Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erwartet durch die angespannte Lage in Afghanistan keine Flüchtlingskrise wie 2015. « Ich halte die Lage nicht mit 2015 für vergleichbar, denn Afghanistan ist nicht Syrien», sagte Macron am Sonntagabend den französischen Fernsehsendern TF1 und LCI.
Macron bei einem Besuch in Erbil
Macron bei einem Besuch in Erbil - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Frankreichs Präsident kritisiert Aufnahmepolitik der USA.

Viele Afghanen hätten ihr Land bereits in den vergangenen Jahren verlassen, betonte er.

Dennoch sei es «klar, dass mehr Menschen versuchen werden, nach Europa zu kommen, was zusätzlichen Druck auf unsere Aufnahmekapazitäten erzeugt», sagte der französische Präsident weiter. Europa müsse sich deshalb «besser organisieren».

Frankreich hatte seine Luftbrücke nach Kabul am Freitagabend eingestellt. Insgesamt wurden nach Angaben von Verteidigungsministerin Florence Parly «fast 3000 Menschen» ausgeflogen, darunter «mehr als 2600 Afghanen».

Macron kritisierte in diesem Zusammenhang die USA. Eine Reihe der von Washington ausgeflogenen Afghanen kämen nun in Balkanstaaten vor der Toren der EU an, sagte er. Gegenüber der Pariser Sonntagszeitung «Journal du Dimanche» hatte Macron auf US-Abkommen mit Ländern wie Albanien, dem Kosovo oder Nordmazedonien verwiesen.

«Nicht alle Afghanen werden in die USA gebracht, und einige werden versuchen, die Europäische Union zu erreichen», kritisierte der französische Staatschef. Dies könne «politische Spannungen» erzeugen.

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