Hans-Georg Maassen will gegen einen Parteiausschluss kämpfen. Dieser sei «ein Angriff auf die Meinungsfreiheit und die innerparteiliche Demokratie».
Hans-Georg Maassen
Hans-Georg Maassen. - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Hans-Georg Maassen will sich mit aller Kraft gegen einen Parteiausschluss wehren.
  • Der Ex-Verfassungsschutzchef beklagt «Angriff auf Meinungsfreiheit».
  • Auf Twitter hatte der Deutsche auf angebliche Gefahren durch mRNA-Impfstoffe hingewiesen.

Der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maassen hat angekündigt, sich mit aller Kraft gegen jeden Versuch eines Parteiausschlusses aus der CDU zu wehren.

Die Drohung mit einem solchen Ausschlussverfahren sei «ein Angriff auf die Meinungsfreiheit und die innerparteiliche Demokratie», schrieb Maassen in einem an «Freunde, Parteifreunde und Unterstützer» adressierten Brief, der AFP vorliegt.

Anderen Parteimitgliedern werde «durch ein solches Verfahren bedeutet, dass sie mit ähnlichen Sanktionen zu rechnen haben, wenn sie nicht einer bestimmten Parteilinie folgen», schrieb Maassen in dem auf Dienstag datierten Brief weiter. «Aus diesem Grund ist einem solchen Parteiausschlussverfahren mit aller Vehemenz entgegenzutreten.»

Hans-Georg Maassen
Hans-Georg Maassen (CDU), ehemaliger Verfassungsschutz-Präsident, nimmt an einer Diskussionsveranstaltung des Berliner Kreises in der Union teil. - dpa

Maassen zog in diesem Zusammenhang eine Linie zwischen den Zuständen in der CDU und dem Unrecht in der DDR: «Gerade im Osten Deutschlands wissen die Menschen noch zu genau, was es heisst, für die Meinungsfreiheit zu kämpfen, gegen Repression und dagegen, dass Leute, die gegen die Parteilinie sind, mundtot gemacht werden.»

Aussagen zu mRNA-Impfstoffen

Zuvor hatte die schleswig-holsteinische CDU-Bildungsministerin Karin Prien ein Parteiausschussverfahren gegen Maassen gefordert. Sie begründete dies damit, dass Maassen Verschwörungstheorien über die Corona-Impfungen verbreite.

Maassen hatte zuvor im Kurzbotschaftendienst Twitter auf angebliche Gefahren durch mRNA-Impfstoffe gegen das Coronavirus hingewiesen. In dem Brief verteidigte er seine Skepsis gegenüber den Impfstoffen: «Ich möchte nicht, dass gesunde Kinder mit fünf oder sechs Jahren wegen einer Impfung um ihr Leben kämpfen müssen.»

Der frühere Verfassungsschutzpräsident begründete seine Skepsis auch mit persönlichen Erfahrungen: Er selbst habe als Kind zweimal «Impfschäden» erlitten - einmal mit fünf Jahren, einmal mit sechs Jahren. Beide Male habe er nach der Impfung notoperiert werden müssen - er verdanke sein Leben den Ärzten, schrieb er in dem Brief.

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