Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) pocht nach ihrer langjährigen Amtszeit keineswegs darauf, dass Deutschland auch künftig von einer Frau regiert wird.
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Angela Merkel - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Kanzlerin auch bei Parite-Gesetz zurückhaltend.

«Ich bin der Meinung, dass nach 16 Jahren Angela Merkel die Bürgerinnen und Bürger mündig genug sind, ihre Entscheidung zu treffen, wen sie als Kanzlerin möchten oder als Kanzler», sagte sie am Mittwoch in der Regierungsbefragung des Bundestages.

Merkel antwortete damit auf eine Frage der Grünen-Abgeordneten Ulle Schauws, deren Partei als einzige eine Frau ins Rennen um die Merkel-Nachfolge schickt - nämlich Parteichefin Annalena Baerbock. Für die Union tritt CDU-Chef Armin Laschet an, für die SPD Bundesfinanzminister Olaf Scholz.

Ein Plädoyer Merkels für eine Frau an der Spitze der künftigen Regierung hätte somit als indirekte Wahlempfehlung für die Grünen interpretiert werden können. Dies unterliess Merkel beflissentlich.

Zurückhaltend äusserte sich Merkel auch zu dem Modell eines Parité-Gesetzes, das quotierte Kandidatenlisten für Parlamentswahlen vorsieht. Sie verwies darauf, dass bei der Union zahlreicher Direktkandidaten aus den Wahlkreisen in den Bundestag gewählt werden - und somit nicht über die Landesslisten ins Parlament einziehen.

«Ich kann wunderbare Listen haben, und trotzdem keine Frauen im Parlament», sagte Merkel. Das Problem eines zu geringen Frauenanteils beginne früher als bei der Listenaufstellung.

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