Recep Tayyip Erdogan

Tausende bei Jahrestags-Demo für Erdogan-Rivalen Imamoglu in Istanbul

Keystone-SDA
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Türkei,

Ein Jahr nach Beginn der landesweiten Protestwelle gegen die Verhaftung und Absetzung des ehemaligen Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu haben sich erneut tausende Unterstützer auf der Strasse versammelt. Zu der Kundgebung vor der Stadtverwaltung auf dem Sarachane-Platz in der Millionenmetropole Istanbul hatte die führende Oppositionspartei CHP zuvor aufgerufen. Die Menschen riefen in Sprechchören Parolen wie «Präsident Imamoglu» oder «Tayyip, Rücktritt» und schwenkten ihre Fahnen und Banner. Es gab ein grosses Polizeiaufgebot.

ARCHIV - Demonstranten schwenken Fahnen und halten Bilder des festgenommenen Istanbuler Bürgermeisters Imamoglu hoch während eines Protests gegen die nationale Regierung 2025. Foto: F...
ARCHIV - Demonstranten schwenken Fahnen und halten Bilder des festgenommenen Istanbuler Bürgermeisters Imamoglu hoch während eines Protests gegen die nationale Regierung 2025. Foto: F... - Keystone/AP/Francisco Seco

CHP-Chef Özgür Özel sagte bei der Demonstration: «Hunderttausende Ekrems sind auf dem Platz». Vor einem Jahr sei ein Komplott voller Verleumdungen und Lügen gestartet worden, sagte Özel. Das Ziel des «Putsches» seien Imamoglu und der Aufstieg der Partei gewesen.

Imamoglu gilt als aussichtsreicher Kontrahent des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bei zukünftigen Wahlen. Am 18. März 2025 war Imamoglu sein Universitätsdiplom aberkannt worden – was Voraussetzung für eine Präsidentschaftskandidatur ist. Einen Tag später wurde er wegen Terror- und Korruptionsvorwürfen in Gewahrsam genommen – am 23. März dann schliesslich verhaftet und als Bürgermeister abgesetzt. Er selbst bestreitet die Vorwürfe.

Imamoglu sitzt seitdem im Istanbuler Bezirk Silivri in Untersuchungshaft. Der Hauptprozess gegen den Erdogan-Rivalen hat kürzlich begonnen – ihm drohen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mehr als 2.000 Jahre Haft.

Kritiker sehen das Vorgehen gegen Imamoglu und andere Oppositionspolitiker als gezielten Versuch der Regierung, die stärkste Oppositionspartei im Land auszuschalten. Das Vorgehen hatte daraufhin die grössten Proteste seit mehr als zehn Jahren in der Türkei ausgelöst. Diese hatten unter anderem auch eine Welle an Festnahmen zur Folge.

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