Macron warnt vor Rückkehr der Debatte um die Todesstrafe
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat vor einer neuen Debatte zugunsten der Todesstrafe gewarnt und sich über die steigende Zahl von Hinrichtungen empört gezeigt. Den Kampf gegen die Todesstrafe bezeichnete er als Kampf für die Menschenwürde. Dieser sei von höchster Aktualität, sagte Macron zum Start des neunten Weltkongresses gegen die Todesstrafe in Paris.

«Denn heute kommt diese Debatte in unseren Gesellschaften wieder auf. Denn heute glauben in unseren Gesellschaften viele erneut, dass die Todesstrafe eine Lösung sei, und zwar inmitten einer Verwirrung der Grundsätze und der Sprache», sagte Macron. Während die Welt noch nie so nah an der Abschaffung der Todesstrafe gewesen sei, gebe es noch nie so viele Hinrichtungen in den Ländern, die die Strafe weiter praktizierten.
«Die Zahl der Hinrichtungen erreichte im vergangenen Jahr sogar den höchsten Stand seit 1981: 2.707 Menschen wurden allein von den Behörden in 17 Ländern hingerichtet.» 25.000 Menschen befänden sich in der erdrückenden Erwartung ihrer Hinrichtung, sagte der französische Präsident.
Macron stärkte den Gegnern der Todesstrafe bei ihrem Kampf den Rücken. «Schliesslich kann das Anliegen der weltweiten Abschaffung der Todesstrafe nicht ohne die unverzichtbare Mobilisierung der Zivilgesellschaft, der Nichtregierungsorganisationen und der Menschenrechtsverteidiger vorangetrieben werden, die die treibenden Kräfte der Bewegung zur Abschaffung der Todesstrafe sind.»
Der Generalsekretär des Europarats, Alain Berset, pochte zum Start des Kongresses auf eine Abschaffung der Todesstrafe in Belarus. In Europa sei Belarus das einzige Land, das die Todesstrafe noch anwende, sagte er.














