Die AfD kam bei der Bundestagswahl auf 10,3 Prozent der Stimmen. Bei der Parteispitze sorgt das Ergebnis für unterschiedliche Meinungen.
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Die AfD-Spitzenkandidaten bei der Bundestagswahl, Tino Chrupalla (M) und Alice Weidel, sowie Jörg Meuthen, Bundessprecher der AfD, sitzen in der Bundespressekonferenz, um sich zum Ausgang der Bundestagswahl zu äussern. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Die AfD verlor bei der Bundestagswahl 2,3 Prozentpunkte.
  • Dennoch zeigten sich Alice Weidel und Tino Chrupalla insgesamt zufrieden.
  • Hingegen wird das Ergebnis von Ko-Parteichef scharf kritisiert.

Nach der Bundestagswahl sind in der AfD-Spitze erneut Konflikte zwischen den verschiedenen Lagern zutage getreten.

Das Spitzenduo Alice Weidel und Tino Chrupalla zeigte mit dem Ergebnis insgesamt zufrieden zeigte. Ko-Parteichef Jörg Meuthen übte jedoch scharfe Kritik am Auftritt seiner Partei. Das Ergebnis dürfe nicht nach «Altparteien-Manier» schöngeredet werden, sagte Meuthen am Montag bei einem gemeinsamen Auftritt mit Chrupalla und Weidel.

Die AfD kam bei der Bundestagswahl auf 10,3 Prozent der Stimmen. Die Partei verlor damit im Vergleich zur Wahl vor vier Jahren 2,3 Prozentpunkte. Positiv sei, dass die AfD wieder ein zweistelliges Ergebnis erzielt habe, sagte Meuthen.

Zur Wahrheit gehöre aber auch, dass die Partei «erhebliche Stimmenverluste» erlitten habe. «Unter dem Strich» sei die Wahl kein Erfolg.

Meuthen fordert «innerparteiliche Analyse»

Meuthen forderte deshalb eine «innerparteilich klare Analyse». Das Wahlprogramm und auch das Spitzenkandidatenduo hätten die «Kernklientel» bedient. Dies sagte Meuthen, der zum moderateren Flügel der AfD zählt und innerparteilich erheblich unter Druck steht. Es sei aber nicht gelungen, neue Wählerschichten zu erreichen, kritisierte er.

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Jörg Meuthen, Bundesvorsitzender der AfD, kritisiert das Ergebnis seiner Partei. - dpa

AfD-Spitzenkandidatin Weidel entgegnete auf die Kritik des Parteivorsitzenden, sie lasse sich das Wahlergebnis «nicht schlecht reden, von niemandem». Die AfD habe sich etabliert. Chrupalla sprach von einem «stabilen Ergebnis», auch wenn er nicht «hundertprozentig zufrieden» sei.

In der AfD verlagert sich das Machtgefüge seit längerem in Richtung der radikalen Kräfte um den Thüringer Rechtsaussen Björn Höcke. Auch im Bundesvorstand konnte sich Meuthen zuletzt nicht mehr durchsetzen. Es wird erwartet, dass er auf dem für Ende des Jahres angesetzten Bundesparteitag seinen Posten als Vorsitzender verliert. Oder, dass er von sich aus nicht mehr antritt.

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