Todesstrafe

    Mörder entkommt Todesstrafe – vorerst

    Vivian Balsiger
    Vivian Balsiger

    USA,

    Eine Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee ist in letzter Minute gestoppt worden – Es wurde keine zweite Vene gefunden. Die Exekution wurde nun verschoben.

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    Im US-Bundesstaat Tennessee wurde eine geplante Hinrichtung abgebrochen – wegen einer Vene. (Symbolbild) - keystone / pexels

    Das Wichtigste in Kürze

    • Eine Hinrichtung im US-Bundesstaat Tennessee wurde gestoppt – wegen einer Vene.
    • Der verurteilte Straftäter kämpft seit 30 Jahren um seine Freilassung.
    • Die Hinrichtung wurde nun um ein Jahr verschoben.

    Im US-Bundesstaat Tennessee ist eine geplante Hinrichtung in letzter Minute gestoppt worden: Aus einem unerwarteten medizinischen Problem.

    Der entscheidende Punkt: Die Vollzugsbehörden konnten keinen zweiten Venenzugang legen. Und genau der ist gesetzlich vorgeschrieben, bevor die sogenannte Todesspritze verabreicht werden darf.

    Ein erster Zugang war zwar bereits gelegt worden, doch alle weiteren Versuche scheiterten. Nach mehreren erfolglosen Anläufen wurde die Exekution gestoppt.

    Der Verurteilte wurde daraufhin «von der Trage» genommen, wie eine Anwältin gegenüber dem US-Sender «NBC News» erklärte.

    Der Mann sitzt seit mehr als drei Jahrzehnten im Gefängnis. Er wurde unter anderem wegen dreifachen Mordes verurteilt. Seine Anwälte kämpften bis zuletzt für seine Freilassung. Mit einer DNA-Analyse wollten sie seine Unschuld beweisen.

    Anwältin kritisiert Staat Tennessee scharf

    Eine seiner Anwältinnen, Melanie Verdecia, äusserte sich deutlich zur Situation. Sie sagte: «Der Bundesstaat Tennessee foltert derzeit im Namen der Gerechtigkeit einen Mann, der seine Unschuld beteuert. So sollte unser System nicht funktionieren.»

    Findest du, die Todesstrafe sollte in den USA komplett abgeschafft werden?

    Ein Gnadenersuchen des Verurteilten hatte der Gouverneur von Tennessee, Bill Lee, kurz vor der geplanten Hinrichtung abgelehnt. Nach dem Abbruch der Exekution zog Lee jedoch Konsequenzen. Sein Büro teilte mit, dass die Hinrichtung um ein Jahr verschoben werde.

    Tennessee hatte in der Vergangenheit bereits alle Hinrichtungen für drei Jahre ausgesetzt. Grund war, dass der Staat die tödlichen Injektionen nicht ordnungsgemäss auf die Wirksamkeit geprüft hatte.

    Giftspritze: Häufigste Hinrichtungsmethode in den USA

    Die Todesspritze ist in den USA die am häufigsten eingesetzte Hinrichtungsmethode. Dabei werden dem Verurteilten Medikamente injiziert, die zum Tod führen.

    Die Methode gilt als weniger grausam als frühere Methoden – ist aber immer wieder Gegenstand von Debatten.

    Die Todesstrafe selbst ist in den USA politisch und gesellschaftlich umstritten. 23 der 50 Bundesstaaten haben sie inzwischen abgeschafft. In weiteren Staaten wurde sie zwar nicht offiziell abgeschafft, aber in der Praxis nicht mehr vollstreckt.

    Gegner der Todesstrafe argumentieren, dass das System fehleranfällig ist. Immer wieder wurden Menschen zum Tode verurteilt, die später durch DNA-Analysen entlastet wurden. Laut der Organisation «Innocence Project» wurden seit 1989 über 200 Todesurteil-Häftlinge nachträglich freigesprochen.

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    Kommentare

    User #5017 (nicht angemeldet)

    Er entkommt nicht der "Todesstrafe", sondern der Hinrichtung - und das auch nur bis zum nächsten Versuch. Doitsches Sprack, schweres Sprach.

    User #4062 (nicht angemeldet)

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