Anzeige gegen Frankreichs Justizminister: Gefährdungsvorwurf

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    Die Mutter eines vergewaltigten Mädchens hat Beschwerde gegen Frankreichs Justizminister Gérald Darmanin eingereicht.

    Gerald Darmanin, Innenminister von Frankreich, nach dem Messerangriff in La Chapelle-sur-Erdre. Foto: Loic Venance/AFP/dpa
    Gerald Darmanin, Innenminister von Frankreich, nach dem Messerangriff in La Chapelle-sur-Erdre. Foto: Loic Venance/AFP/dpa - sda - Keystone/AFP/Loic Venance

    Nachdem ihre Vergewaltigungsanzeige monatelang folgenlos für den Verdächtigen geblieben war, hat die Mutter des davon betroffenen Mädchens Beschwerde gegen den französischen Justizminister Gérald Darmanin eingereicht. Darin werde dem Minister vorsätzliche Gefährdung des Lebens anderer sowie unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen, wie der Anwalt der Frau, Pierre Debuisson, der Nachrichtenagentur dpa sagte. Das Dokument sei am Montag beim Cour de justice de la République eingereicht worden – ein Sondergericht, das befugt ist, Regierungsmitglieder strafrechtlich zu verfolgen und zu verurteilen.

    Die Mutter hatte im August 2025 einen Mann wegen der Vergewaltigung ihrer damals zehnjährigen Tochter, genannt Rosa, angezeigt. Der Mann wurde daraufhin jedoch nicht festgenommen oder von Ermittlern verhört. Nun wird er seit einigen Wochen verdächtigt, die elfjährige Lyhanna vergewaltigt und getötet zu haben. Die Leiche des Mädchens wurde Anfang Juni gefunden. In Frankreich gibt es seitdem Diskussionen über mögliche Fehler bei Behörden und Politik.

    Justizminister Darmanin kam Rücktrittsforderungen bislang nicht nach und sieht bei sich keine schwerwiegenden Verfehlungen. Eine Ad-hoc-Untersuchung einer von mehreren Ministerien beauftragten Arbeitsgruppe deckte dagegen Mängel bei den Ermittlungsmassnahmen der zuständigen Staatsanwaltschaft und Gendarmerie im Fall Rosa auf: sehr lange Bearbeitungszeiten, fehlende Priorisierung des Falls und eine unzureichende Kontrolle des Verfahrens. Daraus folgte bisher ein Disziplinarverfahren gegen eine stellvertretende Staatsanwältin.

    Die nun eingereichte Beschwerde sieht Versäumnisse aufseiten Darmanins. Er habe in seinen Jahren als Minister nichts gegen die Probleme beim Kampf gegen Kindesmissbrauch getan, sagte der Anwalt der Mutter. Strafverfolgungsbehörden und Vereine machten seit Jahren auf strukturelle Missstände und fehlende Ressourcen aufmerksam. «Es gab Warnungen», sagte der Anwalt französischen Medienberichten zufolge.

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    Kommentare

    User #1685 (nicht angemeldet)

    Richtig so. Aus tätern opfer machen. Gehts noch? Die politik muss uns bürger schützen und nicht die täter

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