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Wegen des Iran-Kriegs sind die Preise für Öl und Benzin gestiegen. - keystone

Zuvor hatte die Internationale Energieagentur (IEA) mitgeteilt, eine Rekordmenge an Ölreserven auf den Weltmarkt zu pumpen. Insgesamt werden die 32 Mitgliedsländer, zu denen auch die USA zählen, 400 Millionen Barrel Rohöl freigeben, wie es in einer Mitteilung heisst.

Angriff auf Treibstofflager in Flughafennähe in Bahrain

02.55: Der Iran hat nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager in Bahrain angegriffen. Der Angriff erfolgte dem Innenministerium zufolge im Bezirk Muharraq – dort liegt auch der internationale Flughafen des Inselstaats.

Das Ministerium erklärte auf der Plattform X, die zuständigen Behörden unternähmen nach dem Angriff die nötigen Schritte. Es wurden keine weiteren Details mitgeteilt. Damit blieb zunächst unklar, ob es sich bei den betroffenen Treibstofflagern um die Kerosindepots des Flughafens am Rande der Hauptstadt Manama oder eine andere Einrichtung handelte.

Israel greift Kommandozentralen der Hisbollah im Libanon an

01.40: Die israelischen Streitkräfte haben bei einer heftigen Angriffswelle auf den Libanon nach eigenen Angaben Dutzende Stellungen der proiranischen Hisbollah zerstört. Innerhalb von 30 Minuten habe die Luftwaffe in den als Dahija bekannten Vororten der Hauptstadt Beirut zehn Ziele angegriffen, darunter ein Hauptquartier des Hisbollah-Geheimdienstes, die Zentrale der Eliteeinheit Radwan und weitere Kommandozentralen, teilte das israelische Militär mit.

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Israel und die Hisbollah beschiessen sich erneut gegenseitig. - keystone

Demnach griffen die Streitkräfte auch zahlreiche Raketenabschussrampen und Dutzende Hisbollah-Kämpfer an, die den Angaben zufolge Attacken auf Israel vorbereiteten. Nach Hinweisen von israelischen Bodentruppen nahm die Luftwaffe darüber hinaus über 20 Ziele in verschiedenen Teilen des Libanons unter Beschuss, wie es in der Mitteilung weiter hiess. Zuvor hatte die Hisbollah den Norden von Israel mit Raketen angegriffen.

Österreich und Deutschland reagieren auf steigende Spritpreise

01.15: Österreichs Tankstellen dürfen Spritpreise künftig nur maximal dreimal pro Woche erhöhen statt wie bisher einmal am Tag. Deutschland will hingegen die bisherige österreichische Regel übernehmen, nach der Treibstoff nur noch einmal täglich teurer werden darf. Beide Länder begründen die Schritte mit den gestiegenen Preisen wegen des Iran-Krieges.

Der Iran-Krieg hat die Treibstoffpreise auch in der Schweiz innert weniger Tage spürbar in die Höhe getrieben. Zwischen dem 28. Februar und dem 9. März verteuerte sich Diesel um 8,6 Prozent auf durchschnittlich 1,90 Franken pro Liter, eine Auswertung des Touring Club Schweiz vom Mittwoch zeigte.

Der Preis für Bleifrei 95 stieg im gleichen Zeitraum um 3,7 Prozent auf 1,70 Franken.

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